Rondo hat mit seinem Erstlingswerk „Ruut“ für frischen Wind in der Gravelbike Landschaft gesorgt. Ist das „Vario Geo“ Konzept der polnischen Marke der große Wurf, bekommt man wirklich zwei Bikes in einem? Und was kann das moderne, stylische Rad sonst? Wir können es kaum erwarten, das endlich auszuprobieren. Hier ist unsere Version von einem Bike Test: Bring me back home!

Inhalt

  1. Unboxing – das erste mal Ruut
  2. First Look: Rondo Ruut Al Facts
  3. Technische Daten: Ausstattung und Geometrie
  4. Der Test: bring me back home – zurück zum Hersteller nach Danzig!

 

Unboxing: Rondo „Ruut Al“

 

First Look: Rondo „Ruut AL“ Facts

„Rondo Ruut AL – das schweizer Taschenmesser unter den Gravel Bikes“. So beschreibt Rondo seine Aluminium Version des Gravel-Neulings, der auf der letzten Berliner Fahrradschau im vergangenen März für Aufsehen sorgte. Dank seiner „Vario Geometrie“ soll es binnen Sekunden vom gutmütigen Tourer zum flotten Racer mutieren. Dazu besitzt es allerlei Schraubösen, die den Bike Packer glücklich machen werden, der zum Beispiel einen Gepäckträger montieren will. Rein theoretisch also die Eierlegende-Gravel-Wollmilchsau? „Und das Ganze zum Preis eines guten Whiskys“ tönt man bei Rondo weiter, nicht ohne heftig mit den Augen zu zwinkern.

 

In der Tat ist das „Ruut Al“ als günstigstes Modell der Reihe mit seinen 1899 Euro keinesfalls zu teuer geraten. Den robusten „Apex“ 1 x 11 Antrieb von SRAM haben wir wie die passenden Bremsen auch schon an teureren Rädern gefunden. Der Rest der Ausstattung ist schnörkellos zweckmäßig, die Reifen werden zumindest namentlich ihrem Einsatzzweck gerecht („Gravel King“), sämtliche Züge verschwinden fast wie beim teuren Carbon Bruder im Rahmen und auch sonst macht das Rad optisch einen richtig guten Eindruck. Nur ist es halt aus Aluminium. Der einzige Nachteil dürfte sein, dass man damit möglicherweise nicht 100% im Trend liegt aber das hat uns noch nie gejuckt, solange der Rest Spaß macht.

Dem „Ruut Al“ steht eine Prüfung bevor, an deren Ende wir euch sagen können, ob „Ruut“ ruled oder nicht.

Ob dem so ist, das kann uns kein Katalog und kein Rondo Ingenieur verraten. Da gibt´s nur eines, um es heraus zu finden: sich das Rad schnappen und losfahren. Genau das werden wir machen! Und zwar nicht einmal um den Kemnader See, soviel sei schon verraten. Dem „Ruut Al“ steht eine Prüfung bevor, an deren Ende wir euch sagen können, ob „Ruut“ ruled oder nicht. Nun aber erstmal einen „First Look“!

Rondo Ruut Al First Look lifecycle magazine

Das Herzstück der „Vario Geometrie“: dank dieses überdimensionalen Flip-Chips am Gabel Ausfallende soll sich die Geometrie markant beeinflussen lassen und das Rad vom Racer zum Tourer werden lassen. Oder umgekehrt.

Rondo Ruut Al First Look lifecycle magazine

Auch der Aluminium Rahmen kommt mit interner Zugverlegung, was dem ganzen Bike ein sehr cleanes Äußeres verleiht und die Leitungen gut geschützt vom bösen Gravel fern hält

Rondo Ruut Al First Look lifecycle magazine

Traurige Zeiten für Schweißraupen-Fetischisten sind das doch heutzutage. Das „Ruut AL“ hat mit diesem Material-Veganismus nix am Hut und kann Abhilfe schaffen. Von den Ausfallenden bis zum Bremsen-Flatmount: alles ist mit aluminium-typisch dick geschuppten Schweißräupchen miteinander verbunden

Rondo Ruut Al First Look lifecycle magazine

Wie war das noch, mit diesen polnischen Rockstars? Ein bisschen Bling-Bling muss jedenfalls sein. Und wenn´s nur bei den Naben ist. Und wer das mit dem Rockstar nicht versteht, der sollte sich auf jeden Fall unser erstes gedrucktes Magazin kaufen, wenn es Mitte November aus der Druckerei kommt;)

Rondo Ruut Al First Look lifecycle magazine

SRAM´s „Apex“ 1 x 11 Schaltung verspricht reibungslose Gangwechsel und klapperfreien Antrieb

Rondo Ruut Al First Look lifecycle magazine

SRAM´s „X-Sync“ Kettenblätter halten die Kette auch ohne Umwerfer oder Kettenführung dort, wo sie hingehört

Rondo Ruut Al First Look lifecycle magazine

Bei Rondo ist für jeden was dabei. Auch für Pink Freunde.

Nun muss es nur noch feucht und matschig werden, damit wir auch herausfinden können, ob der Grip des Panaracer „Gravel King“ auch wirklich königlich ist

 

Technische Informationen

Mehr Infos zu Rondo gibt´s unter rondo.cc

  • Preis: 1899 €
  • Gewicht: ca. 10 kg (Herstellerangabe)
  • Rahmen: Ruut Custom Formed AL6061-T6
  • Rahmengrößen: S, M, L, XL
  • Gabel: TwinTip Carbon
  • Lenker: Rondo Flare 420 mm (S), 440mm (M, L), 460 mm (XL)
  • Griffe: Velo Comfort Tape
  • Vorbau: Rondo 80 mm (S), 110 mm (M, L), 120 mm (XL)
  • Sattel: Fabric Scoop Flat
  • Sattelstütze: Rondo 350 X 27,2 mm
  • Bremsen: SRAM Apex
  • Schaltung: SRAM Apex
  • Kurbeln: SRAM Apex X-Sync 40t, 170 mm (S), 172,5 mm (M, L), 175 mm (XL)
  • Schaltwerk: SRAM Force 1
  • Kassette: SRAM XG1175 10-42t
  • Kette: SRAM PC1130
  • Naben: Rondo Superlight Sealed Bearings
  • Felgen: Rondo Alloy 622-21
  • Reifen: Panaracer Gravel King SX 700C x 43
High Position/Low Position S M L XL
Reach 373/381 mm 382/388 mm 391/397 mm 400/406 mm
Stack 533/534 mm 554/555 mm 582/572 mm 606/601 mm
Oberrohr effektiv 536/538 mm 551/553 mm 569/571 mm 584/586 mm
Kettenstrebe 420 mm 420 mm 420 mm 420 mm
Tretlager Überhöhung 70/74 mm 70/74 mm 70/74 mm 70/74 mm
Lenkwinkel 70,5/71 Grad 71,5/72 Grad 71,5/72 Grad 71,5/72 Grad
Sitzwinkel 73/73,5 Grad 73/73,5 Grad 73/73,5 Grad 73/73,5 Grad
Gabel Offset 45/55 mm 45/55 mm 45/55 mm 45/55 mm
Modell Preis
Rondo Ruut AL 1899,00 Euro
Rondo Ruut ST 2299,00 Euro
Rondo Ruut CF2 2999,00 Euro
Rondo Ruut AL 3699,00 Euro

 

Der Test: Rondo „Ruut AL“

Reden wir nicht lange drumherum: ein Rad muss man fahren, um etwas darüber sagen zu können. Und darum haben wir uns ein Testkonzept ausgedacht, welches genau dies garantiert. Zudem ist dieses Konzept äußerst nachhaltig. Wir haben das mal „Bring me back home“ genannt: wir bekommen ein Testrad und fahren es höchstpersönlich zum Hersteller zurück. Statt Paketdienst eine richtig schöne, lange Radtour!

Rondo´s „Ruut“ ist unser erster Testkandidat nach diesem Prinzip. Rondo Bikes kommen aus Danzig in Polen. Somit ist das Ziel klar. Und somit ist auch klar: einmal losgefahren gibt es keinen Weg zurück. Rund 1200 Kilometer wurden es am Ende. Hier ist die ursprünglich geplante Route, die am Ende zwar noch ein wenig angepasst wurde aber im Großen und Ganzen zeigt, was wir mit dem „Ruut AL“ angestellt haben.

 

Setup und erster Eindruck

Am Ende war es wieder eine knappe Kiste. Wenige Tage vor der Abfahrt trudelte das Rondo endlich bei mir ein. Es blieb gerade genug Zeit, um eine kurze Runde zu drehen und um zu checken, ob soweit alles passt und funktioniert. Wie das Ganze dann aber voll beladen sein würde, das sollte sich tatsächlich erst unterwegs herausstellen.

Vorab wusste ich nur Folgendes: Größe M passt mir als klassischer M-Typ (175 cm Körpergröße, Schrittlänge 77,5 cm) sehr gut. Das Rondo wirkt auf mich recht kompakt und sehr komfortabel, keinesfalls racemäßig gestreckt, wobei ich in der „Low“ Position starte. Das heisst: der Flip-Chip an der Vorderradaufnahme ist so eingestellt, dass das Rad tendenziell etwas entspannter ist.

Ansonsten bin ich erstmal soweit glücklich mit allem. SRAMs 1 x 11 Schaltung mag ich ohnehin und selbst der Sattel (normalerweise fahre ich immer nur mit meinem eigenen Sattel!) macht den Eindruck, als könne ich darauf ohne größere Schmerzen 1200 km durchhalten. Wir werden sehen. Einzig in Sachen Bereifung bin ich durchaus ein wenig skeptisch: Zwar steht „Gravel King“ drauf, das Profil ist aber zurückhaltend ausgeprägt und irgendwie wirkt der Reifen nicht über die Maßen durchschlagsicher, was aber nur so ein Gefühl ist.

 

„Einzig in Sachen Trinkflaschen Befestigung war man ein bisschen geizig: keine Ösen am Unterrohr und auch keine an der Gabel. Also muss eine Flasche reichen, die ich so gerade eben unter die Rahmentasche gequetscht bekomme.“

 

Die Bike-Packing Ausstattung

Die Alu Variante des „Ruut“ ist wie geschaffen für eine Bike Packing Tour. Wer richtig lange unterwegs sein will, freut sich über diverse Befestigungspunkte für Gepäckträger und Schutzbleche aber auch für das leichte Bike Packing Geschirr ist die robuste und günstige Ausstattung des Bikes wie geschaffen. Ich habe mich aufgrund der überschaubaren Distanz für eine leichte Ausstattung bestehend aus Satteltasche, Rahmentasche und Lenkerrolle entschieden, die von Topeak kommen. Besonders spannend ist der Inhalt der Lenkerrolle: das Topeak Zelt „Bikamper“ nutzt das Bike als Stabilisator und kommt ganz ohne Zeltgestänge aus. Ziemlich cool finde ich auch die „Ninja“-Werkzeug-Serie von Topeak, die ich einmal ausgiebig testen werden. In einem kurzen Video zeige ich euch, wie ich das „Ruut“ für seine Testfahrt aufgerüstet haben.

Bleibt noch zu erwähnen, dass die Montage des ganzen Gepäcks super funktionierte. Die klassische Rahmenform ermöglicht das Befestigen sämtlichen gängigen Bike-Packing Zubehörs und wenn ich wollte, könnte ich sogar einen richtigen Gepäckträger und Schutzbleche anbauen. In meinem Fall übernehmen die Spritzschutzfunktion Taschen von Topeak. Einzig in Sachen Trinkflaschen Befestigung war man ein bisschen geizig: keine Ösen am Unterrohr und auch keine an der Gabel. Also muss eine Flasche reichen, die ich so gerade eben unter die Rahmentasche gequetscht bekomme. Den Rahmen gibt es ja auch noch in einer Carbon Version. Wer öfter Bike Packing betreibt, für den sind die Alu- und Stahlmodelle aber sicherlich die besseren.

Beim ganzen Zusammenbau hat mich nur eine Sache etwas genervt. Und zwar das Vorderrad bzw. die vordere Nabe. Diese glänzt zwar in tollen Farben, stellt aber dennoch meine Geduld auf eine Probe: im Inneren ist eine kleine Hülse verbaut, die jedoch so locker sitzt, dass sie verrutschen kann. Das macht sie auch, sobald man das Rad an seinem Bestimmungsort platziert und so wird es zu einem fummeligen Geduldsspiel, die vordere Achse hindurch zu schieben. Am Ende ging es am besten mit dem wohldosierten Einsatz leichter Gewalt, auf die ich aber lieber verzichten würde.

 

Rondo Ruut AL Bike Test

Erster Fotostopp: Rund 50 Kilometer hat das Rondo hier auf dem Emscher Radweg hinter sich. Noch ist alles gut. Wird es so bleiben?

Rondo Ruut AL Test

Mehr als die Hälfte der Tour musste ich keinen Gedanken an die Technik verschwenden und konnte mich darauf konzentrieren, schöne Fotos von einem schönen Fahrrad zu schießen…

 

Erster Test: die Offroad-Tauglichkeit

Da meine erste Etappe schon in Münster endete und mir irgendwie zu „billig“ erschien, legte ich sie ein wenig offroad-lastiger an, als den Rest der Tour. Einige der Trails kannte ich auch schon vom Mountainbiken, schließlich fuhr ich ja zuhause los. Und so ging es ziemlich steil hinauf über teils breite Wirtschaftswege, teils enge, schlammige Singletrails. Soweit machte das viel Spaß.

 

Rondo Ruut AL Test

Schlamm sind nicht die Paradedisziplin des Panaracer Reifens. Auf Gravel und Sand macht er hingegen einen guten Eindruck. Nur hier am Strand müssen Reifen und Fahrer passen;)

 

Die Reifen sind jedoch, wie der erste Eindruck vermuten ließ, nicht für schlammigen Boden gebaut. Heisst ja auch „Gravel King“, nicht „Mud King“. Außerdem kommt 1 x 11 in Kombination mit schwerem Bike-Packing Rad irgendwann an seine Grenzen, so dass ich einige Male zähneknirschend schieben musste. Darüber hinaus macht dieses Fahrrad auch im technischen Gelände echt viel Spaß. Da ist definitiv mehr drin, als einfach nur Gravel!

 

Rondo Ruut AL Test

Etappe 1: über enge Trails auf den „Ebberg“ bei Witten.

 

Starkes Bike für lange Touren?

Besonders die zweite und dritte Etappe meiner Tour bestätigten, dass das „Ruut“ tatsächlich auch auf langen Touren gut aufgehoben ist. Beide Etappen waren um die 200 km lang, so dass ich den ganzen Tag auf dem Rad saß. Zudem waren die Bedingungen aufgrund extrem eintöniger und teils nerviger Straßenverhältnisse etwas zermürbend. Da können irgendwann selbst Kleinigkeiten richtig nerven. Doch mir fällt nichts ein, was ich hier erwähnen könnte, selbst die gefürchteten Rückenschmerzen blieben aus. Sogar der Hintern fühlte sich den Umständen entsprechen trotz fremdem Sattel noch ganz gut an.

 

Der Platten und die Achsen

Ich will nicht sagen „endlich“. Dennoch ist es ja irgendwie doof, so lange zu fahren, um ein Rad zu testen, bei dem am Ende alles glatt läuft. So gesehen ist ein Platten doch ein schöner Kompromiss. Umso mehr, wenn man daraus zwei Erkenntnisse ziehen kann. Erstens: der Panaracer Reifen ist wirklich kein schlechter Gravel Reifen. Am Ende blieb es aber nicht bei einem Platten, was immerhin meine Vermutung bestätigt, dass er nicht zu den pannensichersten seiner Art gehört. Außerdem bestätigt es meine Erfahrungen, dass es sich lohnt auf Tubeless umzurüsten. Während der Tour hatte ich insgesamt zwei Plattfüße mit jeweils zwei ganz kleinen Löchlein. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Tubeless-Dichtflüssigkeit das Problem von allein in den Griff bekommen hätte. So musste ich eben den Schlauch wechseln. Womit wir schon bei Erkenntnis Nummer zwei wären: Die Vordere Achse ist nicht allein in Sachen Nerv-Faktor. Auch hinten wollte die Nabe nicht so recht reinflutschen (beim Aufbau war das nicht aufgefallen, da das Hinterrad schon montiert war), zudem dauerte es eine ganze Weile, bis ich das System aus Achse und Konterschraube verstanden hatte. Das habe ich schon benutzerfreundlicher gesehen.

 

Rondo Ruut AL Test

Problemlos: SRAMs 1 x 11 Antrieb zeigte sich äußerst pflegeleicht. Am und an ein Tröpfchen Öl und alles lief wie am Schnürchen.

 

Die Vario-Geo

Auf der vorletzten Etappe war es endlich soweit: da diese etwas kürzer war wagte ich es, die „sportlichere“ Position der Vorderradaufhängung auszuprobieren. Würde ich überhaupt etwas davon merken? Der Umbau selbst jedenfalls ist super einfach und dank großer Bauteile überhaupt nicht fummelig.

 

Rondo Ruut AL Test

Die Idee der Vario Geometrie ist einfach und der Umbau von „high“ auf „low“ ist es auch…

 

Was man sofort merkt, wenn man mit Lenkerrolle fährt, ist die Tatsache, dass sich das Rad vorn absenkt bzw. dass sich der Abstand zwischen Lenker und Vorderrad verändert. Das hat nämlich zur Folge, dass die Lenkerrolle plötzlich auf dem Reifen schleift und ich sie enger schnallen muss.

 

„Ich spüre, was Rondo sich bei der Vario-Geo gedacht hat und das ist auch gut und funktioniert. Für lange Touren ist jedoch klar die „low“-Position die Bessere.“

 

Nach dem Losfahren stelle ich fest, dass ich nicht auf einem völlig anderen Rad sitze. Dennoch sind gewisse Unterschiede spürbar. Vor allem merke ich, dass ich etwas mehr Druck aufs Vorderrad bringe. Ich kann mir gut vorstellen, dass das super ist, wenn ich zuhause eine kurze, aggressive Runde drehen will. Heute, nach bereits rund 900 Kilometern in den Knochen, bringt mich die etwas sportlichere Sitzposition nicht so recht nach vorn. Ich spüre, was Rondo sich dabei gedacht hat und das ist auch gut und funktioniert. Für lange Touren ist jedoch klar die „low“-Position die Bessere.

 

Rondo Ruut AL Test

1200 Kilometer später. Fahrer und Bike sind noch an einem Stück und können behaupten, einen guten Job gemacht zu haben!

 

Fazit

So etwas kann wirklich in die Hose gehen. Ging es aber nicht. Und allein das lässt mich erstmal ein großes Lob an die Crew von Rondo aussprechen. Ohne das Rad wirklich zu kennen bin ich ohne große Pannen und vor allem ohne Schmerzen und Unbehagen 1200 Kilometer in 7 Tagen gefahren. Teils mehr als 200 Kilometer an einem Tag und das nicht über aalglatten Asphalt, sondern unter Bedingungen, die wie geschaffen sind für ein waschechtes Gravelbike. Von engen Waldtrails bis hin zu echt anspruchsvollen polnischen Land- „Straßen“ war alles dabei. Auch wenn die Bereifung und ich am Ende keine besten Freunde waren, hat der „Gravel King“ insgesamt einen guten Job gemacht. Ich empfehle allerdings, ihn zu allererst mal auf tubeless umzurüsten.

Ich war erstaunt, wie gut das Rad sich vor allem auf den langen Passagen geschlagen hat. Dafür schien die „Low“ Position der Geometrie-Einstellung wie geschaffen. Wer es etwas sportlicher mag, entscheidet sich vielleicht für die „High“ Position. Welche es auch wird: der Umbau ist super einfach. Klar sind die Unterschiede nicht so massiv, dass man zwei völlig unterschiedliche Fahrräder erhält. Für kleine Anpassungen und Optimierungen auf Fahrstil oder Einsatzbereich ist das aber eine klasse, sauber gelöste Sache.

Echt „meckern“ kann ich eigentlich nur über die fummelige Montage insbesondere der Vorderradnabe. Das kann man sicher schöner regeln und als ich Szymon von Rondo davon erzählte, wirkte es so, als wenn das Problem durchaus bekannt und eine Lösung in Sicht sei.

 

 

Ich hatte eine tolle Zeit auf Rondos „Ruut Al“! Was genau ich alles darauf erlebt habe, könnt ihr in meiner großen Reportage im lifeCYLCE Print Magazin #1 nachlesen: