Es kommt der Punkt im Leben eines Radfahrers, da ist es an der Zeit, sesshaft zu werden. Vorbei die Jagd nach neueren, schöneren, leichteren (Weg-) Gefährten. Es ist Zeit für eine feste Partnerschaft. Zeit für das Eine, mit dem man durch dick und dünn geht. Zeit für Martin’s Fahrrad. lifeCYCLE und Portus Cycles begeben sich auf die Suche nach dem Fahrrad fürs Leben. Begleitet uns bei einem ganz besonderen Custom-Bike-Projekt.

Worum es geht


Es geht nicht darum, irgendein Fahrrad zu bauen. Wir möchten DAS Fahrrad für Martin bauen, das perfekt zu ihm passt. Im Idealfall kommt dabei ein Fahrrad heraus, das er nie wieder verkauft und das ihn in seinem Alltag begleitet. Dabei geht es um eine sinnvolle Ausstattung, die perfekte Geometrie und um den optimalen Einsatzbereich.

Außerdem soll dieses Fahrrad auch noch so nachhaltig wie möglich entstehen. Getreu dem Motto „gut Ding braucht Weile“ wird dieses Fahrrad ganz in Ruhe entstehen. Wir wollen uns ein Jahr Zeit nehmen von der Idee bis zum fertigen Rad. Hier könnt ihr die einzelnen Schritte nachvollziehen.

Der Rahmen eines Fahrrads ist eine Sache. Doch längst nicht alles. Wir wollen versuchen, ein Fahrrad zu bauen, das so nachhaltig wie möglich ist. Das Fahrrad fürs Leben eben.

Inhalt – Das Fahrrad fürs Leben


Die Idee – erste Gedanken zum Fahrrad

Die Geometrie – Bike Fitting (folgt)

Der Rohrsatz (folgt)

Die Ausstattung (folgt)

Der Rahmenbau (folgt)

Die Idee – erste Gedanken zum Fahrrad fürs Leben


Alex und Martin beim Brainstorming.

Im ersten Schritt trafen wir uns mit Alex von Portus Cycles in seiner Werkstatt bei Pforzheim. Bei unserem Treffen ging es darum, unserem gemeinsamen Projekt konkretere Formen zu verpassen. Getreu dem Motto „gut Ding braucht Weile“ sammelten wir erste konkrete Ideen. Der grobe Plan: In etwa einem Jahr kann Martin sein fertiges Fahrrad probefahren. Ein echtes Slow-Bike, sozusagen.

Ja, das dauert lange. Ja, das ist viel Arbeit. Und ja: das wird vermutlich nicht ganz günstig. Aber, um es mit den Worten von Portus Chef Alex zu sagen: „Das nachhaltigste Fahrrad ist das, was man möglichst lange fährt.“ Und genau das ist letztendlich das wichtigste Ziel bei der ganzen Sache.

Bis zum fertigen Rad werden wir sicherlich noch viele Funken sprühen….
… und Späne fliegen sehen!

Wir überlegten uns, wie dieses Fahrrad aussehen soll. Was muss es können? Wie soll es entstehen? Welche Teile wollen wir verbauen? Es war ein buntes Brainstorming mit einer ganzen Menge Ideen, die es im nächsten Schritt zu konkretisieren gilt. Wir werden hier mal alle Ideen zusammenfassen. Vielleicht habt ihr ja noch weitere Vorschläge?

Kennt tolle Firmen oder spannende Produkte, die perfekt zu diesem Projekt passen? Wir würden uns über euer Input sehr freuen. Wenn ihr eine Idee habt, dann schreibt uns doch unter info@lifecyclemag.de, Betreff „Fahrrad fürs Leben“. Die ganze Geschichte zum Besuch bei Portus Cycles findet ihr übrigens in unserer Ausgabe #9.

lifeCYCLE Magazine #9

Diese Geschichte und viele weitere Stories rund ums Thema Fahrrad findet ihr in unserer Ausgabe #9, die ihr ganz einfach in unserem Shop bestellen könnt.

Der grobe (!) Plan.

Rahmen

  • Rahmen aus Stahl: Stahl ist der nachhaltigste Rahmenbaustoff. Stahl lässt sich gut reparieren und hält sehr lange. Stahl liefert komfortabel Fahreigenschaften.
  • Idee: Zum 100-jährigen Bestehen bringt Columbus einen limitierten Jubiläums-Rohrsatz „Cento“ heraus. Diesen Rohrsatz könnte man vor Ort in Italien abholen.
  • Die Geometrie sollte in die Richtung „modernes Gravelbike“ gehen. Es soll auf Touren Spaß machen, aber auch auf der Straße gut laufen und im Alltag Sinn machen. Idee: Auf Basis von Rahmen, die Martin gut gefallen haben, mittels professionellem Bikefitting die Ideale Geometrie finden.
  • Der Rahmen sollte für 700C Laufräder ausgelegt sein.
  • Züge sollten möglichst im Rahmen verschwinden, weil sie dort gut geschützt sind und es gut aussieht.
  • Gewindeösen: So viele wie nötig, so wenig wie möglich. Es sollte aber die Montage von Schutzblechen und Gepäckträgern möglich sein.
  • Rahmen und Gabel sollen Steckachsen besitzen.
Dass Alex auf alte Sachen steht, sieht man in seiner Werkstatt im Grunde überall…
#einautoweniger – sagen wir doch!
Columbus ist ein echter Traditionshersteller, wenn es um Fahrradrohrsätze geht.
Die Späne fliegen…

Teile

  • Möglichst „made in Germany“ beziehungsweise möglichst nachhaltig produziert. Also: Verwendung von regionalem Know-How, hochwertige Materialien, langlebig, guter Service, faire Arbeitsbedingungen
  • Demzufolge möglichst kein Carbon, es sei denn, es gibt wirklich gute Gründe dafür. Denn nachhaltig ist ein Fahrrad auch, wenn es gern, oft und lange gefahren wird. So eine Ausnahme könnte eventuell die Gabel darstellen, weil diese die Fahreigenschaften stark beeinflusst. Hierzu gibt es die Idee der Wound Up Gabel. Columbus hat auch gute Gravelgabeln im Programm.
  • Schaltung: Die Alternativen sind ja begrenzt. „Regional produziert“ ist auf alle Fälle schwierig. Campagnolo wäre eine Option, allerdings gibt es davon keine Gravel-Gruppe, was funktionell betrachtet aber sehr viel Sinn macht. Eine mechanische GRX-Gruppe von Shimano hat momentan die Nase vorn. Sie ist einigermaßen günstig und kann alles, was sie können muss.
  • Steuersatz/Tretlager/Anbauteile: Acros, Reset, Intend, Tune… hier gibt es einige Firmen, die solide Arbeit „made in Germany“ verrichten.
  • Reifen von Continental aus dem Sauerland
  • Nabendynamo von Son
  • Beleuchtung von Riese und Müller. Es stand die Idee im Raum, die Beleuchtung vollständig zu integrieren. Allerdings würde man sich damit sehr stark festlegen. Pflegeleichter wäre sicherlich ein bewährtes System mit guter Ersatzteilsituation und leicht austauschbar.
  • Schutzbleche von SKS (die erstaunlich nachhaltig agieren).
  • Eventuell Pirope-Speichen, hierzu ist aber definitiv noch etwas Recherche nötig. Vor allem die Frage: Wie nachhaltig sind die wirklich? ist zu klären. Außerdem die künftige Ersatzteil-Situation. Alternativ ganz klassische Laufräder mit hochwertigen Speichen von z.B. DT Swiss oder Sapim.
  • Eventuell maßgenaue Taschen von Gramm

Das war der erste Schritt. Viele weitere müssen folgen. Wir freuen uns, wenn ihr diese Geschichte begleitet, indem ihr sie verfolgt oder sogar mit euren Ideen bereichert.


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