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Warum Fahrradfahren gesund ist – Für den Körper und fürs Gehirn!

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Dass Fahrradfahren gesund ist, weißt du sicher schon und spürst es oft am eigenen Leib. Aber weißt du auch, warum das so ist? Und ist dir klar, warum Radfahren sogar eine Art Hirnjogging sein kann? In diesem Artikel erklären wir, warum das so ist und wie du den Effekt verstärken kannst. Und du erfährst, warum sogar dein Arbeitgeber sich darüber freuen kann...

Inhalt

Dass Fahrradfahren gesund ist und einen positiven Effekt auf den menschlichen Körper hat, ist bekannt. Dabei spielt es keine Rolle, ob du aus Trainingsgründen mit dem Rad unterwegs bist oder einfach nur, um von A nach B zu gelangen. Mit kontinuierlichem Radfahren steigert sich die Kondition, Muskeln wachsen und der gesamte Körper profitiert von einer besseren Durchblutungssteuerung. Das führt wiederum dazu, dass du dich deutlich vitaler und wacher fühlst. Was das Hirn mit all dem zu tun hat, wie du diesen Hirnjogging Effekt verstärken kannst und warum dein Arbeitgeber sich darüber ebenfalls freuen kann? Darüber sprachen wir mit Trainer Steffen Tepel, der spannende Infos für uns hat.

Fakt ist, dass körperlich fitte Personen insgesamt seltener krank sind und somit natürlich weniger Arbeitsausfälle bestehen. Und wenn wir davon ausgehen, dass man den Weg zur Arbeit auf dem Fahrrad freiwillig bestreitet und hoffentlich auch noch Spaß dabei hat, kommt man auch weniger gestresst im Büro an, als wenn man zuvor schon eine halbe Stunde im Stau verbracht hat. Gute Gründe für deinen Chef, zum Beispiel über das Konzept Jobrad nachzudenken und dir zu einem günstigen Fahrrad Leasing zu verhelfen… Wenn dich das Fahrradfahren gesund macht, ist das nämlich gut für deinen Boss. Aber das ist ein anderes Thema.

Neuro athletic training
Steffen Tepel trainiert Bundesliga Fußball-Profis, Wintersporttalente, Athleten der olympischen Winterspiele oder auch Rennrad Fahrer der Tour de France. Sein Trainingsschwerpunkt liegt im Neuro Athletic Training. Wenn du mehr über ihn und seine Arbeit als Trainer erfahren willst, gibt es hier weitere Infos.

Warum Fahrradfahren gesund ist für Körper UND Geist

In diesem Artikel geht es darum, wie du mit kleinen Übungen während deiner Radtouren von noch mehr positiven Aspekten profitieren kannst. Steffen erklärt das so:

„Bei der Arbeit müssen die meisten Menschen täglich tausende kleine Entscheidungen treffen, über einen langen Zeitraum aufmerksam und konzentrationsfähig bleiben, umfangreiche Prozesse planen und in stressigen Situationen ruhig und emotional stabil bleiben. All diese Aufgaben laufen natürlich im Gehirn ab. Genauer gesagt, erledigt für uns der sogenannte Frontalkortex, der vordere Bereich unseres Gehirns, diese Aufgaben. Je besser diese Schaltstelle des Gehirns funktioniert, desto effektiver und erfolgreicher können wir unserer Arbeit nachgehen.

Das Geniale dabei ist, dass wir diesen Bereich aktiv trainieren können, ohne uns dafür besonders körperlich anzustrengen. Aus der neurowissenschaftlichen Forschung wissen wir, dass das Gehirn einem ständigen Wandel unterzogen ist. Dieses Phänomen heißt Neuroplastizität und beschreibt, dass sich das Gehirn immer genau an das anpasst, was es gerade tut. Das Gehirn, beziehungsweise spezifische Areale dessen, lassen sich sozusagen trainieren wie ein Muskel. Da auch körperliche Bewegung, wie zum Beispiel das Radfahren, einen aktivierenden Effekt auf das Gehirn hat, lassen sich beide Aspekte des Trainings sehr gut miteinander kombinieren.“

Fahren und denken
Ein kleiner Sprint auf dem Weg zur Arbeit kombiniert mit ein paar flotten Matheaufgaben? Klingt nach einer interessanten Challenge, oder nicht?

Steffen erzählt uns weiter, dass der Frontalkortex bereits davon profitiert, wenn man einfach einen aktiven Lebensstil pflegt. Zur Erinnerung: Neuroplastizität ist ein Anpassungsprozess. Wenn ich ständig und dauerhaft nichts mache, wird das Gehirn degenerieren. Wenn ich dagegen aktiv bin, wird es sich auch darauf einstellen. Die Durchblutung im ganzen Körper, also auch im Gehirn, erhöht sich durch Sport und allein deshalb ist Fahrradfahren gesund, wie Bewegung ganz allgemein. Um diesen Effekt aber noch besser für sich nutzen zu können, gibt es eine relativ neue Methode, die so simpel wie genial ist.

Brain Endurance Training: Bewegung plus Denksport

„Das System nennt sich Brain Endurance Training, kurz BET, und bedeutet im Grunde nichts anderes, als dass man sein Gehirn gezielt mit Denksportaufgaben schult, während der Körper in Bewegung ist. Wie bereits erwähnt, wird der Frontalkortex durch Sport angeregt. Genauer gesagt hat jede Bewegung ihren Ursprung im Kortex und verbessert somit die ausführenden Funktionen wie zum Beispiel Entscheidungsfindung, Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit und emotionale Stabilität.

Genauso verhält es sich mit Denksportaufgaben, die ebenfalls eine stimulierende Wirkung auf unser Gehirn haben, weil Neuronenpools im Kortex aktiviert werden müssen, um diese Aufgaben auszuführen. Kombinieren wir nun diese beiden Bausteine miteinander, haben wir die optimalen Voraussetzungen, die Neuroplastizität positiv zu beeinflussen und somit unsere geistige Leistungsfähigkeit auf ein neues Level zu heben. Der Effekt lässt sich wirklich primär in der Kombination beider Aufgaben trainieren.

Fahrradfahren gesund
Warum ist Fahrradfahren gesund? Die Frage kannst du dir beantworten, wenn du stattdessen mal wieder das Auto genommen hast und genervt und mit Rückenschmerzen im Büro ankommst…

Bei ‚nur‘ einem der Bausteine zünden im Kortex sicher ein paar Funken, doch wir wollen ja ein Feuer entfachen, um das Ganze effektiver zu gestalten. Sicherlich profitiere ich davon, wenn ich, wie Einstein, stundenlang in meinem Sessel sitze und mentale Modelle erschaffe. Aber wer hat heute dafür noch die Ressourcen, vor allem Zeit und Energie? Deshalb ist Effektivität gefragt, um den Kortex am Brennen zu halten. Dementsprechend ist das BET eine spannende Methode, um das zu verbessern, was wir Denken nennen.“

Wie funktioniert das Hirnjogging beim Fahrradfahren?

Übertragen wir dies nun auf unseren Arbeitsalltag, sollte auch dem letzten Arbeitgeber bewusst werden, dass Fahrradfahren gesund ist und jeder mit dem Rad fahrende Mitarbeiter ein enormes Potenzial zur Wertsteigerung eines Unternehmens in sich tragen kann. Große Erfolge kommen von kleinen Bausteinen. Aber wie genau funktioniert denn jetzt dieses ominöse „BET“? Steffen erklärt es so:

„Der wesentliche Baustein des BET liegt, wie gesagt, in der Kombination von Sport und kognitivem Training. Wer nun an komplexe Trainingspläne und komplizierte Aufgaben denkt, liegt völlig falsch. Die wissenschaftliche Forschung konzentriert sich derzeit sehr stark auf den ausdauerfördernden Effekt. Der kognitive ‚Denkleistungseffekt‘ ist jedoch mindestens genauso beeindruckend.“

Steffen sagt weiter, dass wir uns einfach mal eine Person vorstellen sollen, die jeden Tag insgesamt 20 Kilometer mit dem Rad zur Arbeit fährt. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Person top trainiert oder ein normaler Radfahrer ist, solange sie regelmäßig fährt.

Mathe und fahrrad
Für Fortgeschrittene: Wheelie und dazu die Wurzel aus 169?!

Bei fünf Arbeitstagen in der Woche nimmt sich diese Person vor, an drei von diesen Tagen das Gehirn zu trainieren und investiert dazu jeweils nur maximal fünf Minuten pro Strecke. Während dieser kurzen Zeit löst die Person kleine Aufgaben und konzentriert sich ausschließlich darauf. Eine Aufgabe könnte zum Beispiel sein, das Alphabet rückwärts aufzuzählen. Eine andere beispielsweise das Lösen kleinerer Rechenaufgaben. Nimm dazu die Zahl 100 und subtrahiere nach und nach immer wieder die Zahl 4, bis du bei 0 angekommen bist. In der nächsten Runde subtrahierst du dann die Zahl 6 und so weiter.

Die Kunst dabei ist es, die Schwierigkeit der Aufgaben so zu wählen, dass du dich lange genug auf die Aufgabe konzentrieren kannst und nicht nach drei Denkvorgängen gedanklich abwanderst, sondern sie gerade schwer genug ist. Wie gesagt, große Dinge sind das Ergebnis kleiner Erfolge.

„Der Effekt dieses Trainings resultiert also nicht zwangsläufig aus der Komplexität der Aufgaben an sich, sondern von der Kombination mit der sportlichen Komponente. Stell dir vor, das Frontalhirn hat zwei Zuleitungen, die durch Stimulation Energie anliefern, um unser kortikales Feuer am Brennen zu halten. Leitung eins kann mit Sport aktiviert werden, Leitung zwei mit aktiven Denkvorgängen. Kombinieren wir also beides, haben wir einen potenzierten Effekt. Dass das Gehirn so besser und effektiver arbeiten kann, ist einfach nur die logische Konsequenz daraus.

Natürlich stellt sich dieser Effekt nicht zwangsläufig nach einem einmaligen Training der Methode ein und bedarf sicherlich einer Weile des Übens. Dennoch ist es eine sehr effektive Methode, die auch wissenschaftlich für Furore sorgt. Wer schon mal meditiert hat, kennt diesen Effekt: Die Konzentration kann am Anfang für enttäuschende drei bis fünf Atemzüge aufrechterhalten werden. Nach ein paar Sessions wird das Ganze aber immer klarer und leichter. Einen ähnlichen Effekt haben wir beim BET.“

Na, das klingt doch gut, oder nicht? Radfahren als Fitness Programm, aber auch als Gehirnjogging. Probiere es doch mal aus und nutze die ersten schönen Frühlingstouren für ein paar besondere Trainingseinheiten. Viel Erfolg und vor allem viel Spaß dabei!

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Wer hat’s geschrieben?

Martin Donat

Martin Donat

Erfahren im Abenteurern. Seit 20 Jahren in der bunten Fahrradwelt unterwegs. Aus der Leidenschaft wurde ein Job: Seit zwei Jahrzehnten ist Martin als Redakteur, Fotograf und „Mädchen für alles“ tätig. Rennräder, Gravel- oder Mountainbikes sind seine Welt und das Thema Nachhaltigkeit ist für ihn mehr, als ein Modewort.

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