Dieser Beitrag ist anders als alle, die wir je veröffentlicht haben. Kein Test, kein Reisebericht, keine Ausrüstungsfrage. Sondern ein Abschied. Nach acht Jahren lifeCYCLE Magazin – zuletzt in der Form eines ehrenamtlichen Kollektivs – endet dieses Projekt. Da wir nicht nur ein Team, sondern auch Individuen sind, kommen hier alle noch einmal einzeln zu Wort.
Liebe Leserinnen, Unterstützerinnen und Follower,
wir haben seit dem Erscheinen der letzten Ausgabe des lifeCYCLE Magazins an der Frage gearbeitet, ob und wie wir das Magazin nach der Kickstarter-finanzierten Ausgabe in die Zukunft tragen können. Am Ende kam dabei heraus, dass wir das Heft nicht finanzieren können, wenngleich wir die Arbeit an dem Heft gerne weiter gemacht hätten. Wir hatten eine gute Zeit und waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
Nun heißt es dann doch Abschied nehmen. Abschied von der Idee, Geschichten und Fotos rund um nachhaltige Fahrradabenteuer in einem hochwertig produzierten Magazin zu vereinen. Abschied von der Idee, das Magazin ehrenamtlich und durch ein Kollektiv getragen zu realisieren. Abschied von euch und somit auch Abschied voneinander – zumindest als lifeCYCLE 2.0 Kollektiv.
Da wir nicht nur ein Kollektiv, sondern auch Individuen sind, kommen wir hier nochmal einzeln zu Wort:

Stephan
Mehrfach habe ich angefangen, diese Worte zu schreiben – und jedes Mal wusste ich, dass sie nicht reichen würden. Was 2017 begann, findet nun sein Ende. Martin und ich hatten eine Vision: ein authentisches Fahrradmagazin. Kein Schicki-Micki, sondern Schweiß, feinster Gravel und jede Menge Herzblut.
Über sieben Jahre lang haben wir mit lifeCYCLE genau das gelebt. Ein Magazin geschaffen, das so anders war, wie es kein anderes je sein konnte. Und nun ist es tatsächlich zu Ende.
Man sagt, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Ich weiß nicht, ob dieser Moment jetzt gekommen ist. Aber ich weiß, dass all die Jahre der Magazinarbeit – und vor allem das, was als Kollektiv im letzten Heft entstanden ist – für immer einen besonderen Platz in meiner Erinnerung haben werden.
Wer weiß, vielleicht kommt irgendwann die Zeit für einen neuen Versuch. Denn eines liebe ich unendlich: den Duft von frischem Papier und einer darauf gedruckten, fesselnden Geschichte über das Radfahren.
In diesem Sinne sage ich: Tschau, danke und bis bald – am liebsten auf zwei Rädern!

Martin
Das war es also jetzt. 8 Jahre lifeCYCLE Magazin mit dem großen Finale eines großen Traums: Ein Magazin, das im Kollektiv erscheint, zweckorientiert und ganz im Sinne meiner Vision, etwas wirklich Nachhaltiges zu schaffen. Nun ist es aus. Idee gescheitert?
Auf den ersten Blick schon. Mein weinendes Auge. Vorbei ist vorbei. Keine Radreisen mehr für ein Magazin voller Geschichten. Kein Duft von frischem Druck mehr, wenn die neue Ausgabe ins Haus flattert. Keine regelmäßigen Videocalls mehr mit einem kleinen Team voller großer Visionen.
Und doch gibt es das lachende Auge. Es lacht über viele Jahre voller großartiger Erlebnisse. Unvergessliche Abenteuer wie meine #einautoweniger-Tour durch Deutschland, die Schokofahrten, Candy-B-Gravelers, mit dem Rad nach Schottland oder sogar bis nach Afrika. Ich habe wirklich großartige Menschen kennengelernt. Wir haben gezeigt, was mit dem Fahrrad alles geht. Mit diesem genialen Gerät, das so viele Lösungen bietet für allerlei scheinbar unlösbare Probleme dieser Zeit. Und dann war da natürlich immer wieder euer großartiges Feedback, das mir gezeigt hat: Wir haben das nicht umsonst gemacht.
Ich wollte mit diesem Magazin nie reich werden. Aber davon zumindest einen Teil meines Lebensunterhalts verdienen zu können, das wäre schön gewesen. Am Ende hat es zu viel Kraft gekostet und auch der neue Schwung der Community konnte diese Grundlast leider nicht stemmen. Mit purem Idealismus gegen Klicks und Reichweite anzustinken – dafür braucht es vermutlich eine Begabung, die wir nicht hatten.
Die vielen schönen Erinnerungen und das Wissen darum, dass sie konsequent alle zu 100 Prozent im Sinne der lifeCYCLE-Idee entstanden sind, machen mich dennoch rückblickend glücklich und ein bisschen stolz. Danke an alle, die das Magazin begleitet haben und ganz besonders an alle, die am großen Finale mitgewirkt haben – mit ihrer Arbeit, aber auch mit dem finanziellen Support. Es war eine tolle Zeit, auf die ich mit ein wenig Wehmut, vor allem aber mit großer Freude zurückblicke.

Lars
Ich bin dankbar, ein wenig zum lifeCYCLE beigetragen zu haben und werde das Magazin vermissen. Es war eine tolle Zeit! Vielen Dank an alle Unterstützer und Wegbegleiter dieses Projektes!

Marco
Als wir dieses Magazin in neuer Form gestartet haben, war da vor allem eine Idee und die Hoffnung, dass sich genug Menschen dafür begeistern lassen. Dass aus einer Vision ein echtes Heft werden könnte.
Dank der Kampagne ist genau das passiert. Eine weitere Ausgabe wurde möglich. Für einen Moment sah es so aus, als könnten wir lifeCYCLE langfristig weiterführen.
Am Ende hat es dennoch nicht gereicht, das Projekt wirklich zukunftsfähig zu machen. Finanziell und organisatorisch. Deshalb endet lifeCYCLE leider nach vielem Hin und Her hier.
Was bleibt, ist große Dankbarkeit. Für alle, die gelesen, unterstützt, geteilt, diskutiert und mitgearbeitet haben. Für jede einzelne Person, die gezeigt hat, dass unabhängiger, nachhaltiger Fahrradjournalismus Menschen erreicht.
lifeCYCLE war ein Experiment, ein Herzensprojekt und eine gemeinsame Reise. Schön, dass so viele Menschen Teil der Reise waren.

Simon
Vielen Dank für die Möglichkeit, einen kleinen Weg vom lifeCYCLE mit zu gehen und mit zu erleben, wie zusammen tolles Magazin entsteht. Auch wenn es jetzt kein Magazin mehr gibt, bleibt der Geist von Nachhaltigkeit, Abenteuer und Fahrradnutzung wo es nur geht. Schön war’s.

Jens
Dank eurer Unterstützung war es uns möglich, für euch nochmal ein tolles Magazin zu erstellen. Für mich persönlich war es eine tolle Erfahrung, mit so viel Rückhalt und Teamgeist ans Werk zu gehen und am Ende ein tolles Produkt nicht nur in den eigenen Händen zu halten, sondern auch an euch zu versenden. Das Feedback zum Magazin war Motivation genug, sich auch an eine weitere Ausgabe zu wagen. Storys und Ideen sind vorhanden, doch leider reichte der Support der Community allein nicht aus, wirtschaftlich zu arbeiten und ein nachhaltiges Fahrradmagazin auch nachhaltig zu etablieren und vor allem zu finanzieren.
So long and thanks for all the support.
Zieschla
Ein interessantes Projekt geht zu Ende. Ich durfte neue Menschen kennenlernen, etwas über die Arbeit an einem Magazin erfahren und kleine Abenteuer erleben. Ich danke euch allen von Herzen.
lifeCYCLE Magazin, 2017–2025



