Aus Clément wird Donnelly. Firmenboss Donn Kellogg hat für uns im Interview alle Details zur neuen Reifenmarke aus Colorado.

Kennst du Donnelly Reifen? Nicht? Aber von Clément hast du schonmal etwas gehört, oder? Und vielleicht hast du dich gewundert, dass auf deren Webpage nichts mehr abgeht. Es ist ein bisschen, wie damals mit dem Raider-Schokoriegel: Aus Clément wird Donnelly – und sonst ändert sich nix? Wir haben alle Hintergrundinfos aus erster Hand. Denn wir trafen Donn Kellogg, Gründer von Donnelly, der uns alles über den neuen Namen und die neuen Reifen erklärte.

Donn präsentiert uns stolz sein erstes eigenes Bike, das er gleich mit auf die schöne Tour durch die Fränkische Schweiz nahm.

Interview mit Donn Kellogg


Donn, bitte erklär uns doch mal, warum deine Reifen jetzt unter dem Namen Donnelly verkauft werden.
Das ist eine lange Geschichte. Vor neun Jahren habe ich Pirelli angesprochen und mit ihnen über die Markenrechte für Clément Reifen verhandelt, die sie seit den 1980ern besaßen. Zu dem Zeitpunkt war Clément aber schon seit zwanzig Jahren vom Markt verschwunden, dabei hat die Marke eine lange Geschichte. Ich kannte sie noch aus meiner Jugend, als ich noch selber Rennen gefahren bin. Also zahlte ich die Lizenz und baute die Marke von Grund auf neu auf. Alle Reifen entstammten meinem verrückten Kopf. Vor einem Jahr stand dann fest, dass Pirelli wieder Fahrradreifen bauen würde. Ich wusste das schon vorher, Pirelli war da immer super korrekt und ehrlich zu mir. Ich hatte immer eine gute Beziehung zu Pirelli aber es ergab einfach keinen Sinn für mich, Lizenzgebühren an einen (nun) direkten Mitbewerber von mir zu bezahlen. Clément gehörte mir ja nicht. Das ergab keinen Sinn mehr und so hörte ich auf damit.

Aus Clément wird Donnelly. Interview mit Donnelly Boss Donn Kellogg.
Donn saß sein Leben lang auf dem Rad. Und das wird sich jetzt – da er endlich sein eigenes hat – sicher auch nicht mehr ändern!

Und benanntest alles einfach um?
Ganz so schnell ging es nicht. Ich beschloss also, einen neuen Namen für meine Reifen zu suchen und mir dabei Mühe zu geben. Zur Inspiration flog ich nach Europa, weil hier einfach so viel Radsportgeschichte geschrieben wurde. Frankreich, Italien, Belgien… hier hatte Clément seine Wurzeln. Ich reiste nach Belgien und traf mich mit dem Produktmanager von Merckx Bikes. Wir unterhielten uns den ganzen Tag über verschiedene mögliche Namen. Beim Abendessen dann, nach ein paar Bier, sagte er: „Die Namen kannst du alle nicht nehmen. Es geht nur einer: Donnelly“! Mein Name ist Donn. Das ist die Kurzform von Donnelly und so hieß mein Großvater. Für mich hat dieser Name also eine große Bedeutung. Und das hier war die Kurzversion der ganzen Geschichte – der Name war beschlossene Sache.

Ich glaube, Cyclocross-Reifen sind besonders schwer zu designen. Denn du musst das 35-mm-UCI-Reglement einhalten. Dann müssen sie leicht sein aber dennoch auch bei geringem Luftdruck halten. Und ihr Einsatzbereich ist einfach riesig, weil Crossstrecken so vielseitig sein können.

  Donn Kellogg

Wie entsteht ein Donnelly Reifen?
Tatsächlich steckt hinter Donnelly viel mehr, als nur mein Name. Hinter mir stehen unzählige Profi-Fahrer, Mechaniker, Shopbesitzer. Mit denen teile ich alle neuen Ideen und höre mir ihr Feedback an. Dann wird ein Plastik-Modell vom neuen Profil erstellt. Das kann man besser ansehen, in die Hand nehmen und eventuell noch Änderungen vornehmen, bevor man ein neues Muster baut. Unser Reifendesign basiert von Anfang an auf viel Feedback direkt von den Leuten. Erst dann wird eine Form gebaut. Ich sage immer: Im Grunde ist es egal, was ich denke. Am Ende müssen es die Leute kaufen, also muss ich mir anhören, was sie wollen. Genau deshalb bin ich über die Crosssaison auch nicht im Büro anzutreffen. Ich habe ein Cyclocross Team und wenn Saison ist, bin ich der Typ, der im Pit steht und sich um alles kümmert. Von September bis Januar bin ich damit beschäftigt und zusätzlich findest du mich auf einigen Gravel Rennen. Ich bin also sozusagen mittendrin. Das ist durch nichts zu ersetzen, nirgendwo bekommst du direkteres Feedback. Und das macht Donnelly aus.


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Warst du schon immer so fahrradverrückt?
Ich bin schon als Kind mit dem Fahrrad herumgefahren und habe damit Abenteuer erlebt. Mit 16 Jahren war ich Bike Messenger in New York City. Einer von den Originalen, würde ich sagen, in den frühen 1970ern. New York in den 70ern war eine wilde See. Und ich schipperte dadurch. Ich war Messenger, jobbte in Restaurants und alle meine Freunde waren Musiker. Das war meine wilde Teenage-Punk-Zeit. Später bin ich eine lange Zeit Rennen gefahren, von Rennrad über Mountainbike bis zu Crossrennen. Das Fahrrad begleitet mich einfach mein Leben lang und so war es irgendwie vorprogrammiert, dass sich auch mein Job darum drehen würde. Über das Messenger Ding geriet ich in einen Bikeshop, wo ich schraubte. Ich arbeitete im Shop vor und hinter den Kulissen, später auch im Verkauf. So kam ich ins Verkaufsteam von Trek und Raleigh, was ich 12 Jahre lang machte. Ich denke, am Ende war es die Liebe zum Radfahren, die mir den Weg in diese Industrie ebnete. Ich liebe einfach Fahrräder und es muss nichtmal ein Teures sein. Ich sage immer: Worauf es ankommt sind zwei Räder und ein Lächeln. Es geht am Ende darum, dass du Spaß hast.

Alle Leute denken immer, ich wäre vor allem Cyclocrossrennen gefahren, weil man mich von meinen Reifen her kennt. Aber ich bin ehrlich: Cyclocross war immer meine schlechteste Disziplin. Ich war fürchterlich darin.

  Donn Kellogg

Neben den Reifen steigst du jetzt auch ins Bikegeschäft ein? Erzähl doch mal was über das Rad, auf dem du hier fährst.
Ja, das war eine logische Entwicklung. Wir sind spezialisiert auf Cyclocross und Gravel-Reifen. Da braucht man doch ein passendes Bike, oder? Also gibt es nun das C//C (Cross Carbon) und das G//C (Gravel Carbon). Der Gravelrahmen besitzt eine aggressive Geometrie für Gravel Racing oder lange Gruppenfahrten mit genügend Komfort, wenn’s mal besonders lange dauert. Wir haben den Rahmen passender Weise beim Dirty Kanza vorgestellt. Das C//C kommt übrigens in der Farbe der Amy D. Stiftung, im „Amy D. blue“. Die Stiftung wurde von Dan Dombroski gegründet, dem Bruder der tragisch verstorbenen Cyclocross Fahrerin, die alle nur Amy D nannten. Die Stiftung unterstützt junge Frauen auf ihrem Weg zu professionellen Radsportlerinnen. Und wir unterstützen das mit einem Teil vom Erlös eines jeden C//C Rahmens.

Aus Clément wird Donnelly. Interview mit Donnelly Boss Donn Kellogg.
Dezent aber Modern: das C//C von Donnelly
Aus Clément wird Donnelly. Interview mit Donnelly Boss Donn Kellogg.
Die Farbe: Amy D. blue – ein Teil des Erlöses geht an die gleichnamige Stiftung
Aus Clément wird Donnelly. Interview mit Donnelly Boss Donn Kellogg.
Dezente Logos…
Aus Clément wird Donnelly. Interview mit Donnelly Boss Donn Kellogg.
…nur am Unterrohr darf’s ein bisschen auffälliger sein.

Unser Interview führten wir übrigens in der schönen Fränkischen Schweiz, wo Donn zu Besuch beim Deutschen Vertrieb von Donnelly, Cosmic Sports, war. Bevor wir gemeinsam auf Tour gingen, zeigte uns Donn noch ein paar neue Reifenmodelle. Zwei der neuen Gravelmodelle wollen wir euch hier noch kurz vorstellen. Allen Donnelly-Reifen gemeinsam ist übrigens, dass sie nach den Flughafenkürzeln der bedeutendsten Cyclocross-Rennorte der USA benannt sind.

Aus Clément wird Donnelly. Interview mit Donnelly Boss Donn Kellogg.
Ein paar der neuen Donnelly Reifen
Aus Clément wird Donnelly. Interview mit Donnelly Boss Donn Kellogg.
X’Plor USH
– Adventure/Gravel Reifen
– leichtlaufendes Semislick-Profil mit Seitenprofil im „Fischgrätendesign“
– erhältlich in 700C x 32/40 und 650B x 42
– erhältlich als Draht. oder Faltreifen
– tubeless ready
Aus Clément wird Donnelly. Interview mit Donnelly Boss Donn Kellogg.
X’Plor MSO
– Adventure/Gravel Reifen
– leichtlaufendes Mittelprofil mit ausgeprägten Seitenstollen
– erhältlich in 650x42B, 650x50B, 700x32C, 700x36C, 700x40C, 700x50C
– erhältlich als Draht- und Faltreifen
– tubeless-ready

Mehr zu Donnelly gibt’s hier: https://www.donnellycycling.com


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