#einautoweniger mit Thomas Wenn: Wir fahren mit euch zur Arbeit – Tag 1, Spätschicht

#einautoweniger mit Thomas Wenn: Wir fahren mit euch zur Arbeit – Tag 1, Spätschicht

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Thomas Wenn wohnt in Würselen, nahe der Deutsch-Niederländischen Grenze. Und genau die überquert er beim Pendeln mit seinem Rad täglich zweimal. Wir haben ihn dabei begleitet und uns währenddessen seine spannende Radler-Geschichte angehört.

Das warme Büro der Finanzverwaltung war in diesem Moment eine ernstzunehmende Alternative zu dem, was mich draußen erwartete: Die verstopften Rushhourstraßen von Recklinghausen wurden nicht schöner dadurch, dass das Elend in Nieselregen gehüllt und von dem einsetzenden Morgengrauen langsam in seiner vollen Pracht sichtbar wurde. Die verschwitzte Bekleidung, die Kälte und das Wissen über rund 220 Kilometer, die heute Abend auf meinem Tacho stehen würden, machten es meinem Kopf nicht einfacher, sich von Brötchen und Axel zu trennen. #einautoweniger – Tag 1: Die Spätschicht mit Thomas Wenn ruft.

Was mit das Pendeln mit dem Rad bedeutet? Dafür gibt es keine ganzen Sätze, nur ein paar Hashtags: #Wachwerden #Tutgut #Umweltbewusstsein #Natur #KlareGedankenfassen #Wetter! #EinAutoweniger #Fitness #Abschalten.

Thomas Wenn

#einautoweniger: Auf zur Spätschicht


Es half ja nichts. Normalerweise kann ich allem immer irgendwie etwas Gutes abgewinnen, solange ich auf dem Fahrrad sitze. In diesem Moment und in den folgenden Stunden stellte ich meinen Plan gehörig infrage. Was nicht zuletzt an meiner gewählten Route lag. So sehr ich ja den Ruhrpott und seine Umgebung mag – diese Strecke durch Duisburg, Krefeld und Mönchengladbach war einfach nicht schön. Dazu kam ein unangenehmer Gegenwind, der das Ganze noch anstrengender machte, als es ohnehin schon war. Ich war mir nicht sicher, ob ich es schaffen würde, rechtzeitig zum Feierabend bei Thomas zu sein. Also verkniff ich mir jegliche Pause und strengte mich an, einen vertretbaren Schnitt zu halten. 

Gegen Nachmittag wendete sich das Blatt. Die Sonne lugte ab und an hinter den Wolken hervor und ließ die klatschnassen Straßen in gleißendem Licht erstrahlen. Dazu veränderte sich auch meine Route: Die Straßen wurden kleiner, bis ich auf einen malerischen Radweg abbog, der sich neben einem kleinen Fluss, der Würm, entlang schlängelte. Fast schon idyllisch im Gegensatz zu heute Morgen. In Geilenkirchen stand fest: Ich war keineswegs zu langsam, sondern würde viel zu früh im Industriegebiet Avantis an der Deutsch-Niederländischen Grenze ankommen, wenn ich mir nicht extrem viel Zeit nehmen würde. Also gönnte ich mir einen ausgiebigen Stopp beim Bäcker und die ein oder andere Foto-Pause.

Nachhilfe in Sachen Medizin


Trotzdem war ich überpünktlich, als ich vor einem leicht futuristischen Bau, Marke „Energiespar-Studie“ im großen Industriepark ein Koga mit Dropbar entdeckte. Ob das von Thomas ist? Ein kurzer Anruf und ich wusste, dass ich richtig war und pünktlich zum #einautoweniger Feierabend. Thomas Wenn bat mich herein und stellte mir die fünf Mitarbeiter seiner Abteilung vor, die er – zu Neudeutsch – als „Head of Desktop Publishing Department“ leitet. Dass überall Döschen mit Pillen herumstanden verwunderte mich nur solange, bis Thomas mir erklärt hatte, wo ich hier eigentlich gelandet war: Er arbeitet für die Dr. Rath Foundation, die Nahrungsergänzungsmittel herstellt und sich in der Forschung wissenschaftlich begründeter Naturheilverfahren und damit verbundener Aufklärungsarbeit engagiert. 

17.30 Uhr – Feierabend, #einautoweniger Tour, Tag 1. Draußen dämmerte es bereits kräftig und es fühlte sich verdammt kalt an, als wir das Büro verließen. Rund zwölf Kilometer warteten auf uns. Thomas wohnt und lebt in Deutschland, pendelt jeden Tag „rüber“, was aber dank Schengener Abkommen überhaupt kein Problem ist. Ehrlich gesagt merkte ich gar nichts von der Grenze. Allenfalls fiel auch, dass die Radwege auf der deutschen Seite merklich weniger wurden. Wir verließen das Industriegebiet, überquerten die große Autobahn und rollten über ein paar kleine Straßen und Radwege in Richtung Deutschland.

Zeit, sich ein bisschen zu unterhalten – natürlich wollte ich von Thomas wissen, warum er diese Strecke mit dem Fahrrad nimmt. Seine Antwort hatte ich so nicht erwartet. Tatsächlich fuhr er früher schon Mountainbike. Doch er hatte dieses Hobby aus den Augen verloren. Hatte zu rauchen begonnen und verdammt viel Stress auf der Arbeit. Bis er mit 42 viel zu früh einen Hinterwandinfarkt erlitt. Ein gehöriger Warnschuss, den Thomas laut und deutlich gehört hatte. Er erinnerte sich an dieses Fahrrad in der Garage und begann wieder, damit zu fahren. Heute ist sein Fahrrad nicht mehr aus seinem Alltag wegzudenken, denn er nutzt es täglich, um damit zur Arbeit zu fahren. Das Mountainbike tauschte er Ende 2018 gegen einen Koga „Beachracer“ – typisch Holländisch.

Das Bike schließt er vor dem Büro ab, wo immerhin Fahrradständer sind. Ansonsten wurden in der Zukunftshaus-Studie leider sämtliche Vorrichtungen für klimaneutrale Pendler vergessen. Keine Umkleiden, keine Duschen. Dank toleranter Kolleginnen darf Thomas sich aber in der geräumigen Damentoilette gegenüber von seinem Schreibtisch umziehen und hofft derweil darauf, dass sein Arbeitgeber sich endlich von der Firmenbike-Idee überzeugen lässt – das wäre nämlich ein gutes Argument, um seine Frau von der Notwendigkeit eines weiteren Rades zu überzeugen. Thomas ist begeistert vom Radpendeln – die öffentlichen Verkehrsmittel sind für ihn absolut keine Option. Sein Doc kann es auch kaum glauben: Die Spuren der Krankheit sind völlig verschwunden. Das Fahrrad bereichert das Leben von Thomas in vielerlei Hinsicht.

Mittlerweile haben wir wieder das Würmtal erreicht, in dem es quer durch einen Wald kräftig berghoch geht, bevor wir Thomas Wohnort Bardenberg erreichen, wo ich mit heißem Linseneintopf verwöhnt werde und mich mental auf die letzten dreißig Kilometer des Tages freuen kann. Mein Ziel: Das Industriegebiet Düren-West, wo ich mir ein billiges Hotelzimmer gebucht hatte. Danke Thomas, fürs Mitnehmen und für die bewegenden Einblicke in dein Pendler-Leben.

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