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Lael Wilcox im Interview – 10 Fragen an die Ultra Endurance Fahrerin

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Lael Wilcox ist eine Frau, die bei Gravel Events und Bikepacking Rennen immer um den Sieg mitkämpft. Wir haben ihr in unserem Interview zehn Fragen gestellt.

Inhalt

Lael Wilcox haben wir hier schon mal vorgestellt, als es um den Film „I’am not stopping“ ging. Nun haben wir für die 12. Ausgabe unseres Magazins ein Interview mit ihr geführt. Der Fokus war auf das Thema „Frauen im Sattel“ gerichtet, aber wir haben die Chance genutzt, ihr noch ein paar andere Fragen zu stellen. Lies hier das Interview mit Lael Wilcox.

Martin Staffa sprach mit Lael Wilcox im Zuge des Artikels in unserer Ausgabe #12 „Frauen im Sattel“ via Skype und war vorher mächtig aufgeregt.

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Wer bist du?

Mein Name ist Lael Wilcox, ich komme aus Alaska und ich bin eine Ultra-Endurance-Radfahrerin, sowohl für das Erleben von Abenteuern, als auch um Rennen zu fahren. 

 

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Wie kamst du zum Fahrradfahren?

Das ist noch gar nicht so lange her. Zuerst war ich Läuferin und hab das total geliebt. Dan fing ich an mit dem Fahrrad, in den nächsten Ort zur Arbeit zu pendeln. Irgendwann fuhr ich dann auch öfter in die nächstgrößere Stadt. Und dann ging ich auf eine Fahrradreise durch die U.S.A., wonach sich eine Fahrradweltreise anschloss. Währenddessen nahm ich auch an einem Bikepacking Rennen teil. Ich wollte wissen, wie sich der Rennmodus anfühlt. Das war im Jahr 2015. Dann wurde ich ab ungefähr 2017 eine gesponserte Fahrerin.

 

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Welches war dein erstes Fahrrad?

Ich bekam zu meinem zehnten Geburtstag mein erstes Fahrrad. Es war ein typisches Kinderfahrrad, mit zehn Gängen. Es wurde zwei Wochen nach meinem Geburtstag geklaut. Danach hatte ich keine Lust mehr auf Fahrräder weil ich dachte, die werden mir doch eh nur gestohlen. Erst zehn Jahre später fing ich wieder an Rad zu fahren und zwar mit einem Fixie. Nach einer längeren Tour dachte ich dann, hey wenn du viel Radfahren willst, wäre ein Fahrrad  mit Gängen angebracht. Ein Stahl-Rennrad von Bianchi aus dem Jahr 1982 erfüllte diesen Zweck dann. Es gab bei diesem Rennrad keine Möglichkeit einen Gepäckträger anzubauen, deswegen lernte ich ziemlich schnell mit wenig Ausrüstung klar zu kommen.

 

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Kannst du dich noch daran erinnern, wann du das erste Mal mehr als 100 Kilometer gefahren bist?

Das war höchstwahrscheinlich auf meiner Tour von Montreal nach Key West in Florida. Ich fuhr eigentlich jeden Tag so ungefähr 80 Kilometer, aber dann an einem Tag waren es 300. Es war richtig hart. Ich wollte an der Grenze zu den U.S.A. nicht campen, ich hatte irgendwie ein unsicheres Gefühl und fuhr deswegen einfach immer weiter. 

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An welchem Ort in der Welt fährst du am liebsten Rad?

(nach einer langen Denkpause) Ich denke der schönste Ort um Rad zu fahren ist Kirgisistan. Ich würde nicht unbedingt nochmal dahin zurück um dort nochmal lang zufahren, aber es war wirklich unglaublich schön und beeindruckend. Ein Ort, an dem ich aber auf jeden Fall noch einmal Radfahren möchte, ist Corsika. Ich war einmal dort und hab mich sofort verliebt. Ich würde echt gern nochmal dahin.

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Wie trainierst du? Hast du einen Trainer oder machst du es nach Gefühl?

Ja, ich mache es nach Gefühl. Manchmal merke ich, heute hast du viel Energie und dann tret ich ordentlich rein. Also ich habe keinen spezifischen Trainingsplan, ich geh einfach raus und fahre so, wie ich mich fühle.

Einfach draußen sein und Fahrrad fahren, ohne Plan oder Coach, so trainiert Lael Wilcox. Foto: Rugile Kaladyte

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Hast du ein Lieblingsfahrrad?

Also wenn ich mir nur ein einziges Fahrrad aussuchen könnte, wäre es ein Hardtail, natürlich von Specialized. Es deckt einfach so viele Möglichkeiten ab, wie und wo man Radfahren kann. Wenn ich zwei haben dürfte, wären es auf jeden Fall ein Fully und ein Gravelbike. Damit könnte ich wirklich alles abdecken, was ich machen möchte. Aber ich mag auch wirklich die Abwechslung, die mir die verschiedenen Typen geben können. Heute kann ich auf einem Fatbike durch den Schnee fahren und im nächsten Monat mit einem super sportlichen Rennrad über schnelle Asphaltwege düsen. Diese Abwechslung macht das Radfahren so Vielfältig, als wären es verschiedene Sportarten.

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Welches eine Teil ist das wichtigste deiner Ausrüstung?

Das ist auf jeden Fall meine Daunenjacke. Einfach um einen Schutz dabei zu haben. 

 

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Und wie sieht es beim Thema essen aus?

Eigentlich alles, du kannst mir eigentlich alles Essbare geben. Bei Rennen schaue ich einfach, auf was ich Lust habe und das esse ich dann. Es muss Essen sein, das mich glücklich macht. Ich glaube das beste was passieren kann ist, dass ich an einer Eisdiele vorbeikomme. Eis esse richtig gern.

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Gibt es noch andere Hobbys oder Aktivitäten neben Radfahren, die du gern betreibst?

Also grundlegend mag ich einfach alle Aktivitäten, die draußen sind, zum Beispiel Wandern oder Laufen. Wichtig für mich ist es irgendwie verschiedene Orte zu verbinden. Eine andere Sache, an der ich mich seit einigen Jahren versuche, ist die Geschichten die ich erlebe anderen zu erzählen. Das verbinde ich auch gern mit dem Versuch andere zum Radfahren zu motivieren, besonders Frauen. Deswegen bin ich auch in verschiedenen Gruppen aktiv, die das Unterstützen. Dazu gebe ich zum Beispiel Vorträge.

 

Die Daunenjacke muss bei Lael Wilcox immer dabei sein, so wie hier bei der Tour Divide. Foto: Rugile Kaladyte

Das Interview fand am 1.7.2020 statt. Es wurde von Martin Staffa geführt, aufgezeichnet und aus dem Englischen übersetzt.

 

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Martin Staffa

Martin Staffa

Martin hat die Leidenschaft für Fahrräder von seinem Vater geerbt, der in der ehemaligen DDR auf der Bahn mit starrer Nabe unterwegs war. Seit über zwölf Jahren ist er nun fast täglich auf schnellen und schmalen Reifen unterwegs. Aktuell schreibt er seine Masterarbeit zum Thema Lastenfahrräder und lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Waimar.

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