Test: Leafcycles Gravel Bike Rebeltoy

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Im Test: Das neue Gravel Bike Rebeltoy von Leafcycles. Außerdem haben wir hier das vollständige Interview mit leafcycles Gründer Frank Heinrich für euch.

„Man fährt sich immer zwei Mal im Leben“ – so lautet der Titel unserer Geschichte über leafcycles in Ausgabe #9. Was dahintersteckt, erfahrt ihr im Magazin. Hier gibt’s den Test zum neuen Gravel Bike von leafcycles, das auf den Namen Rebeltoy hört. Außerdem haben wir hier das vollständige Interview mit leafcycles Gründer Frank Heinrich für euch.

Leafcycles Rebeltoy

Inhalt


Allgemeines zum leafcycles Rebeltoy

Ausstattung und Geometrie

Der Test

Fazit

Interview mit leafcycles Gründer Frank Heinrich

Text & Fotos: Martin Donat

Trends kommen und Trends gehen und was vor zehn Jahren ein großer Erfolg war, ist heute manchmal längst vergessen. Es sei denn, es ist Leidenschaft im Spiel. Denn Leidenschaft lässt mit Zeit und Liebe Dinge entstehen, die bleiben. Sie ist kein Garant für großen Erfolg – sehr wohl aber für großen Spaß. Leafcycles tritt mit seinen Produkten den Beweis für diese These an. Und zwar seit vielen Jahren. Das ist auch der Grund, warum ich in meinem Keller bereits ein anderes Fahrrad von leafcycles stehen habe.

Und es ist der Grund für den Titel unserer Geschichte in unserer Ausgabe #9: „Man fährt sich immer zweimal im Leben“. Mehr über die Geschichte von leafcycles und dem anderen Fahrrad im Keller erfahrt ihr im Print Magazin. Hier soll es nun aber um das neue Fahrrad aus dem Hause leaf gehen: um das Rebeltoy. Wir hatten das stilvolle Stahl Gravel Bike eine ganze Weile bei uns und sind damit über Straßen, Feldwege und echte Offroad Trails gejagt.

Leafcycles Rebeltoy
Test: Leafcycles Rebeltoy
Test: Leafcycles Rebeltoy
Test: Leafcycles Rebeltoy

Allgemeines zum Leafcycles Rebeltoy


Test: Leafcycles Rebeltoy

Leafcycles ist im Grunde eine One-Man-Show aus dem schönen Augsburg: Dahinter steckt Frank Heinrich, der selbst leidenschaftlicher Radfahrer ist. 2007 begann für seine damals junge Firma eine sehr erfolgreiche Zeit, als im Mountainbikebereich das Dirt Jumping durch die Decke ging und er mit seinem Dirtbike „D.One“ einen echten Hit landete. Schon damals war der Grundstein des Erfolgts ein sauberer, einfach schöner Stahlrahmen, der mit viel Liebe zum Detail und einer durchdachten Geometrie den Puls der Zeit traf. Mehr als ein Jahrzehnt später meldet sich Frank mit leafcycles zurück. Dieses mal mit einem Reise-/Gravelbike, aber wiederum in Stahl und wiederum mit Liebe und Leidenschaft. Ich hatte die tolle Gelegenheit, das „Rebeltoy“ in aller Ruhe auszuprobieren.

Ausstattung & Geometrie Leafcycles Rebeltoy


Test: Leafcycles Rebeltoy
leafcycles „Rebeltoy“ – Ein Reise-/Gravelbike mit Mountainbike Genen?
Test: Leafcycles Rebeltoy
Das Lenkerband stammt aus dem Portfolio der Eigenmarke „GD-Grip Division“.
Test: Leafcycles Rebeltoy
Ihr wollt Reifenfreiheit? Bitte sehr… 🙂
Test: Leafcycles Rebeltoy
Eine mechanische Scheibenbremse ist günstig und auch unterwegs einfach zu reparieren.
Test: Leafcycles Rebeltoy
Kleine Details für Sparfüche findet man zum Beispiel am Antrieb: Die SRAM Schaltung wird mit einer Sunrace Kassette, einer KMC Kette sowie Kurbeln und Innelager von Samox komplettiert.
Test: Leafcycles Rebeltoy
Allerlei Schrauben ermöglichen die Montage von so ziemlich jedem sinnvollen Reise-/Bikepackingzubehör.

Das „Rebeltoy“ ist in vielerlei Hinsicht kein ganz normales Gravelbike. Ein paar Merkmale stechen natürlich sofort ins Auge. Zum Beispiel die Tatsache, dass es einen optisch ganz klassischen Stahlrahmen nutzt und das es extrem breite Mountainbike Reifen aufnehmen kann. Ein paar Sachen sind nicht unbedingt auf den ersten Blick ersichtlich. Immerhin lässt sich erahnen, dass unser Testbike mit 650B-Laufrädern und Reifen ausgestattet ist. Wer mag, kann jedoch auch normale Rennrad-Laufräder in 700C montieren. In Sachen Geometrie geht Leafcycles einen ganz anderen Weg, als die meisten Hersteller: Statt tendenziell „lang und laufruhig“ entschied Frank sich für einen extrem kurzen Hinterbau, ein tiefes Tretlager und eine eher niedrige Standhöhe. Ganz klar: Hier kommen die Mountainbike Gene von leafcycles durch – im Wald und auf Trails dürfte das durchaus von Vorteil sein.

Am Rahmen befinden sich diverse Möglichkeiten, Zubehör direkt anzuschrauben. So lassen sich Schutzbleche einfach montieren und sogar Gepäckträger für das große Reisegeschirr sollen überhaupt kein Problem sein. Bei den Parts hingegen verlässt man sich auf Bewährtes: Es kommt eine SRAM Apex Schaltung zum Einsatz mit mechanischen Scheibenbremsen von Tektro. Dazu kommen weitere Parts, die das Prädikat „gut und günstig“ verdienen, die also Sinn machen und den Preis nicht in die Höhe schnellen lassen. Eine kleine Besonderheit stellt noch das Griffband dar: Das entstammt nämlich Frank Heinrichs Eigenmarke „GD-Grip Division“ – ein Blick auf deren Produktportfolio sei hiermit empfohlen.

Bleibt noch zu erwähnen, dass es sich bei unserem Testbike um einen Prototyp handelt. Der ist zwar schon fahrbereit und theoretisch könnte er in die Produktion gehen, allerdings ist noch nicht ganz klar, ob und wie das passiert. Mehr dazu könnt ihr weiter unten in unserem Interview mit Frank Heinrich erfahren.

Die Ausstattung im Detail

  • Rahmen: Rebeltoy 100% CroMo, double butted
  • Gabel: 100% CroMo
  • Steuersatz: FSA Orbit Equipe, 1 1/8“
  • Vorbau: Zoom (3-D geschmiedetes Aluminium), 31.8″ Durchmesser, 7 Grad Steigung
  • Lenker: Zoom Aluminium, 31.8, 400 mm breit
  • Lenkerband: GD-Grip Division, Microfibre
  • Schaltwerk: SRAM Apex 1, Long Cage
  • Schaltgriff: SRAM Apex 1, 1×11
  • Bremsgriffe: SRAM Apex 1, mechanisch
  • Bremsen: Tektro Aries MD-M300 mechanisch, 160 mm Scheibendurchmesser
  • Sattel: Velo sport ergonomic
  • Sattelstütze: Zoom, 30.9 mm Durchmesser, 350 mm Länge
  • Felgen: WTB, Asym i19 TCS 650b, 32h
  • Naben: KT sealed bearings, 15×100 mm Steckachse vorn, 12×142 mm Steckachse hinten
  • Kurbeln: Samox Aluminium
  • Tretlager: Samox hollow type
  • Kassette: Sunrace 11-Gang, 11-42
  • Kette: KMC
  • Reifen: Maxxis Ikon 27,5×2,35″

Der Test: Leafcycles Rebeltoy


Endlich ist es soweit: Die Tage werden immer kürzer und das Wetter immer schlechter. Beste Bedingungen für kurze, aber knackige Runden durchs Unterholz. Was gibt es denn Schöneres, als die eisige Luft zu atmen und die erfrischenden Spritzer vom Matsch, der aus dem Reifenprofil spritzt, zu spüren?

Test: Leafcycles Rebeltoy
Endlich: raus in den Wald!

Diese Einleitung könnte so auch für einen Mountainbike Test prima passen. Womit wir schon mitten im Thema sind: Das „Rebeltoy“ schreit förmlich danach, lockeren Boden unter die Reifen zu bekommen. Das liegt einerseits an den Reifen selbst. Die sind einfach sehr breit und relativ stark profiliert (zumindest für ein Gravelbike) und erinnern auf der Straße durch lautes Surren stets daran, dass sie hier relativ wenig verloren haben. Also biege ich beim nächsten Feldweg lieber ab und genieße die Ruhe des Waldes. Gerade auf teils angefrorenem Boden war ich heilfroh über diese Reifen!

Im Grunde fahre ich mit dem Rebeltoy dieselben Strecken, die ich auch mit meinem Mountainbike bearbeite. Mit anderen Worten: Ich fühle mich pudelwohl auf diesem „Rennrad mit breiten Reifen“.

Ich sitze locker drauf, eher aufrecht, als gestreckt. Im Untergriff kommt dennoch schnelles Ballerfeeling auf. Solange ich oben greife, fühlt sich dieses Bike aber total handlich und sicher an. Die Reifen bieten besten Grip und ich kann es auch auf glatten Trails mit Wurzeln und Steinen laufen lassen. Trotzdem ist das „Rebeltoy“ natürlich kein Mountainbike. Klar, es ist steif und darum sehr direkt, was die CroMo-Gabel nochmal verstärkt. Im Gegensatz zu vielen Carbongabeln gibt die Schläge von unten recht ungefiltert an Hände und Arme weiter. Das Ergebnis: Anfangs lasse ich es hin und wieder etwas zu „motiviert“ laufen. Merke: Du bist immer noch auf einem Dropbar-Bike unterwegs, fahre dementsprechend ein bisschen vorsichtiger.

Test: Leafcycles Rebeltoy
Volle Fahrt voraus: ein bisschen wie früher, als Mountainbikes noch keine Federung hatten.
Test: Leafcycles Rebeltoy
Die steife Front (vor allem dank der Gabel) reicht Schläge recht ungefiltert durch.
Test: Leafcycles Rebeltoy
Schön ist es auf alle Fälle, oder etwa nicht?
Test: Leafcycles Rebeltoy
Für Winterliche Streifzüge durch die Ruheauen ist das „Rebeltoy“ der perfekte Begleiter.

In der Disziplin „Wald und Trail“ schneidet das „Rebeltoy“ ganz hervorragend ab – die Herkunft seines Schöpfers lässt sich nicht verleugnen. Trotzdem gibt es zwei Punkte, die noch nicht 100prozentig passen. Ich erwähnte es bereits: Die Gabel finde ich persönlich etwas zu direkt. Ein bisschen mehr „Flex“ würde dem Rad noch etwas mehr Dynamik verleihen. Deutlichere Kritik muss ich mal wieder an den mechanischen Scheibenbremsen üben. Typischerweise haben die einen extrem schwammigen Druckpunkt. Es ist mir kaum möglich, den exakten Bremspunkt zu treffen, was auf kniffligen Trails dazu beiträgt, dass ich lieber langsamer fahre, als zu riskieren, dass ich wegrutschte, weil auf einmal die Bremse zumacht. Außerdem justiert die Bremse sich nicht nach, wenn die Beläge sich abnutzen (was sie bei schlechtem Wetter schnell tun). Also muss man regelmäßig den Zug nachspannen. Ich verstehe das Argument erfahrener Rad-Abenteurer, die bei einem Bremsdefekt mitten im Urwald lieber ein mechanisches System reparieren. Für die meisten Freizeitfahrer ist das aber meines Erachtens völlig unrelevant.

Test: Leafcycles Rebeltoy
Lust auf Bikepacking? Das Rebeltoy ist dabei!
Test: Leafcycles Rebeltoy
Selbst für lange Radreisen ist man mit dem Rebeltoy gut beraten. Ein kurzer Gepäckträger-Test verlief jedenfalls sehr zufriedenstellen.
Test: Leafcycles Rebeltoy
Ja: Trotz aller Affinität zum Mountainbiken – es darf gerne auch mal über Asphalt rollen.

Und wie schlägt sich das „Rebeltoy“ auf festem Boden? Auch das habe ich natürlich ausprobiert. Und ich muss sagen: Es macht einen soliden Job! Klar, die Reifen rauschen ganz schön, aber abgesehen davon komme ich flott voran. Ich fahre deutlich öfter im Untergriff, als ich es gewohnt bin, weil die Grundposition eben etwas weniger gestreckt und ein bisschen aufrechter ist. Das Wichtigste aber ist, dass es sich gut anfühlt. Es wäre also absolut denkbar, den Sommer über etwas schmalere Reifen zu montieren und auf diese Weise mehr typisches „Gravelbike Feeling“ zu bekommen.

Man könnte sogar einen „Sommerlaufradsatz“ in 700C bereithalten. Dann hätte man ein Rundum-Wohlfühlpaket fürs ganze Jahr: Von den täglichen Pendelfahrten bis zum Sommerurlaub.

Apropos Urlaub: Testweise habe ich auch mal einen Gepäckträger montiert und mit einer Fahrradbox von Ortlieb bestückt. Auch das funktionierte ganz hervorragend. Wenn es also mal etwas mehr, als die kleine Bikepacking-Ausstattung sein darf: das „Rebeltoy“ ist dafür gerüstet.

Fazit


Das „Rebeltoy“ ist ein durchdachtes und schönes Dropbarbike mit einem großen Einsatzbereich. Es trägt klare Mountainbike-Gene und dürfte vor allem Fahrern und Fahrerinnen gut in den Kram passen, die sich auch mal gerne im Gelände fortbewegen. Mir hat es auf kurzen Runden ebenso viel Spaß gemacht, wie auf längeren Ausfahrten mit mehr Asphaltanteil. Richtig schön ist, dass es so vielseitig ist: Von den Laufrädern bis zur Reiseausstattung bietet es großen Spielraum für persönliche Anpassungen.

Interview mit leafcycles Gründer Frank Heinrich


Man fährt, ähm… trifft sich immer zweimal im Leben. Manchmal natürlich auch öfter, aber im Falle meiner Wenigkeit und Frank Heinrich passt diese Redensart in mehrfacher Hinsicht gut. Denn wir laufen uns nicht nur immer wieder mal über den Weg, sondern wir entwickeln offenbar auch unsere Art des Radfahrens in eine ähnliche Richtung weiter. Früher waren es die Mountainbikes, heute unterhalten wir uns über Gravelbikes. Apropos unterhalten: Ich habe mich mal etwas genauer mit leafcycles Gründer Frank Heinrich unterhalten und ihn ein bisschen zu seiner Firma, die alten Zeiten und das neue Fahrrad ausgefragt.

Was bedeutet dir dieses Radfahren und alles, was damit zusammenhängt? Du hast ja beruflich – nicht zuletzt vielleicht auch wegen diesem Radfahren – nicht unbedingt den einfachsten Weg eingeschlagen, oder?
Ich weiß gar nicht wo ich jetzt anfangen soll. Für mich ist ein Fahrrad wesentlich mehr als nur ein Fortbewegungsmittel. Für mich bedeutet ein Rad Freiheit und Spaß pur. Meine Leidenschaft zum Radsport hat mich in verschiedenste Länder gebracht, ich habe viele interessante Leute kennengelernt und manche sind zu echten Freunden geworden.

Versuch doch mal in wenige Worte zu packen, was du mit deiner Firma Kinglab alles so machst und was dich antreibt.
Meine Passion sind Sportarten wie Dirt Jumping, Mountainbiking beziehungsweise der Radsport allgemein, sowie Wellenreiten, Snowboarding und etwas Longboarding. Mir macht es einfach Spaß, hochwertiges und zuverlässiges Equipment mit einem bestimmten Designanspruch für diese Sportarten zu entwickeln.

Kinglab ist mein Vertrieb, unter dem ich meine Eigenmarken vertreibe. Da Kinglab aber nur eine One-Man-Show ist, muss ich mich um nahezu alles selber kümmern. Angefangen von der Produktentwicklung über Produktfotos, Webseite, Texten, Grafikdesign, Import, Export, Verkauf, Zettelkram und Bürokratie. Letzteres nimmt leider viel zu viel Zeit ein. Ich glaube in den letzten Jahren habe ich mir mit all den Projekten etwas zu viel auf einmal zugemutet, sodass ich jetzt wieder etwas selektieren muss. Leafcycles war meine erste international anerkannte Marke, bis der Dirt Jumping Boom plötzlich zusammenbrach. Mit Leafcycles bin ich am tiefsten verwurzelt und darum möchte ich mich in Zukunft wieder mehr auf diese Marke konzentrieren und die Produktpalette weiter ausbauen.

Test: Leafcycles Rebeltoy
Frank testet sein neues „Baby“ natürlich auch schon ausgiebig. Foto: Lars Pamler

Nachdem es mit dem Dirtjumpen irgendwie den Bach runterging, hättest du leafcycles ja auch einfach einschlafen lassen können. Stattdessen sieht man ab und an interessante Projekte und nun das Gravelbike. Man könnte meinen, du kannst es einfach nicht lassen. Wie kommt man aber nun von den Dirtjumps aufs Gravelbike?
Als ich im Jahr 2007 mit dem „D.one“ Dirt Jumping Rahmen auf den Markt kam, hatte ich selber keine Vorahnung, dass sich Dirt Jumping in den Folgejahren zum neuen Boom der Bikebranche entwickeln würde. Rückblickend würde ich sagen, ich hatte einfach nur brutales Glück das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt zu besitzen. Jedenfalls konnte ich mit ordentlich Rückenwind meine Passion zum Beruf machen. Doch keine Party geht ewig, genauso schnell wie Trends kommen, gehen sie auch wieder und so steckte Leafcycles ab 2015 in einer tiefen Krise. Dirt Jumping war tot und die Telefone standen still und zwar so still, dass ich zwei Tage die Woche wieder einen Job annehmen musste. Die anderen drei Tage verbrachte ich überwiegend mit Auftragsarbeiten wie zum Beispiel Longboard-Entwicklung. Es hat vier Jahre gedauert, um zu verstehen, dass Räder entwickeln genau das ist, was mir am meisten Spaß macht und aus diesem Grund möchte ich es wieder angehen. Mir ist aber auch bewusst, dass es schwer sein wird rein vom Dirt Jumping Segment zu leben und darum möchte ich verstärkt auch andere Kategorien angehen, die mich interessieren. Da ich eine Radreise mit einem Freund geplant hatte, war das Rebeltoy eben das naheliegendste Projekt.

Wie würdest du Gravelbiking für dich definieren, inwiefern floss das in die Entwicklung des Rebeltoy ein?
Ein Gravelbike ist für mich ein Rennrad mit dickeren Reifen, um mehr Komfort bei Fahrten auf Feldwegen zu erlangen. Bei all den Begriffen, die es gerade gibt, ist es manchmal gar nicht so einfach, ein Rad richtig zu Kategorisieren. Der Ansatz beim „Rebeltoy“ war aber nicht ein reinrassiges Gravelbike zu konzipieren. Der Ansatz lag vielmehr darin, eine echte Spaßmaschine aus CroMo-Stahl mit Bügellenker zu entwickeln, welches eher in der Kategorie Bikepacking anzusiedeln ist. Ich finde, dass ist mit dem „Rebeltoy“ ganz gut gelungen. Durch die voluminösen 650B Reifen verträgt es wesentlich gröberes Gelände als ein typisches Gravelbike. Ich komme aus Augsburg, da gehört Kopfsteinpflaster zum Alltag. Selbst hier ist es angenehm zu fahren. Den Stollen geschuldet hat dieses Setup logischerweise Einschränkungen bei langen Touren auf der Straße. Die Geometrie lässt aber den Einbau von 700x40C Reifen zu und schon ist das „Rebeltoy“ ein mega agiles Gravelbike.

Ich fahre ja auf einem Prototypen, richtig? Wird dieses Bike in Serie gehen? Gibt es dazu schon genauere Infos?
Genau, du bist gerade auf einem Prototypen unterwegs. Im Augenblick bastle ich an verschiedenen Bike-Kategorien, um mittelfristig eine kleine Stahl-Bikelinie aufzubauen. Da es für mich finanziell unmöglich wäre, mehrere Bikes gleichzeitig zu launchen werde ich Vertriebe finden müssen, die in die Marke Leafcycles vertrauen. Im Augenblick heißt es erst einmal Schritt für Schritt Kategorie für Kategorie aufzubauen. Für das Dirt Jumping Segment sieht es bereits positiv aus und deshalb steht das Rebeltoy als nächstes auf dem Plan. Die ersten Shops haben bereits Interesse bekundet und ich könnte mir gut vorstellen, einen kleinen Teil der Rebeltoy Finanzierung über Crowdfunding zu stemmen. Early Birds würden natürlich von einem Vorzugspreis profitieren. Hierfür können sich Interessenten bereits jetzt in den Newsletter eintragen unter: https://leafcycles.eu/rebeltoy. Was derzeit noch nicht ganz klar ist, ob das Rebeltoy als Rahmen-Gabelset angeboten wird oder als Komplettrad. Falls es das Komplettrad werden würde, läge der Preis voraussichtlich bei rund 2.000 Euro.

Für mich ist ein Fahrrad wesentlich mehr als nur ein Fortbewegungsmittel. Für mich bedeutet ein Rad Freiheit und Spaß pur.

Frank Heinrich
Test: Leafcycles Rebeltoy
„Für mich ist ein Fahrrad wesentlich mehr als nur ein Fortbewegungsmittel. Für mich bedeutet ein Rad Freiheit und Spaß pur.“ Foto: Lars Pamler

Hat der Name leafcycles eigentlich eine (tiefsinnigere) Bedeutung?
Radfahren bedeutet für mich draußen in der Natur unterwegs zu sein, darum wollte ich ein Logo, welches die Naturverbundenheit in irgendeiner Form wiederspiegelt. Ich fand den Namen Leaf und das Blatt als Symbol ganz passend.

Wie alt bist du eigentlich?  
Ich bin Baujahr 1970, also 49 Jahre alt, wobei sich die ersten fünf Minuten nach dem Aufstehen manchmal etwas älter anfühlen.

Du fotografierst ja auch gerne, oder?
Ich hatte diesen einen Traum, nach meiner Ausbildung über den großen Teich zu fliegen und ein halbes Jahr lang nichts anderes zu tun, als mit dem Sbowboard durch unberührte Powderhänge zu pflügen. Im Jahr 1991 sollte dieser Traum Wirklichkeit werden, doch kurz bevor es losging, bekam ich einen Anruf vom damaligen Monster Snowboard Backside Magazin. Der Chefredakteur sagte, ich müsse eine Story von meinem Trip machen. Ich erwiderte, dass ich weder schreiben noch fotografieren kann. Aber irgendwie langweilten ihn diese Argumente völlig und somit hatte ich meinen ersten Fotoauftrag, noch bevor ich fotografieren konnte. Du fragst dich, warum ich solche Anrufe bekam? Ein Freund von mir hat einem anderen Freund von meinem Vorhaben erzählt, der damals zufällig der Chefredakteur vom Magazin war. Kurz vor meinem Abflug kaufte ich mir eine gebrauchte Minolta 7000, ein Freund gab mir einen 30-minütigen Crashkurs in Fotografie und danach saß ich im Flieger Richtung USA, zum bis Dato größten Abenteuer meines Lebens.

Vielen Dank für deine Zeit Frank, und viel Erfolg mit deinem neuen Projekt und viel Spaß auf deiner geplanten Radreise!

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