#einautoweniger: Wir fahren mit euch zur Arbeit – Prolog Hamburg, Mittagspause Lunchride #einautoweniger
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In Hamburg gibt es jeden Mittwoch etwas, das unter den Radpendlern der Stadt beinahe eine Art Kultstatus besitzt: Den Lunchride mit obligatorischem Gruppenselfie im Aufzug des alten Elbtunnels. Wenn wir schon in der Hansestadt zu Besucht sind, ist ja wohl klar, dass wir uns das mal angeschaut haben.

#einautoweniger Hamburg – Vom Hamburger Norden ging es zurück, längs durch die Stadt bis zur Hafencity. Ich bekam auf diese Weise einen schönen Eindruck davon, wie es dem ein oder anderen Hamburger Radpendler hier täglich ergehen mag. Hamburg ist sicherlich nicht die Vorzeige-Fahrradstadt schlechthin. Dennoch rollte ich recht entspannt über größtenteils ruhige Straßen und Radwege, bis ich plötzlich wieder mitten im Zentrum war. Im Vergleich zu – sagen wir einmal Dortmund – fühlte ich mich doch deutlich entspannter, als ich am nächsten Etappenziel ankam. Der Wind pfiff kräftig über die Oberbaumbrücke, wo ich zum legendären (oder sollte ich sagen: „legnerdären“?) Lunchride verabredet war. Ehrlich gesagt hatte ich diese Ausfahrt, die an jedem Mittwoch stattfindet, gar nicht so recht auf dem Schirm, obwohl ich einen Teil davon schon oft wahrgenommen hatte: Die allwöchentlichen Elbtunnel-Selfies vom Hamburger Vollblut-Radler Harald Legner erfreuen und erheitern viele radelnden Social-Media-Nutzer. 

In „Odos Kaffeeklappe“ gibt es Bockwurst mit Senf und Brötchen, die mit dem Malerspatel geschmiert werden. Zigaretten, Pornoheftchen… und natürlich Kaffee. 

Martin Donat

Der „legnerdäre“ Lunchride


Nun stand ich also hier auf der Brücke, ganz allein, direkt vorm Gebäude des Spiegels. Ja richtig: Dort arbeitet ja der Harald – ich erinnerte mich an mein Interview mit ihm, das ich für die letzte lifeCYCLE-Ausgabe geführt hatte. Dass Harald irgendwie seine Hände im Spiel hat, wunderte mich nicht. So war es eigentlich ganz logisch, dass auch er es war, der mich persönlich „einsammelte“, um mich zum richtigen Treffpunkt auf der anderen Uferseite zu geleiten. Hier sollte eine schöne Abwechslung auf meiner #einautoweniger Hamburg Tour beginnen.

Dabei war das Ganze ursprünglich gar nicht auf Haralds „Mist“ gewachsen. Der erste Lunchride fand im März 2016 statt und wurde von David, einem der „Cyclique“-App-Gründer, als kleine Promo-Aktion für die App angeleiert. In diesem März gab es an jedem Wochentag einen Lunchride. Was Harald so toll fand, dass er vor etwa zwei Jahren beschloss, das wieder aufleben zu lassen. Einmal in der Woche wenigstens und dafür würfelte er den Mittwoch. An der Brücke wartete schon eine kleine Gruppe von Radlern. Die schickte sich – wie jeden Mittwoch – an, die Mittagspause gemeinsam und vor allem auf dem Fahrrad zu verbringen. Pünktlich ging es los – schließlich mussten alle im Anschluss wieder an ihren Arbeitsplatz.

Wir radelten los und ich versuchte währenddessen herauszufinden, was genau es mit diesem Lunchride auf sich hat. Im Grunde ist es so einfach wie unspektakulär: Man trifft sich, man fährt ein bisschen gemeinsam Fahrrad und genießt frische Luft, ein bisschen Bewegung und die Einfachheit eines wöchentlichen Rituals, das im Grunde genommen immer gleich abläuft. Sogar die Route ist immer dieselbe. „Dabei kann man so schön abschalten. Jeder weiß, wann und wo es langgeht und man muss nicht darüber nachdenken“, verriet mir Harald, während wir gerade über einen neuen Verbindungsradweg zwischen Kanal und Hamburger Großmarkt rollten.

Da der Ablauf immer gleich ist, rollen die Radler auch immer zu denselben Zeiten an denselben Stellen vorbei, sodass jeder, der davon weiß, sich unterwegs anschließen kann. Und so gibt es ganze zwei Variablen beim Lunchride: Es ist das Wetter und es sind die Teilnehmer. Symphatisch einfach, symphatisch überschaubar: Mehr als 15 Fahrer waren noch nie dabei und das ist auch gut so. Zu viele Fahrer, das wären zu viele verschiedene Vorstellungen, das wäre zu kompliziert. 

Mit Klongklong zum alten Elbtunnel


Wir überquerten eine Brücke und kamen durch den Stadtteil Veddel auf den Klütjenfelder Hauptdeich, von dem aus sich eine schöne Aussicht auf den Hafen und seine beeindruckenden Kran-Anlagen vor uns auftat. Die „Plonkplonk“-Brücke (weil es beim Überfahren Plonkplonk macht) leitete den Rückweg der kurzen Runde ein, der durch den alten Elbtunnel wieder rüber auf die andere Seite der Elbe führen sollte. Doch zuvor gehört noch eine Kaffee-Pause zum Ritual, samt kultiger Location und witziger Entstehungsgeschichte. Der alte Elbtunnel ist aufgrund niemals endender Sanierungsarbeiten immer nur in eine Fahrtrichtung zu befahren. Um 13 Uhr wechselt die Richtung. Kurz vorher erreichen die Radler immer den Tunnel. Da sie aber keinen Bock auf Schieben hatten, legten sie immer an einer Imbissbude kurz vorm Tunnel einen kurzen Kaffeestopp ein, bis sie durch die Röhre radeln durften. Doch diese Bude sorgte des Öfteren für Verdruss, wenn sie einfach nicht geöffnet hatte.

Darum wich man aus – auf die neue Location: einen herrlich klischeehaften Trucker-Imbiss mitten im Industriegebiet des Hamburger Hafens, in dem normalerweise Werftarbeiter und Fernfahrer einkehren. In „Odos Kaffeeklappe“ gibt es Bockwurst mit Senf und Brötchen, die mit dem Malerspatel geschmiert werden. Zigaretten, Pornoheftchen… und natürlich Kaffee. Und weil der gemeine Radfahrer hier so gar nicht zum typischen Klientel gehört, fielen die Lunchrider hier auf.

Heute kennt man sie hier und weiß: Jeden Mittwoch um kurz vor 13 Uhr kommen die vorbei und trinken einen Kaffee. Aus selbst mitgebrachten Tassen, weil keiner Lust auf „To-Go“-Wegwerfbecher hat. Diese Bude passt einfach so perfekt zur gesamten Ausfahrt: es war so bodenständig, so natürlich und so sympathisch. Und das Highlight der kurzen Tour folgte noch. Zum ersten Mal war ich live dabei, als Harald sein Smartphone zückte und im Aufzug des Elbtunnels ein weiteres #Lunchride-Elbtunnel-Foto schoss. Das Leben kann so einfach und doch so schön sein. Vielen Dank, liebe Lunchrider, fürs Mitnehmen und für die schöne Abwechslung meiner #einautoweniger Hamburg Tour!

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