Gravel Lenker im Test: der Aero Bolt-On von RIDE FARR

RIDE FARR bietet mit den Aero Bolt-On aus Aluminium und Carbon zwei kleine Lenkeraufsätze für eine aerodynamische Position auf dem Fahrrad und mehr Griffmöglichkeiten an. Zusätzlich gibt es einen Gravel Lenker von RIDE FARR mit integriertem Bügel. Wie sie sich geschlagen haben, liest du in unserem Test.
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RIDE FARR bietet mit den Aero Bolt-On aus Aluminium und Carbon zwei kleine Lenkeraufsätze für eine aerodynamische Position auf dem Fahrrad und mehr Griffmöglichkeiten an. Zusätzlich gibt es einen Gravel Lenker von RIDE FARR mit integriertem Bügel. Wie sie sich geschlagen haben, liest du in unserem Test.
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    Über FARR

    Klein und windschnittig

    Dass ich es mir gern auch mal gemütlich mache, auf meinem Rennstahl Gravel 853, ist nach meinem Test des Syntace C3 Aero Lenkeraufsatzes ein offenes Geheimnis. Besonders bei Gegenwind, ganz langen Touren und Wettkämpfen mache ich mich auf dem Lenkeraufsatz gern mal etwas kleiner und lasse den Wind einfach an mir vorbeiziehen. Dadurch spare ich aber nicht nur Energie beziehungsweise bin mit dem gleichen Einsatz an Kraft schneller, sondern kann auch mal die Hände und Handgelenke entlasten. Da aber der C3 schon eine sehr opulente Erscheinung ist und mir für den Alltag einfach ein bisschen zu präsent ist, habe ich nach einer Alternative gesucht. Diese sollte kleiner sein, sich besser ins Gesamtbild einfügen und mir trotzdem die Vorteile eines Aufliegers bieten. Mein Herz schlug deswegen schneller, als ich die Ridefarr Aero Bolt-On Aufsätze und den FARR Gravel-Lenker mit integriertem Haltebügel fand. Die musste ich unbedingt testen!

    FARR hat gleich drei Teile im Programm, die mehr oder weniger demselben Zweck dienen. Was sie unterscheidet? Wir haben es ausprobiert.

    Ride FARR – wer steckt dahinter?

    Das kleine Team von FARR besteht aus absoluten Fahrrad-Enthusiasten, die ihre Ideen dort entwickeln, wo wir sie auch brauchen: auf dem Fahrrad. Die Australier haben ihr Hauptquartier in Perth, also an der Westküste des Kontinents. Von dort aus versuchen sie mit kleinen Ideen und großem Engagement ihre Kunden weiterzubringen. Ihr Motto lautet deshalb auch: „Make every ride FARR!“ So kamen sie auch auf das Konzept des Mini-Aero-Aufliegers, welche auch prompt umgesetzt wurde und im ersten Modell des AERO BOLT-ON und dem FARR Gravel Lenker mündete. Seit dem haben sie weiterhin große und kleine Innovationen für den Fahrradmarkt hervorgebracht.

    Test: FARR Carbon AERO BOLT-ON V2

    Facts zum FARR Carbon AERO BOLT-ON V2

    Der Carbon AERO BOLT-ON in der zweiten Version wird – wie der Name es bereits vermuten lässt– komplett aus Carbon gefertigt, wodurch er seine schöne Form und sein geringes Gewicht erhält. Die breiten Flügel sollen als Hand Ablagefläche dienen, an dem breiten Versatz lassen sich Halter für Lampe oder Radcomputer befestigen. Mit den Maßen  ist der Mini-Lenkeraufsatz sehr kompakt. Der FARR Carbon AERO BOLT-ON passt an alle Lenker mit einem Durchmesser von 31,8 mm, außer an Lenker mit integrierte, Bügel wie der FARR Gravel Lenker. Er soll für Mountainbikes, Rennräder und Gravelbikes funktionieren. Mit knapp 100 Gramm ist der Carbon AERO BOLT-ON V2 von FARR tatsächlich ein echtes Leichtgewicht. Zum Vergleich: Der Syntace C3 wiegt immerhin 250 Gramm mehr.

    Leicht, unauffällig und gar nicht einmal günstig. Aber macht dieses Teil denn überhaupt Sinn?

    So sieht der Carbon AERO BOLT-ON V2 komplett montiert aus.

    Um den Carbon AERO BOLT-ON V2 zu montieren, darf der Vorbau nicht mehr als rund 6 cm in Anspruch nehmen.

    Der Test: FARR Carbon AERO BOLT-ON V2

    Ich hatte große Erwartungen an den FARR Carbon AERO BOLT-ON V2. Für grob 150 Euro ist der Mini-Auflieger sicher kein Schnäppchen. Der erste Eindruck und die Installation erfüllten meine Erwartungen aber vollkommen. Der kleine Aero Bar ist wirklich gut verarbeitet und macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Die zugehörigen Schrauben haben sogar einen Torx statt eines Inbus-Kopfes. Die Kraftübertragung ist bei diesem Profil mittig, wodurch eine geringere Abnutzung und höhere Effizienz beim Schrauben erreicht wird. Das Anbringen am Lenker geht erwartungsgemäß ruckzuck. Nur das Ausrichten des richtigen Neigungswinkels kann etwas Zeit in Anspruch nehmen. Sehr praktisch ist die „Verdickung“ am oberen Ende des Halters. Dort hat der BOLT-ON den Durchmesser eines Lenkers (31,8 mm), womit sich dort Lampen oder Radcomputer anbringen lassen.

    Aero Position, an die man sich gewöhnen muss

    Insgesamt habe ich mit dem FARR Carbon AERO BOLT-ON V2 einige Kilometer und das bei eisiger Kälte – also mit Handschuhen – zurückgelegt. Ich habe ihn relativ schnell immer häufiger genutzt. Relativ schnell habe ich aber auch gemerkt, dass sich meine Oberarm-Außenseiten, also der Trizeps, nach fünf bis zehn Minuten bemerkbar machten. Besonders am Anfang war die Zeit in der Lenkermitte deswegen nicht sonderlich lang. Dann aber merkte ich durch Ausprobieren relativ schnell, dass kleine Änderungen in der Körperhaltung zu einem längeren Nutzen des Halters führten. Ich lehnte mich mehr und mehr auch auf die Handgelenke und konnte den AERO BOLT-ON so längere Zeit nutzen. Aber ganz klar nie so lange wie den Syntace C3.

    Test: FARR Aluminium AERO BOLT-ON

    Facts zum FARR Aluminium AERO BOLT-ON

    Im Wesentlichen ist der FARR AERO BOLT-ON aus Aluminium sehr ähnlich dem aus Carbon, jedenfalls was die grobe Form und die Anwendung angeht. Beim zweiten Hinsehen fallen dann schon einige Unterschiede auf. Denn die Handauflageflächen des Alu BOLT-ON sind durch das runde Aluminium wesentlich geringer. Mit 133 Gramm ist er aber auch nur 33 Gramm schwerer als sein Carbon-Bruder. Dafür kostet der mini Auflieger auch „nur“ knapp 100 Euro. Aber noch etwas ist anders. Leider ist der Abstand zwischen den beiden Lenkerklemmen minimal geringer als bei der Carbon Version. Das führt bei unserem Set-Up dazu, dass Lampe und Wahoo Elemnt Bolt Halter nicht mehr gemeinsam zwischen dem BOLT-ON geklemmt werden können. Dafür ist die Alu Variante aber länger, wodurch der Fahrradcomputer besser in den Leerraum hineinpasst.

    Direkter Vergleich der „Länge“: Aluminium AERO BOLT-ON vs…

    …Carbon AERO BOLT-ON V2

    Der Test: FARR Aluminium AERO BOLT-ON

    Als ich die Aluminium-Version des FARR AERO BOLT-ON montierte, hatte ich eigentlich mit marginalen Unterschieden bei der Benutzung gerechnet. Und eventuell mit einer ungünstigeren Druckverteilung auf den Handinnenseiten. Bei der direkten Gegenüberstellung wurde aber klar, dass die Hände bei den beiden Modellen unterschiedlich positioniert sind. Bei der Carbon-Version liegen sie mehr auf, bei der Aluminium Variante schieben sich die Hände bei der Benutzung mehr in den Mini-Auflieger hinein. Haptik objektiv zu beschreiben ist, wie sich hier wieder herausstellt, gar nicht so leicht. Besonders, wenn man neben dem Rad steht. Der abgegriffene Slogan „Probieren geht über Studieren“ liegt hier deswegen absolut nahe. Deswegen schwang ich mich auch flux aufs Rad.

    Ragt eindeutig nicht nach Vorn raus: die Bolt-On Aero Aufsätze von FARR sind klein und fallen dadurch kaum auf.

    Schon nach den ersten Kilometern mit der Aluminium-Version stellte ich fest, das mir die Ergonomie aus unerfindlichen Gründen besser gefiel, als beim Carbon-Bruder. Eigentlich wollte ich dem günstigeren Modell gar keine wirkliche Chance geben, im Rennen um meine Zuneigung. Nach etlichen Stunden mit dem FARR Aluminium AERO BOLT-ON muss ich aber sagen, dass er für mich in Sachen „Haltbarkeit“ den Auflieger vorn hat. Ich habe eine Position gefunden, in der ich wirklich lang tief und richtig tief auf dem Fahrrad liegen kann. Dabei fügt sich die Mulde zwischen Daumen und Zeigefinger in den Mini-Auflieger aus Alu ideal ein, während ein angenehmer Druck auf Daumensattel und Handgelenk lastet. Automatisch begab ich mich immer wieder für mehrere Kilometer in diese Position.

    Test: FARR Gravel Lenker „Aero Gravel Alloy“

    Über den FARR Gravel Lenker

    Als Erstes fragt man sich natürlich: Was soll denn ein AERO Gravel Lenker sein? Aero und Gravel scheinen sich schon von der grundsätzlichen Denkweise nicht zu vertragen. Gravel eher cool und im Holzfällerhemd, Aero knall eng und eher geleckt. Der FARR Gravel Lenker bietet zwar die Möglichkeit in eine aerodynamische Position zu gehen, er erinnert aber er an Lenker aus dem Adventure-Bike Segment. Der FARR Gravel Lenker hat einen extra „Loop“ für verschiedene Griffpositionen. Vergleichbar etwa mit dem JONES H-Bar. Der FARR Gravel Lenker hat allerdings als Grundlage einen Dropbar mit 25 Grad Flair, einem angenehmen Drop von 124 mm und einem entspannten Reach von 80 mm. Er besteht aus 6061er Aluminium und wiegt in der Breite 44 cm circa 500 g.

    Ganz schön mächtig: der FARR Gravel-Lenker bietet viel Flare und damit viel Kontrolle Offroad.

    Direkter Vergleich der „Länge“: Aluminium AERO BOLT-ON vs…

    …Carbon AERO BOLT-ON V2

    Mehr Griffpositionen und eine besondere Optik bietet der Bügel vom FARR Gravel Lenker.

    Der Test: FARR Aluminium AERO Gravel Lenker

    Gleich nach dem Auspacken des FARR Aluminium AERO Gravel Lenkers mit einer Breite von 44 cm fällt auf, dass der extra Halter doch deutlich größer ist als die beiden AERO BOLT-ON Auflieger. Der Bügel geht immerhin auch 124 mm nach vorn. Das reicht aber noch nicht aus, um vor den Bremsschalthebeln zu sein. Auch die Breite ist deutlich größer als bei den beiden BOLT-ON Zwillingen. Der FARR AERO Gravel Bar macht ebenfalls einen sehr guten ersten Eindruck was die Verarbeitung angeht. Nur die dicken Schweißnähte des „Loops“ stechen etwas unschön ins Auge. Nach der Montage fällt außerdem auf, das die Drops bei einer groben Ausrichtung des Bügels von 15 Grad nach oben keinen senkrechten Winkel aufweisen. Sie sind gravel-lenker-typisch stark geneigt, jedenfalls im Vergleich zu üblichen Rennradlenkern.

    Umfassen und Handgelenk auflegen geht beim FARR Gravel Lenker richtig gut.

    Aber auch der einfache Griff fühlt sich gut an.

    Hände auflegen…

    … fühlt sich auch am Übergang von Bügel zu Lenker gut an.

    Erste Eindrücke

    Auf den ersten Metern mit dem FARR Gravel Lenker spüre ich deutlich seine komfortable Konstruktion. Die breiten Auflageflächen am Oberlenker machen sich gleich durch ein angenehmes Gefühl bemerkbar. Durch nur 124 mm Drop fällt man beim Umgreifen auch nicht zu tief. Allerdings sind die 25 Grad Neigung nach außen (Flare) schon ziemlich drastisch. Dadurch ist zwar mehr Kontrolle auf ruppigem Gelände und bei Abfahrten garantiert. Allerdings öffnet sich dadurch auch der Brustbereich weit auf, was dem Gegenwind gut gefallen könnte. Mir gefällt der „Loop“ dagegen ziemlich gut. Er füllt sich im Vergleich zu den kleinen BOLT-ON Varianten eher wie ein echter Griff an. Die große Breite gibt auch enorm viel Sicherheit bei sämtlichen Lenkmanövern.

    Bei einem breiten Lenker mit viel Flare bringt der Griff an den Henkel schon einige Aero-Vorteile.

    Greifen wie die Profis

    Nach der ersten Gewöhnung merke ich schnell, dass ich beim FARR Gravel Lenker anders greife, als bei den kleinen Geschwistern. Das Mehr an Größe führt auch zu einem Mehr an Griffvariationen. Für mich fühlt es sich gut an von an den Schweißnähten festzuhalten, aber auch mittig und nicht zuletzt auch ganz am Ende, um mich auf dem Fahrrad richtig langzumachen. Richtig gut gefällt mir auch, dass ich mich während des Stützens auf die Unterarme an dem Loop entspannt halten kann. Diese Position auf dem Rad lässt sich oft bei den Profis beobachten, allerdings ohne Haltebügel, was schnell zu einem Unfall führen kann.

    Fazit: Aero Bügel von Ride FARR und FARR Gravel Lenker

    FARR stellt mit den AERO BOLT-ON Varianten in Aluminium und Carbon zwei sehr gut verarbeitete und funktionale Produkte zur Verfügung, um die Sitzposition auf dem Rennrad, Gravelbike und Mountainbike aerodynamischer zu gestalten. Aber auch für weitere Griffpositionen beziehungsweise Greifvariationen eignen sich die Mini-Auflieger. Ob nun die Carbon- oder Aluminium-Variante besser für dich passt, lässt sich pauschal nicht beantworten. Ähnlich wie bei Sätteln und Lenkern heißt es da „trial and error“, oder eben „try and get lucky“.

    Apropos Lenker: Der FARR Gravel Lenker ist ein durchdachter und vor allem sehr komfortabler Drop-Bar Lenker mit gutem Handling und dem gewissen Etwas in Form des fest verschweißten Haltebogens. Durch den Flare macht er besonders im Gelände Spaß. Die Haltebügel sind besonders auf langen Touren eine richtig angenehme Abwechslung.

    Alle drei Produkte lassen nicht nur eine, sondern viele verschiedene neue Haltungen und Griffpositionen auf dem Fahrrad zu und können deswegen für alle Bikepacker und Langstreckenfahrer*Innen eine echte Bereicherung sein.

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