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Premium Stahlrad aus Bayern: Rennstahl 853 Gravel im Test.

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Räder aus Aluminium und Carbon gibt es viele. Aber auch Stahl kommt seit einiger Zeit wieder in Mode. Gutes Stahl hat seinen Preis. Das wird beim 853 Gravel von Rennstahl besonders deutlich. Kann das Gravelbike diesem hohen Preis gerecht werden?

Inhalt

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Elegant, schlicht und einfach.

Allgemeines

Rennstahl Bikes klingt erstmal irgendwie martialisch, vor allem aber auch deutsch. Die kleine Fahrradmanufaktur aus Garching bei München gibt es seit etwa 15 Jahren. Der Bruder des Unternehmens hat den gleichen Sitz und trägt den Namen „Falkenjagd Titan Bikes“. Das Unternehmen besteht aus nur einer Handvoll Leuten, allesamt fahrradbegeistert. Alle Räder werden von den Ingenieuren des Teams in mühevoller Kleinarbeit am Computer konstruiert und dann zur Produktreife entwickelt. Eigentlich kurios, dass ein so kleines Unternehmen mit Direktvertrieb im Zirkus der Fahrradindustrie überleben kann. Das liegt mit Sicherheit auch an der Bandbreite der Produkte. Neben Reiserädern, Gravelbikes und Mountainbikes bietet das Unternehmen eigentlich für jeden Einsatzzweck das richtige Rad. Viele Räder gibt es auch als E-Bikes. Außerdem kann man das ganze Sortiment ziemlich genau auf seine Bedürfnisse anpassen. Quasi ist es möglich sich sein eigenes Custom-Bike am Computer zu Hause zusammenstellen. Insgesamt kann man sich zwischen 50 Modellen entscheiden. Ich habe das 853 Gravel ausgewählt. Warum? Das ist eine lange Geschichte, die ich hier nur anreißen werde. Die ausführlichen Gedanken dazu sowie die Geschichte der Abholung direkt beim Hersteller findest du in Ausgabe #7 des lifeCYCLE Magazine.

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Innen verlegte Bremsleitungen. Der Schaltzug hingegen verläuft außen..
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Die Gabel aus Carbon fügt sich ideal ins Gesamtbild ein und bietet links wie rechts eine Öse, zum Beispiel für ein Schutzblech.
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Hier ist noch Platz für einen dritten Flaschenhalter. Praktisch.
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Sinnvolles und schönes Detail. Durch diese „Rennstahl-Brücke“ passen auch 650b-Laufräder rein.

Unser Testbike: Rennstahl 853 Gravel

Ich habe mich für das 853 Gravel Rad entschieden. Warum? Nun ja, die wesentlichen Faktoren waren die universellen Einsatzgebiete, die vielen Anbauoptionen und das enorm elegante Erscheinungsbild. Aber jetzt mal der Reihe nach: Wofür steht die 853? Die steht für die Klassifizierung des verwendeten Stahls. Beim 853 Gravelbike kommt genau dieser zum Einsatz. Er bildet die höchste Klasse dieses Materials aus. Damit sind seine Eigenschaften weitaus besser als beispielsweise die der sonst üblichen CroMo-Legierungen. Überhaupt besticht Stahl durch bessere Absorption von Stößen und damit mehr Komfort. Der zweite wesentliche Aspekt ist die Möglichkeit, 650B-Räder einbauen zu können. Damit kann man sich nicht nur auf Wirtschaftswegen und Kiesstraßen fortbewegen, sondern auch richtig anständig über Singletrails bügeln und vor allem sehr voluminöse Reifen montieren.

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Sram Force 1X11. An Gravel-Bikes fast Standard und das völlig zu Recht.

Setup

Insgesamt besteht unser Bike aus vielen verschiedenen Teilen, aber von ziemlich wenigen Herstellern. Da das Rennstahl 853 Gravel durchaus als Premium-Bike gelten kann, wurden auch nur Premium-Anbauteile verbaut. Syntace liefert alle Komponenten um Lenker und Sattel (Vorbau, Lenker, Sattelstütze). Naben von Tune werden kombiniert mit Felgen von Stans No Tubes, darauf aufgezogen sind die Schwalbe G-one Reifen mit 35 mm Breite. Obwohl es gleich bei der Bestellung möglich ist, sich für 650B zu entscheiden, wollte ich erstmal auf 28 Zoll großen Rädern rollen. Da ich am besten auf dem SQ-Lab Sattel 611 sitze, haben ich ihn gleich mitgebracht. Da mir das original Lenkerband von Selle Italia irgendwie gleich bei der ersten Probefahrt unschön aufgefallen ist (Kork ist einfach nicht mein Ding) habe ich das bewährte Supacaz Super Sticky Kush Band drauf gewickelt.

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TUNE Naben kannte ich vorher nur vom Hören-Sagen. Jetzt weiß ich, warum sie alle haben wollen: Sie fahren sich wie zartschmelzende Butter.

Ausstattung und Geometrie

Durch das Baukasten-Prinzip auf der Rennstahl-Seite kann sich jeder individuell sein Wunschrad, zumindest erst einmal online, zusammenschrauben. Bei meinem Bike habe ich mich bewusst für die SRAM Force 1X11 Schaltung entschieden. Sie glänzt durch Langlebigkeit, Style und vor allem ist sie einfach einfach. Seitdem ich einmal mit dieser Schaltung unterwegs war, will ich vorerst nichts mehr anderes. Mit einer Übersetzungsbandbreite von 420 Prozent steht man auch in Sachen Vielseitigkeit einer Doppel-Kurbel kaum nach.

In Sachen Geometrie war es eine schöne Überraschung, dass ich so entspannt auf dem Rad sitze. Trotz leichter Überhöhung (Sattel zu Lenker) von 6 Zentimetern, fühlt es sich an, als sitzt man fast aufrecht. Klar, die Geometrie ist eher Endurance als Race, aber dass man so bequem auf dem Rad sitzt ist doch selten. Fürs Gelände ist diese Sitzhaltung vor allem auch wegen der geringen Streckung ein absoluter Vorteil. Das sorgt für mehr Kontrolle.

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Gravel-Downhill: Mit dem Rennstahl 853 Gravel ein Riesenspaß.

Was auf jeden Fall noch erwähnenswert ist, sind die innenverlegten Züge. Bis auf den Schalt-Bowdenzug verlaufen alle Kabel innen. Das lässt das gesamt Bike noch einmal puristischer wirken. Was hingegen gar nicht puristisch ausgefallen ist, sind die vielen Ösen für Anbauteile. Sowohl für Gepäckträger, als auch Schutzbleche und sogar für einen dritten Flaschenhalter gibt es Bohrungen. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit einen Ständer fest ans Rad zu schrauben. Das sieht zwar nicht unbedingt super schick aus, macht das Rad aber dafür universell einsetzbar.

Alle Infos direkt und den Baukasten gibt es hier: http://www.rennstahl-bikes.de/de/produkte/rennraeder/853-gravel/.

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Ausstattung

  • Preis: ab 3.487 Euro
  • Gewicht: 8,2 kg (inkl. Pedale )
  • Rahmen: Stahlrahmen aus 853 Reynolds Rohren
  • Rahmengrößen: S, M, L, XL, XXL
  • Lenker: Syntace Racelite 42 cm
  • Vorbau: Syntace F109
  • Sattelstütze: Syntace P6
  • Bremsen: SRAM Force 160/160 mm
  • Schaltung: SRAM Force 42/10-42
  • Kurbeln: SRAM Force 42 Zähne 175 mm
  • Schaltwerk: SRAM Force langer Käfig
  • Kassette: SRAM XG-1175, 11-Gang
  • Kette: SRAM PC 1170
  • Naben: TUNE King Kong
  • Felgen: Stans No Tubes Crest MK3
  • Reifen: Schwalbe G-One700c x 35 mm

Geometrie

SMLXLXXL
Sitzrohrlänge47 cm53cm55 cm58 cm61 cm
Oberrohr horizontal530 mm550 mm565 mm585 mm625 mm
Kettenstrebe425 mm425 mm425 mm427 mm430 mm
Tretlager Überhöhung72 mm71 mm70 mm69 mm69 mm
Lenkwinkel72,5 Grad72 Grad72,5 Grad73 Grad73 Grad
Sitzwinkel74 Grad73,5 Grad73,25 Grad73 Grad73 Grad

Die erste Testfahrt

Wie es in der Frühlings-Ausgabe 2019 des lifeCYCLE Magazine ausführlich geschrieben steht, hatte ich das Vergnügen, das Rennstahl 853 Gravel gleich ohne Beschnuppern über 220 Kilometer zu testen. Da ich eigentlich nie solche langen Distanzen am Stück zurücklege – meist fahre ich eher um die 100 – war der erste Ritt eine ziemlich krasse Herausforderung. Jedenfalls war das meine Vorüberlegung. Die Teststrecke schickte mich dann sowohl über Straße (70 Prozent), als auch Waldwege (20 Prozent) und auch ein paar Singletrails (10 Prozent). Das Einrollen, raus aus München in Richtung Norden, fühlte sich gleich ziemlich gut an. Die relativ breiten Reifen rollten wahnsinnig gut und komfortabel über die Radwege. Ebenso super fühlten sich die ersten Schotterpisten entlang eines Kanals an. Der Track war so optimal geplant, dass immer, wenn ein Untergrund langweilig oder anstrengend wurde, ein anderer auftauchte. Das Fazit nach 220 Kilometern: WOW! Ich fühlte mich in keiner Weise so erschöpft und verspannt wie ich es nach zehn Stunden im Sattel vermutet hätte oder von früheren langen Strecken kannte.

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Auch Bergauf macht das Premium Gravelbike Bock.

Der Langzeittest

OK, ein neues Rad, für das man viel Geld ausgegeben hat, das muss sich doch toll anfühlen, oder? Aber was ist wenn die erste Euphorie schwindet? Das ist auch in den Monaten danach nicht passiert. Nachdem ich zu Hause war und der Frühling endlich in die Vollen ging, steigerte sich mein Wochenpensum fast automatisch. Ich hatte einfach so ein krasse Lust auf Fahrradfahren, dass ich das manchmal selbst nicht so ganz kontrollieren konnte. Die Gründe dafür waren schnell ausgemacht: Zum einen hatte ich mich schnell an die neue Sitzhaltung gewöhnt. Durch das aufrechtere Sitzen machte jede Einheit plötzlich mehr Spaß. Dabei spielte es keine Rolle, ob ich eine Stunde oder drei Stunden im Sattel saß. Es war und ist absolut bequem. Neben der entspannten Haltung auf dem Rad verschaffen mir auch die hochwertigen Komponenten und der Rahmen ein wahnsinniges Komfortgefühl. So lässt es sich auf jeden Untergrund sehr angenehm fahren.

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Auch On-Road rollt das Rad erst Sahne.

Das Überragendste ist aber für mich die gewonnene Freiheit, mir jeden Weg aussuchen zu können. Mit dem Rennrad war ich irgendwie auf Asphalt gefangen. Selbst mit 28 mm breiten Reifen huckelte ich mir den Wolf auf unbefestigten Wegen. Allein die sieben Millimeter breiteren Reifen führen dazu, dass ich meine Umwelt völlig neu erfahren kann. Es macht Spaß neue Routen auf Komoot zu bauen und mir keine Gedanken machen zu müssen, ob ich mal vom richtigen Weg abkomme. Ich freue mich fortan über jeden Pfad, der mich in den Wald führt. Natürlich hat das grundlegend erst einmal nichts speziell mit dem 853 Gravel zu tun. Aber es hat auf jeden Fall einen Einfluss auf die Gesamtbewertung. Gleiches gilt für die nächste lange Fahrt über 160 Kilometer bei 2.200 Höhenmetern. Damit will ich Gewissheit haben, ob der Zauber auch bei der zweiten langen Tour noch da ist. Feuer, Zauber, Euphorie, ja, das alles ist auch diesmal mit von der Partie, aber auch Trauer. Am Ende Tages bin ich ein wenig geknickt, dass der Track schon zu Ende ist und ich absteigen muss.

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Singletrails? Kein Problem!
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Auch kleine Sprünge musste ich nicht scheuen.

Einen Offroad Test wollte ich dann doch nochmal durchführen. Wie viel geht mit dem Bike und was geht nicht mehr? Zu diesem Zweck habe ich verschiedene Untergründe bewusst herausgesucht und getestet. Eigentlich waren sämtliche Bodenverhältnisse unter den Reifen die man sich vorstellen kann. Waldwege, Kiesstraßen, Wurzelteppiche, Singletrails, vorblockte Abschnitte, alles war dabei. Je mehr Luft ich aus den Reifen entweichen lies, um so besser kamen ich und das Rad mit rauen Untergründen zurecht. Wenn ein Singletrail mal etwas ruppiger ist, dann macht das am Anfang noch Spaß, nach einem Kilometer wird es langsam anstrengend und irgendwann will man, dass es dann auch mal wieder seichter zur Sache geht. Insofern kann man mit dem Rennstahl 853 Gravel jeden Untergrund beackern, allerdings nicht unendlich lang. Am meisten Spaß machen glatte Waldpfade, Schotterpisten und breite Wanderwege. Schluss ist definitiv bei gewaltigen Anstiegen mit losem Untergrund. Entweder man hat das Gefühl gleich nach Hinten umzukippen, oder verliert die Traktion beim Nachvornelehnen. Die 650b Laufräder sind bereits bestellt. Mal sehen was damit dann geht.

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Da fühlt sich das Rennstahl 853 Gravel einfach am wohlsten: Gravel.

Fazit

Es fällt mir schwer beim Rennstahl 853 Gravel ein objektives Fazit zu ziehen. In einem Satz: Es ist das beste Rad, auf dem ich je gefahren bin. Nach nun 1.200 Kilometern auf verschiedenen Untergründen möchte ich es nie wieder hergeben. Was genau dieses Rad zur Nummer eins für mich macht? Es ist ein Mix aus der durchdachten Rahmenkonstruktion, dem hervorragenden Material, aus dem es gefertigt wurde, den erstklassigen Anbauteilen und dem eleganten Erscheinungsbild. Dazu kommt das schwerelose Fahrgefühl und der Sinn nach Freiheit, den es mir gibt.

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Martin Staffa

Martin Staffa

Martin hat die Leidenschaft für Fahrräder von seinem Vater geerbt, der in der ehemaligen DDR auf der Bahn mit starrer Nabe unterwegs war. Seit über zwölf Jahren ist er nun fast täglich auf schnellen und schmalen Reifen unterwegs. Aktuell schreibt er seine Masterarbeit zum Thema Lastenfahrräder und lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Waimar.

5 Kommentare zu „Premium Stahlrad aus Bayern: Rennstahl 853 Gravel im Test.“

  1. Hallo Martin,
    schöner Bericht, der Lust auf mehr macht.
    Ich überlege mir auch das Rennstahl zu holen. Daher würde mich interessieren, was für einen 650B-Satz Du Dir geholt hast und Deine Erfahrungen damit sind. Hattest Du mal beim Konfigurieren des Rades, daran gedacht, die Titan-Teile (Sattelstütze, Vorbau etc.) anbauen zu lassen? Siehst Du darin einem Mehrwert?
    Zudem würde mich auch interessieren, wie Du das Rad zu den anderen, von Euch gefahrenen Rädern, einordnest.
    Besten Dank für die Beantwortung meiner Fragen.
    Viele Grüße und schöne Ostertage
    Thorsten

    1. Hey Thorsten, Danke zuerst für dein Lob!
      Wie im Heft Nummer 8 geschrieben steht, hab ich mir bei meinem Kumpel Ingo von enjoyyourbike.de genau den gleichen Laufradsatz aufbauen lassen, der schon dabei war, nur eben in 650B. Also mit Stans No-Tubes Felgen (Crest MK3) und Naben von Tune (King-Kong). Das hab ich so gemacht weil Ingo mir dazu geraten hat. So gibt es zu 98% keine Schwierigkeiten beim Wechseln. Wenn man verschiedene Naben benutzt, kann es mit der Scheibenbremse immer mal hakeln und man muss sie dann neu einstellen.
      Ich habe auch wirklich lange überlegt, ob man den zweiten LRS jetzt wirklich braucht. Ich bin für mich zu dem Ergebnis gekommen: Ja! Für meinen Anwendungsfall (1LRS für Rennrad (32mm Reifen) 1 LRS für Offroad) passt das super. Im Winter hatte ich ihn fast immer drauf. Ich hab aber auch kein MTB. Das ersetzen die 650B Laufräder nur bedingt, aber in unserer Gegend hier reicht es aus. Ich würde sagen, wenn du das Rennstahl als reines Gravelbike, also mit 40mm Reifen (oder so) nutzt, brauchst nicht unbedingt einen 650B LRS.
      Zu den Titan Anbauteilen kann ich dir leider nicht viel sagen. Bei mir war das Budget mehr als ausgereizt. Deswegen stand das nie zur Debatte. Generell schwören viele darauf. Aber Die Teile von Syntace sind schon wirklich sehr sehr gut. Ich hab jetzt aus Neugier ein paar andere Lenker ausprobiert, kein Vergleich.
      Und zuletzt die Frage nach dem Vergleich zu anderen Rädern: Immer wenn ich auf das Rennstahl steige, fühle ich mich richtig wohl. Das liegt vermutlich vor allem an der entspannten Geometrie, dem sehr guten Stahl (kein Vergleich zu dem CrMo Zeug) und den hochwertigen Anbauteilen. Aktuell hab ich hier noch ein ungefähr gleichwertiges Rennrad aus Carbon zum ausprobieren. Auch ein super Bike, aber es erfüllt einen völlig anderen Zweck. Ich will lange entspannt und schnell Radfahren. Ob ich bei Sprints eine Sekunde langsamer bin, ist mir ziemlich egal. Derzeit denke ich darüber nach nächstes Jahr vielleicht wieder eine Langdistanz im Triathlon zu machen. Sogar dafür würde ich das Rennstahl benutzen. Im Antritt merke ich, dass es träger ist und mit 8,9 Kg ist es sicher für den Preis nicht das leichteste (obwohl bei Stahl vielleicht schon). Komfort und Fahrspaß machen das Rennstahl für mich aber wirklich zu meinem Lieblingsrad.

      Ich hoffe das hilft dir? Wenn du noch mehr Fragen hast, schreib mir gern nochmal hier, oder per Mail.

      Dir eine schöne Osterzeit und viele Stunden im Sattel,

      viele Grüße,

      Martin

  2. Hallo,
    mal eine Frage.
    Wog oder wiegt das Rennstahl Gravel 853 mit Pedalen wirklich nur 8,3 kg?
    Weiter unten im Kommentar sprichst Du von 8,9 kg… ich glaube, dass passt schon eher, oder?
    Ich überlege auch ob ich ein Stahlrad “Eins für alles” mir bei Rennstahl bestellen soll… (-;
    Wenn es also unter 9 kg “baubar” ist, mit den entsprechenden Carbonteilen … keine Titan… auch nicht in meinem Budget (-; wäre das echt die finale Kaufentscheidung für mich (-;
    Danke.
    Gruß Hubert

    1. Moin Hubert!

      Ich kann dir ehrlich sagen: Real kommst du mit dem Rennstahl 853 Gravel nicht unter 9 Kilogramm raus. Im absoluten Rohzustand ohne Pedale und anderen Anbauteilen kommt das vielleicht hin, aber auf keinen Fall so wie es im Fahrzustand ist.
      Als ich das Bike in München abgeholt hatte, konnte ich es nicht wiegen. Die Angabe von Rennstahl war damals 8,9 Kg. Dazu kamen bei mir noch diverse Flaschenhalter, schwereres Lenkerband, schwerere Reifen, Fahrrad-Navi, anderer Sattel etc. Da kommt schon schnell was zusammen. Ich bin aktuell so bei einem Gewicht von etwa 9,5 Kilogramm.

      Es ist in jedem Fall kein ultra-leicht Bike, aber es ist eben auch Stahl. Ich kann dir ehrlich sagen: Ich saß noch nie so gut auf einem anderen Fahrrad. Erst vorletzte Woche hab ich mit dem Rennstahl 853 Gravel eine Bikepacking-Tour gemacht, also voll beladen. Am ersten Tag 240KM mit etwa 2.100HM. AM zweiten Tag nochmal 130KM mit 1.200HM. Es ging über Straße, Schotter und Waldwege. Ich hatte Pirelli Cinturato Velo in 32 mm drauf, die eine gute Mischung aus Haltbarkeit und Rollwiderstand bieten. Und es hat einfach nur mega Spaß gemacht. Eben, weil es so krass bequem ist. Ich hatte keine Knie-, Rücken- oder Nackenschmerzen.
      Vorgestern bin ich eine 50 Kilometer Runde bei meinen Eltern gefahren, da ist es relativ flach. Da konnte ich ohne weiteres nen 29,5er Schnitt rausholen. Das Rennstahl kann also auch schnell 🙂

      Was ich damit sagen will: Wenn du ein super leichtes Bike suchst, dann ist das Rennstahl sicher nicht das Beste. Wenn du aber eins für alles willst, was robust ist und eben aus Stahl, dann sollte das schon passen. Besonders beim Bikepacking relativiert sich das Gewicht des Fahrrads ja mit jedem Zelthering den du dabei hast.

      Ich hoffe das beantwortet deine Frage!

      Grüße

      Martin (Staffa)

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