Wenn ohnehin ein neues Fahrrad her soll oder für dich die gute alte „N+1“-Regel in Sachen optimaler Anzahl der eigenen Fahrräder gilt, wäre es doch schön, wenn du bei der Neuanschaffung etwas sparen kannst, oder nicht? Mit Autos geht das schon lange. Da nennt man das Dienstauto. Im Prinzip funktioniert das mit dem Dienstfahrrad ganz genau so. Wir erklären, wie genau.

Beim Weg zur Arbeit auch noch Geld sparen? Klar, das geht! Nicht nur mit dem Dienstfahrrad, sondern auch mit der Pendlerpauschale, die übrigens mit jedem Fahrrad funktioniert.

Das Dienstfahrrad-Prinzip


  1. Für Dienstfahrräder gelten im Grunde dieselben Regeln, wie für ein Dienstauto. 
  2. Das bedeutet: Der Arbeitgeber besorgt das Fahrrad und überlässt es seinem Arbeitnehmer, der es auch privat nutzen darf. 
  3. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer haben finanzielle Vorteile durch diese Modell. Der Arbeitgeber, weil er die Anschaffung des Fahrrads als Betriebsausgaben absetzen und  – durch die Barlohnumwandlung – Sozialabgaben sparen kann. Der Arbeitnehmer, weil er durch die Anrechnung des Fahrrads auf sein Gehalt „weniger“ verdient und somit weniger versteuern muss. Das Fahrrad selbst muss er hingegen nur pauschal nach der 1-Prozent-Regelung versteuern, wie ein Dienstauto auch, wenn man kein Fahrtenbuch führen möchte. Unterm Strich spart man dabei einiges. Je teurer das Bike, desto mehr macht sich das natürlich bemerkbar. 
  4. Durch die Barlohnumwandlung sinken für den Arbeitgeber die Sozialausgaben. Diese Ersparnis könnte er zum Beispiel nutzen, indem er seinen Mitarbeitern noch eine Versicherung oder einen Servicevertrag gönnt. Immer dran denken: Beim Dienstauto ist sowas selbstverständlich. Und: Je mehr Mitarbeiter das Angebot nutzen, desto fitter und effizienter sind sie!
  5. Ab 2019 sind Dienstfahrräder sogar ganz steuerfrei, sofern sie zusätzlich zum ohnehin gezahlten Gehalt zur Verfügung gestellt werden. Das dürfte allerdings eher selten vorkommen, weshalb diese Neuerung eher in die Kategorie Mogelpackung gehört.
  6. Für das Pendeln zur Arbeit darf der Arbeitnehmer für jeden Arbeitstag 30 Cent pro Kilometer als Pendlerpauschale geltend machen. 
  7. Grundsätzlich sollte das alles natürlich vertraglich zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geregelt sein. In diesem Vertrag darf keine Kaufoption des Fahrrads für den Arbeitnehmer enthalten sein. Dann könnte das Finanzamt nämlich auf die Idee kommen, dass der Mitarbeiter ein „wirtschaftlicher Leasingnehmer“ ist und es drohen Nachzahlungen von Steuern und Sozialabgaben.

Wenn du dich nicht so mit Finanzen und Steuern auskennst – kein Problem. Merk dir einfach, dass du Geld sparst, wenn dein Boss dir ein Firmenfahrrad anbietet. Wie viel in etwa kannst du online überschlagen, zum Beispiel bei diesem Dienstfahrradrechner (der für Arbeitgeber und Arbeitnehmer funktioniert: http://www.dienstfahrradrechner.de. 

Darauf hat doch nun wirklich keiner Lust, oder?

Wenn dein Chef nicht will…


Wenn du meinst, das klingt gut für dich, musst du möglicherweise „nur“ noch deinen Chef überzeugen…

Nichts leichter, als das. Die wenigsten Chefs wollen freiwillig mehr Gehalt zahlen. Schlag ihm doch einfach vor, auf die Gehaltserhöhung zu verzichten, beziehungsweise sogar weniger zu verdienen, denn du dafür ein Dienstrad bekommst: So ein Dienstrad könnte prima als Kompromiss dienen. So könnt ihr beide sparen.

Warum ein Firmenbike nur der Anfang ist…


Neben dem Steuersparen bietet das Dienstfahrrad (beziehungsweise das Radfahren generell) noch ganz viele andere Vorteile. Das ist natürlich unser Lieblingsthema, aber viele der Gründe könnten auch deinen Arbeitgeber überzeugen, über ein Dienstrad für dich nachzudenken:

  1. Firmenrad statt Gehaltserhöhung
  2. Wer regelmäßig Fahrrad fährt, bringt seinen Körper auf Trab: Fettpolster verschwinden, Herz, Muskeln und die Lunge werden gestärkt. Du bist seltener krank und leistungsfähiger. Du bist einfach besser drauf – und das ist in jeder Hinsicht gut für den Arbeitgeber. Und das ist nicht nur Gerede, sondern wissenschaftlich bewiesen! 
  3. Dein Chef spart bares Geld, wenn du seltener krank bist. In Deutschland entsteht pro Jahr ein Schaden von vielen Milliarden Euro, nur aufgrund von Krankschreibungen!
  4. Dein Chef kann noch viel mehr sparen, indem er zum Beispiel in Duschen für seine radelnden Mitarbeiter investiert oder dir das Startgeld für Rennteilnahmen bezahlt. Kein Witz! Viele machen das schon – schlichtweg, weil es sich lohnt! Ein gutes Beispiel ist die DERCHEFZAHLT Aktion der Mecklenburger Seenrunde. Dort gibt es auch noch viele weitere Infos zum Thema.
  5. Wer sich für radelnde Mitarbeiter engagiert, erntet Sozialprestige! 
Bei der Mecklenburger Seenrunde starten viele Firmenteams, bei denen schon der Chef zahlt!

Firmenrad für Selbständige?


Natürlich geht auch das, wie mit einem Firmenwagen. Du genießt dabei im Grunde dieselben Vorteile, wie der Arbeitgeber. Es gibt viele Leasinganbieter für Selbständige. Einziges Manko: Du musst natürlich deine Liquidität nachweisen und deine Firma muss in der Regel länger als ein Jahr existieren. Dann aber ist es prinzipiell eine gute Sache, da du mit den Leasingraten einen kleinen, überschaubaren Posten hast, den du auch noch absetzen kannst. Das edle Rennrad oder das teure Lastenrad ist somit deutlich leichter zu stemmen, als wenn du es bar zahlen würdest.

Vorbildlich – wenn auch nicht perfekt. Firmen wie Merck, Tesa oder Vaude haben schon lange erkannt: Radelnde Mitarbeiter sind zufriedenere Mitarbeiter!

Wer bietet Firmenbikes an?


Grundsätzlich kann der Chef sich selbst darum kümmern – es braucht keinen speziellen Anbieter. Allerdings ist es viel einfacher, wenn sich jemand um die Abwicklung kümmert, der sich damit auskennt. Mittlerweile gibt es viele Firmenradanbieter mit speziellen Leasing-Angeboten. Zum Beispiel:

  1. businessbike.de
  2. mein-dienstrad.de
  3. jobrad.org

Ausschließlich auf große Firmen hat sich der Münchner Anbieter company bike solutions spezialisiert – Falls du in einem großen Unternehmen arbeitest, schlag das doch mal vor.

In unserer Ausgabe #6 haben wir uns mit Markus Maus, dem Geschäftsführer von company bike solcutions, ausgiebig über das Thema Firmenbike unterhalten. Das Interview und viele weitere Stories rund ums Radfahren findest du bei uns im Shop.

Firmenrad Nachteile


Ist das Firmenbike die perfekte Lösung, um ein neues Bike zum Sparpreis abzugreifen? Ganz sicher nicht. Dir sollte immer klar sein: Unterm Strich wirst du nicht reich damit, kannst aber unter Umständen ein bisschen was sparen. Der größte Vorteil liegt sicher darin, dass du das neue Rad nicht auf einen Schlag zahlen musst und vielleicht sogar Versicherung und Wartung mit im Deal drin sind.

Für den Arbeitgeber verhält es sich ähnlich: Auch er wird nicht reich damit. Aber so ist das doch bei fast allem, was man irgendwie absetzen kann, oder? Kleinvieh macht auch Mist. Vor allem aber zählen die Vorteile, die man nicht unbedingt sofort in bares Geld umrechnen kann. Firmenbikes sind ein tolle Motivation und können Mitarbeiter an die Firma binden. Außerdem lässt es sich hervorragend „verkaufen“, wenn man eine Radpendler-freundliche Firmenpolitik betreibt.

Wenn es rein ums Geld geht, solltest du ein paar Punkte beachten:

  1. Für günstige Fahrräder lohnt sich das Modell in der Regel nicht, allein aufgrund des zu hohen bürokratischen Aufwands.
  2. Es gibt in der Regel keine Rabatte vom Dienstradanbieter. Im Gegenteil, der Anbieter will schließlich auch mitverdienen. Wenn du also einen guten Draht zum Händler hast, der dir gute Rabatte einräumt, kommst du möglicherweise billiger weg. Hier hilft nur nachrechnen!
  3. Es gibt steuerliche Fallstricke, die im Nachhinein teuer werden können. Wichtig: Der Arbeitgeber sollte möglichst alle Unterhaltskosten des Rads tragen und im Vertrag darf keine Kaufoption für das Fahrrad vermerkt sein. 

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