Fahrrad schieben statt Fahrrad fahren. Typisch für das Navad 1000.
Ein auf und ab: Das Navad 1000 ist in den richtigen Bergen. Bild: Aus dem Film.

Lael Wilcox: Ausnahme Sportler(in) und Ausnahme Sympathieträger(in) bei einem Ausnahme Event.

Wahnsinn! Wer Lael Wilcox noch nicht kennt und dann kennenlernt, dem fällt sicher kein anderes Wort für sie ein. Gleiches gilt für das Event (mittlerweile nennt es sich „The HOPE 1000“) selbst. Wahnsinn! Es gilt quasi die Schweiz einmal komplett zu durchfahren und das vor allem Offroad. Das ergibt am Ende über 1000 Kilometer, knapp 30.000 (ja genau dreißig-tausend) Höhenmeter und dafür hat man gerade einmal 12 Tage Zeit. Für Lael Wilcox (Ultra-Distance-Pro) spielen diese 12 Tage Cut-Off natürlich keine Rolle, trotzdem muss sie natürlich ziemlich kämpfen. Immerhin fährt sie um den Sieg – nicht um den ersten Platz unter den Frauen, nein um den ersten Platz over all.

Zwischen den Felsen, auf knapp unter 2000 Meter Höhe.
Schnee und Eis, Steine und Trails. Beim Navad 1000 gibts so ziemlich alles. Bild: Rugile (Rue) Kaladyte

Story


Sind wir ehrlich: Filme prominenter Radfahrer, welche an Events teilnehmen, sind immer mehr oder weniger im selben Schema arrangiert. Zuerst ein Zusammenschnitt der eindrucksvollsten Szenen (ein wenig Dramatik wird da schon angedeutet), eine Einführung und Vorstellung des überaus charmanten und netten Hauptdarstellers inklusive des Events, gefolgt von dem Aufzeigen der Strapazen, mit allen Höhen und Tiefen bis das Ziel erreicht wird. Um ordentlich Eindruck zu schinden, werden hier und da noch die zurückgelegten Kilometer und Höhenmeter eingeblendet. Ziemlich genau so, ist auch I’m not Stopping. Aber es ist doch mehr.

Überall Berge, hinten und vorne. Und alle müssen bezwungen werden.
Schieben gehört beim Navad 1000 einfach dazu. Das weiß auch lifeCYCLE-Teammitglied …
Bild: Rugile (Rue) Kaladyte

Denn mit den andauernden O-Tönen der Protagonistin selbst, wird dieser Film und vor allem Lael Wilcox so unglaublich sympathisch, dass man sich am Ende fühlt wie ein alter Kumpel. Natürlich spielt auch der Wettkampf mit dem dauernd führenden Stepan Stransky eine wichtige Rolle. Mit diesem ist Lael auch noch während des gesamten Rennens in Kontakt. Aber am Ende geht es doch einfach nur darum, sich inspirieren zu lassen und die schönen Bilder zu genießen. Von uns aus hätte der Film auch gut und gerne noch zehn Minuten länger gehen können. Ein Fun-Fact zum Schluß: Einer aus der lifeCYCLE-Redaktion hat das Navad 1000 auch schon mal begonnen, dann aber eine Abkürzung genommen, aber trotzdem viel Spaß gehabt. Wer könnte es sein?

Aber auch mal fahren in herrlichster Kulisse ist das Navad 1000.
Bild: Rugile (Rue) Kaladyte

Über die Protagonisten


Lael Wilcox! Ein Ausrufezeichen hinter dem Namen ist bei ihr absolut gerechtfertigt. Sie wurde 1988 in Anchorage (Alaska) geboren. Erst mit 20 Jahren begann sie richtig Rad zu fahren. „Richtig“ heißt, sie machte eine Radtour, welche sie durch 30 Länder führte, in denen sie immer dann länger blieb, wenn das Geld knapp wurde und sie arbeiten musste. Insgesamt war sie über elf Jahre unterwegs und sammelte um die 160.000 Kilometer. Dann beschloss sie an sehr langen Radrennen teilzunehmen und gewann als erste Frau überhaupt das Trans AM Bike Race. In den weiteren Jahren stellte sie mehrere Rekorde auf, darunter bei der Tour Divide sowie der Baja Divide, zuletzt beim Silk Road Mountain Race. Sie gilt aktuell als beste Langstreckenfahrerin der Welt und nimmt vor allem an Bikepacking-Rennen teil.

Siegerpose in der Wüste. Beim Navad 1000 hat es aber nicht ganz gereicht.
Ein toller Mensch, eine wahnsinnige Sportlerin: Lael Wilcox.
Bild: Spencer Harding


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