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Besser, als der Alte? Wahoo Elemnt Roam im Test

Alt vs. Neu – Wahoo Elemnt vs. Elemnt Roam. Ist der neue GPS Fahrradcomputer wirklich besser? Hier ist unser Test.

Es kommt eher selten vor, dass ich bei der Ankündigung eines Produktnachfolgers denke: Oh nein, bitte nicht! Schließlich ergibt sich durch Neuerungen ja die Gelegenheit, Dinge zu optimieren und zu verbessern. Nur was, wenn es nichts (oder zumindest nicht Vieles) zu verbessern gibt? Dann „verschlimmbessert“ man – was im Falle meines Wahoo Elemnts, der seit nunmehr rund zwei Jahren völlig klaglos seinen Dienst verrichtet, extrem schade wäre. Grund genug, das neue Modell einmal mit dem alten zu vergleichen und der Frage auf den Grund zu gehen, ob es sich lohnt, den neuen Wahoo Elemnt Roam zu kaufen.

Wahoo elemnt roam im test: die verpackung ist ohne zweifel aufwändig.
Eine ganz schön aufwändige Verpackung für einen kleinen Fahrradcomputer…
Lifecycled 1 | lifecycle magazine
Die ist wirklich hochwertig und schön gemacht. Wirklich nachhaltig ist das aber nicht…

„Evolution statt Revolution“ – so kündigte Wahoo die Neuauflage des Elemnts an. Das ließ hoffen. Und schon beim Auspacken hatte ich das Gefühl: So viel hat sich scheinbar nicht geändert beim neuen Elemnt Roam. Es beginnt mit der extrem wertig wirkenden Verpackung. Das ist tatsächlich etwas, was man hätte ändern können, der Verpackungsaufwand ist doch enorm. Hat man das kleine Gerät herausgeholt, wirkt es ein bisschen moderner, ist aber vom Look and Feel immer noch „mein“ Elemnt.

Zumindest sieht der neue wahoo elemnt roam schonmal gut aus.
So weit, so hübsch. Aber funktioniert der neue Wahoo Elemnt Roam immer noch so schön einfach und intuitiv, wie sein Vorgänger?
Die neue halterung wirkt etwas robuster...
Die neue Halterung wirkt etwas robuster…
...und etwas windschnittiger .
…und etwas windschnittiger.
Auf jeden fall sorgt sie für etwas mehr abstand zwischen wahoo elemnt roam und vorbau.
Auf jeden Fall sorgt sie für etwas mehr Abstand zwischen Roam und Vorbau.

Und nun die spannende Frage: Lässt sich der neue Elemnt Roam immer noch genau so einfach einrichten, wie der alte? Den hat man nämlich gestartet, musste mit dem Smartphone einen QR Code scannen und konnte im Grunde genommen sofort loslegen. Nach kurzer Zeit kann ich aufatmen: Jawoll, es ist immer noch genau so einfach, wie ich es gewohnt war. Was genau ist dann aber neu am Roam? Die wichtigsten Unterschiede und Gemeinsamkeiten habe ich euch hier einfach mal aufgelistet.

Alter ElemntNeuer Elemnt Roam
Preis:199,99 Euro (offizieller Preis auf der Wahoo Seite). Ehemaliger UVP: 279,99 Euro.349,99 Euro UVP
Abmessungen:57,5 mm x 90,5 mm x 21,2 mm54,4 mm x 89 mm x 17,8 mm
Displaygröße:68,6 mm (2,7 Zoll)68,58 mm (2,7 Zoll)
Gewicht (inkl. Halterung):124 g141 g
Wasserdichtheit:IPX7IPX7
Lieferumfang:Elemnt, Lenkerhalterung, Vorbauhalterung, Aerohalterung, KurzanleitungElemnt Roam, Aerohalterung, Vorbauhalterung, Kurzanleitung
Verbindung:ANT+ und BluetoothANT+ und Bluetooth
„Take me to“ Funktion
„Get me startet“ Funktion (Route zum Anfangspunkt)
„Retrace your Route“
„Route to Start“ (Kürzeste Route)
„Back on Track“ (Umleitung auf Abruf)
Farbbildschirm
robustes Gorillaglas
Umgebungslichtsensor
Individuell anpassbare LED Anzeige
SMS, E-Mail und Anrufbenachrichtigung
KickR Trainingskontrolle
Integration von Strava, komoot und mehr Apps
Einbindung elektronischer Schalthebel, Muskelsauerstoffsensoren und Trifffrequenzsensoren
In diesem kurzen Video könnt ihr euch selbst ein Bild davon machen, wie einfach der Elemtn Roam eingerichtet wird und wie schnell er sich im Vergleich zum alten Modell starten lässt.

Neu und besser


Es ist natürlich immer sehr subjektiv. Was ist besser, was ist notwendig, worauf kann ich verzichten? Genau das war aber immer die große Stärke des alten Elemnts: Alles war so einfach und intuitiv, dass ich das Gerät gern genutzt habe und das ganz ohne Bedienungsanleitung. Alles ließ sich mit dem Smartphone steuern und einstellen, kein kompliziertes Menü wartete auf mich und es gab keine 100 Funktionen, die ich alle gar nicht brauchte. „Weniger ist mehr“ – das war definitiv ein Motto, welches auf den Elemnt absolut zutraf. Darum war ich zunächst gar nicht unbedingt begeistert, als ich von diversen Neuerungen hörte.

Alt vs. Neu – wahoo elemnt roam vs. Wahoo elemnt
Alt vs. Neu – Wahoo Elemnt Roam vs. Wahoo Elemnt

Doch zum Glück stellte sich meine Skepsis mehr oder weniger als unbegründet heraus. Der neue Roam ist genau so schnell eingerichtet und lässt sich genau so einfach bedienen. Ein paar Navi-Funktionen sind dazu gekommen, die auch ohne Smartphone abrufbar sind. Das wird sicher den ein oder anderen freuen. Ich persönlich brauche sie nicht, aber zum Glück stören sie auch nicht. Was aber finde ich denn nun besser?

Ich finde die neue halterung insgesamt gut gelungen. Sie wirkt etwas robuster und ist optisch auf jeden fall ein fortschritt. Zumindest, wenn der elemnt roam montiert ist...
Ich finde die neue Halterung insgesamt gut gelungen. Sie wirkt etwas robuster und ist optisch auf jeden Fall ein Fortschritt. Zumindest, wenn der Elemnt Roam montiert ist…
Ganz klarer gewinner: das neue farbdisplay mit robusterem glas und umgebungslichtsensor.
Ganz klarer Gewinner: das neue Farbdisplay mit robusterem Glas und Umgebungslichtsensor.

Im Wesentlichen sind es zwei Dinge, die für mich einen echten Mehrwert bieten:

  1. Das neue Display. Es hat zwar dieselbe Größe wie beim Vorgänger, kommt aber in Farbe. Dabei bereitet Wahoo die benutzen Karten sehr vorsichtig auf und beschränkt sich darauf, Hauptstraßen gelb und Wasser blau einzufärben. Kein Farbflash also, dafür aber bewusste Akzente, die es mir erleichtern, das Display abzulesen. Dazu trägt auch das neue „Gorillaglas“ bei, das Reflexionen wirksam reduziert und das besonders robust sein soll, was mich freut, weil das Display meines alten Elemnts mit der Zeit ganz schön verkratzt war. Hoffentlich ist das neue Glas wirklich robuster, das muss sich natürlich noch zeigen. Und dann ist da noch der Umgebungslichtsensor, der neu dazu kam. Er ist der dritte Grund dafür, warum die Karten des neuen Roam deutlich besser abzulesen sind. Das ist für mich übrigens ein wirklich wichtiger Punkt, da ich den Radcomputer fast ausschließlich zum Navigieren mit Karte benutze.
  2. Die Akkulaufzeit. Tatsächlich bin ich mit dem neuen Roam noch nicht so lange am Stück gefahren, dass ich es wirklich exakt sagen könnte. Es scheint aber, dass die Laufzeit des neuen Geräts nochmal ordentlich zugelegt hat. Ebenfalls gut, wenn auch nicht optimal: Der USB-Anschluss befindet sich jetzt an der unteren Kante des Geräts, sodass man nun ein Ladekabel einstecken und das Gerät erst dann in die Halterung einspannen kann. Zuvor ging das nicht, weil sich der Eingang auf der Rückseite des Geräts befand. Nachteil: Der USB Stecker muss einigermaßen Kompakt sein, sonst kollidiert er mit em Vorbau.

Neu und nicht besser


Auch das gibt es. Hier ist meine Meckerliste:

  1. Kartenverwaltung und Speichergröße: Wahoo nutzt neue, detailreichere Karten, die relativ viel Speicher benutzen. Das Gerät hat aber nur 2 GB Speicherplatz, sodass man nicht einfach alle Karten laden kann, sondern ein wenig selektieren sollte. Grundsätzlich kein Problem, da im Alltag gern auf Karten in Südfrankreich oder den USA verzichten kann. Allerdings gestaltete sich die Kartenverwaltung bei mir unhandlich und zu kompliziert. Das geht sicher besser.
  2. Taster: Die vorderen Bedientaster reagieren deutlich schlechter auf meinen Fingerdruck, als beim alten Elemnt. Es ist schon beinahe als fummelig zu bezeichnen, vor allem, wenn man Winterhandschuhe an hat. Wahoo sagt: „Wir haben das auf dem Schirm“.
  3. Gewicht: Es ist mir persönlich total wurscht. Aber es sei an dieser Stelle erwähnt, dass das neue Gerät samt Halterung 17 Gramm schwerer ist, als das alte. Am meisten stört mich glaube ich daran, dass Wahoo auf seiner Webpage so tut, als sei das neue Gerät leichter. Allerdings hat man wohl ohne Halterung gewogen.
  4. Preis: Das ist in der Tat so eine Sache. Offiziell verkauft Wahoo den neuen Roam für 349,99 Euro (Stand Dezember 2019), während der alte Elemnt zum Schnäppchenpreis von 199,99 Euro zu haben ist. Das ist schon ein ganz schöner Unterschied und hier muss jeder selbst wissen, ob die Neuerungen des Roam einen Unterschied von 150 Euro rechtfertigen.
Wahoo elemnt roam 2 | lifecycle magazine
Ein klarer Fall und eine Info, die allenfalls für die Statistiker unter euch von Bedeutung sein dürfte…
Wahoo elemnt roam im test
Der neue Roam ist samt Halterung ein bisschen schwerer geworden: 17 Gramm.

Fazit – Wahoo Elemnt Roam


Im Grunde „fühlt“ sich der Elemnt Roam an, wie mein alter Elemnt. Und das ist gut so! Alle anderen Neuerungen sind dezent und bleiben im Hintergrund, machen aber Sinn. Das neue Display und die dezente Farbdarstellung der Karten ist richtig gut. Die lange Akkulaufzeit ist ebenfalls erwähnenswert. Und auch optisch gefällt mir das neue Teil echt gut. Die neuen (internen) Navi-Optionen sind für mich eher aus der Kategorie „nice to have“, denn ich finde die Bedienung über die App und in Kombination mit Komoot so gut und intuitiv, dass ich niemals auf die Idee kommen würde, das direkt übers Gerät zu machen. Für mich persönlich ist das neue Display der größte Mehrwert.

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4 Gedanken zu „Besser, als der Alte? Wahoo Elemnt Roam im Test“

  1. Hab den ROAM neulich bei einer Tagesveranstaltung in der Umgebung von Valkenburg getestet und kann Martin nur beipflichten, dass mit dem dezent farbigen Display eine Verbesserung einhergeht. Ich habe es vorher nicht unbedingt vermisst, es ist aber sehr angenehm, wenn ich mich nicht immer an die vorgegebenen Strecken halte und Hauptstrassen vermeiden möchte oder als schnellen Transfer nutzen, dann habe ich wesentlich schneller eine Übersicht. Die Anpassung des Displays an die Umgebungshelligkeit ist gut. Wie es bei Nacht ist, habe ich noch nicht ausprobiert.
    Die Akkulaufzeit war für mich immer entscheidend und da bin ich bisher nicht enttäuscht worden.
    Dass ich jetzt gleich meinen ELEMNT mit einem ROAM ersetze, glaube ich nicht. Vielleicht gibt es von WAHOO mal eine Tauschaktion zum aktuellen Preis eines ELEMNT 😉
    Frohes Fest,
    Andreas

    Antworten
    • Hi Andreas,
      danke für deinen Erfahrungsbericht. Immer gut zu lesen, dass es anderen ähnlich geht. Grundsätzlich sehe ich das genau so. Es ist tatsächlich die Frage, ob der deutlich höhere Preis es rechtfertigt, den neuen Roam zu kaufen, bevor der alte seinen Geist aufgegeben hat. 😉
      Dir auch nen frohes Fest
      Martin

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