lifeCYCLE X Portus Cycles: Das Fahrrad fürs Leben Ausgabe #10, Ausgabe #9, Nachhaltigkeit & Mobilität, Radfahren, Tipps & Infos
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lifeCYCLE und Portus Cycles begeben sich auf die Suche nach dem Rad fürs Leben. Begleitet uns bei einem ganz besonderen Custom-Bike-Projekt.

Es kommt der Punkt im Leben eines Radfahrers, da ist es an der Zeit, sesshaft zu werden. Vorbei die Jagd nach neueren, schöneren, leichteren (Weg-) Gefährten. Es ist Zeit für eine feste Partnerschaft. Zeit für das Eine, mit dem man durch dick und dünn geht. Zeit für Martin’s Fahrrad. lifeCYCLE und Portus Cycles begeben sich auf die Suche nach dem Fahrrad fürs Leben. Begleitet uns bei einem ganz besonderen Custom-Bike-Projekt.

Worum es geht


Es geht nicht darum, irgendein Fahrrad zu bauen. Wir möchten DAS Fahrrad für Martin bauen, das perfekt zu ihm passt. Im Idealfall kommt dabei ein Fahrrad heraus, das er nie wieder verkauft und das ihn in seinem Alltag begleitet. Dabei geht es um eine sinnvolle Ausstattung, die perfekte Geometrie und um den optimalen Einsatzbereich.

Außerdem soll dieses Fahrrad auch noch so nachhaltig wie möglich entstehen. Getreu dem Motto „gut Ding braucht Weile“ wird dieses Fahrrad ganz in Ruhe entstehen. Wir wollen uns ein Jahr Zeit nehmen von der Idee bis zum fertigen Rad. Hier könnt ihr die einzelnen Schritte nachvollziehen.

Der Rahmen eines Fahrrads ist eine Sache. Doch längst nicht alles. Wir wollen versuchen, ein Fahrrad zu bauen, das so nachhaltig wie möglich ist. Das Fahrrad fürs Leben eben.

Inhalt – Das Fahrrad fürs Leben


Die Idee – erste Gedanken zum Fahrrad

Die Geometrie – Bike Fitting

Der Rohrsatz

Die Ausstattung (folgt)

Der Rahmenbau (folgt)

Die Idee – erste Gedanken zum Fahrrad fürs Leben


Alex und Martin beim Brainstorming.

Im ersten Schritt trafen wir uns mit Alex von Portus Cycles in seiner Werkstatt bei Pforzheim. Bei unserem Treffen ging es darum, unserem gemeinsamen Projekt konkretere Formen zu verpassen. Getreu dem Motto „gut Ding braucht Weile“ sammelten wir erste konkrete Ideen. Der grobe Plan: In etwa einem Jahr kann Martin sein fertiges Fahrrad probefahren. Ein echtes Slow-Bike, sozusagen.

Ja, das dauert lange. Ja, das ist viel Arbeit. Und ja: das wird vermutlich nicht ganz günstig. Aber, um es mit den Worten von Portus Chef Alex zu sagen: „Das nachhaltigste Fahrrad ist das, was man möglichst lange fährt.“ Und genau das ist letztendlich das wichtigste Ziel bei der ganzen Sache.

Bis zum fertigen Rad werden wir sicherlich noch viele Funken sprühen….
… und Späne fliegen sehen!

Wir überlegten uns, wie dieses Fahrrad aussehen soll. Was muss es können? Wie soll es entstehen? Welche Teile wollen wir verbauen? Es war ein buntes Brainstorming mit einer ganzen Menge Ideen, die es im nächsten Schritt zu konkretisieren gilt. Wir werden hier mal alle Ideen zusammenfassen. Vielleicht habt ihr ja noch weitere Vorschläge?

Kennt tolle Firmen oder spannende Produkte, die perfekt zu diesem Projekt passen? Wir würden uns über euer Input sehr freuen. Wenn ihr eine Idee habt, dann schreibt uns doch unter info@lifecyclemag.de, Betreff „Fahrrad fürs Leben“. Die ganze Geschichte zum Besuch bei Portus Cycles findet ihr übrigens in unserer Ausgabe #9.

lifeCYCLE Magazine #9

Diese Geschichte und viele weitere Stories rund ums Thema Fahrrad findet ihr in unserer Ausgabe #9, die ihr ganz einfach in unserem Shop bestellen könnt.

Der grobe (!) Plan.

Rahmen

  • Rahmen aus Stahl: Stahl ist der nachhaltigste Rahmenbaustoff. Stahl lässt sich gut reparieren und hält sehr lange. Stahl liefert komfortabel Fahreigenschaften.
  • Idee: Zum 100-jährigen Bestehen bringt Columbus einen limitierten Jubiläums-Rohrsatz „Cento“ heraus. Diesen Rohrsatz könnte man vor Ort in Italien abholen.
  • Die Geometrie sollte in die Richtung „modernes Gravelbike“ gehen. Es soll auf Touren Spaß machen, aber auch auf der Straße gut laufen und im Alltag Sinn machen. Idee: Auf Basis von Rahmen, die Martin gut gefallen haben, mittels professionellem Bikefitting die Ideale Geometrie finden.
  • Der Rahmen sollte für 700C Laufräder ausgelegt sein.
  • Züge sollten möglichst im Rahmen verschwinden, weil sie dort gut geschützt sind und es gut aussieht.
  • Gewindeösen: So viele wie nötig, so wenig wie möglich. Es sollte aber die Montage von Schutzblechen und Gepäckträgern möglich sein.
  • Rahmen und Gabel sollen Steckachsen besitzen.
Dass Alex auf alte Sachen steht, sieht man in seiner Werkstatt im Grunde überall…
#einautoweniger – sagen wir doch!
Columbus ist ein echter Traditionshersteller, wenn es um Fahrradrohrsätze geht.
Die Späne fliegen…

Teile

  • Möglichst „made in Germany“ beziehungsweise möglichst nachhaltig produziert. Also: Verwendung von regionalem Know-How, hochwertige Materialien, langlebig, guter Service, faire Arbeitsbedingungen
  • Demzufolge möglichst kein Carbon, es sei denn, es gibt wirklich gute Gründe dafür. Denn nachhaltig ist ein Fahrrad auch, wenn es gern, oft und lange gefahren wird. So eine Ausnahme könnte eventuell die Gabel darstellen, weil diese die Fahreigenschaften stark beeinflusst. Hierzu gibt es die Idee der Wound Up Gabel. Columbus hat auch gute Gravelgabeln im Programm.
  • Schaltung: Die Alternativen sind ja begrenzt. „Regional produziert“ ist auf alle Fälle schwierig. Campagnolo wäre eine Option, allerdings gibt es davon keine Gravel-Gruppe, was funktionell betrachtet aber sehr viel Sinn macht. Eine mechanische GRX-Gruppe von Shimano hat momentan die Nase vorn. Sie ist einigermaßen günstig und kann alles, was sie können muss.
  • Steuersatz/Tretlager/Anbauteile: Acros, Reset, Intend, Tune… hier gibt es einige Firmen, die solide Arbeit „made in Germany“ verrichten.
  • Reifen von Continental aus dem Sauerland
  • Nabendynamo von Son
  • Beleuchtung von Riese und Müller. Es stand die Idee im Raum, die Beleuchtung vollständig zu integrieren. Allerdings würde man sich damit sehr stark festlegen. Pflegeleichter wäre sicherlich ein bewährtes System mit guter Ersatzteilsituation und leicht austauschbar.
  • Schutzbleche von SKS (die erstaunlich nachhaltig agieren).
  • Eventuell Pirope-Speichen, hierzu ist aber definitiv noch etwas Recherche nötig. Vor allem die Frage: Wie nachhaltig sind die wirklich? ist zu klären. Außerdem die künftige Ersatzteil-Situation. Alternativ ganz klassische Laufräder mit hochwertigen Speichen von z.B. DT Swiss oder Sapim.
  • Eventuell maßgenaue Taschen von Gramm

Das war der erste Schritt. Viele weitere müssen folgen. Wir freuen uns, wenn ihr diese Geschichte begleitet, indem ihr sie verfolgt oder sogar mit euren Ideen bereichert.



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Das Bike Fitting


Ausgehend vom eigenen Rad und dem geplanten Custom-Projekt geht Anna das Bike Fitting äußerst analytisch an.

Das Fahrrad fürs Leben muss vor allem eines: perfekt passen. Es muss sich so fahren, dass sein Besitzer sich jederzeit darauf wohlfühlt. Es braucht eine gesunde Portion Fahrspaß und trotzdem muss die Fahrt komfortabel genug sein, damit der Bund fürs Leben möglichst lange voller Freude und Leidenschaft bestehen kann. Damit das Fahrrad von der Geometrie bis zu den passenden Teilen kein Lotteriespiel wird, gibt es das Bike Fitting. Bevor es also mit einer konkreten Ausarbeitung des neuen Rahmens losgehen konnte, hatte Martin noch einen Termin zu absolvieren!

Der „Guru“. Dieser in jeglicher Dimension einstellbare Ergometer ist die Basis für die Ermittlung der passenden Geometrie.
Alle Daten werden aufgenommen und direkt per Computer ausgewertet.
Aber erst durch Annas Erfahrung entsteht das endgültige Ergebnis. Ihr medizinischer Hintergrund ist dabei von großer Bedeutung.

Es gibt eine Menge Bike Fitting Anbieter. Doch wie findet man den richtigen? Am Ende muss jeder für sich entscheiden, was er braucht und mit wem er gut klarkommt. Martin entschied sich für ein Bike Fitting in der Bergetappe in Essen. Dafür gab es gleich mehrere gute Gründe: Erstens kennt er den Laden schon lange und ist begeistert von der tollen Location und dem darin ansässigen Museum für Opel-Fahrräder. Zweitens ist Essen von Martins Wohnort aus bestens erreichbar.

Und drittens – der wohl wichtigste Grund – überzeugte ihn die Herangehensweise in der Bergetappe. Dort ist Anna zuständig für die Bike Fittings. Sie ist Ärztin und hat daher einen ganz anderen Blickwinkel auf den Körper, als es ein „Selfmade-Bikefitter“ hat. In unserer Ausgabe #10 könnt ihr genau nachlesen, wie das Bike Fitting ablief. Hier wollen wir euch ein paar Eindrücke vermitteln und die wichtigsten Fakten zusammenstellen.

Am Ende hat Anna eine ganze Menge Daten gesammelt, die als Grundlage für alle weiteren Rückschlüsse dienen.
Per Satteldruckanalyse wird das optimale Sattelmodell ermittelt.
Zur Sicherheit misst Anna alles nochmal per Hand nach.
Mit all diesen Daten kann Martin nun die Geometrie für sein neues Bike ermitteln und sein Altes Fahrrad optimieren.
Übrigens: Ein Besuch in der Bergetappe lohnt sich immer! Anna und Stephan (Bild) freuen sich auf euch.
Die Location ist richtig cool und man kann Stunden damit verbringen, sich Stepps Sammlung alter Opelfahrräder (und allerlei anderem alten Kram) anzuschauen.

Grundsätzlich gibt es in der Bergetappe unterschiedliche „Pakete“. Martin bekam ein „Premium Projekt Fit“, welches darauf abzielt, die optimale Geometrie für das Wunschrad – in diesem Fall ein Maßrahmen – zu finden. Nach einem Bodyscan wird die optimale Geometrie vor allem mithilfe eines Guru Fit Systems ermittelt. Das Programm dauert rund drei Stunden und kostet 265 Euro. Einfachere Fitting-Methoden sind ab 75 Euro zu haben. Alle Infos findet ihr unter bergetappe.de/bikefittings.

Der Rohrsatz


Langsam wird es ernst mit Martins Fahrrad fürs Leben. Nachdem er beim Bike Fitting der optimalen Geometrie ein Stück weit näher gekommen ist, geht es nun um die Auswahl des „richtigen“ Rahmenmaterials. Und das ist gar nicht mal so einfach. Schließlich soll sein Fahrrad stabil sein, Spaß machen und auch noch so nachhaltig wie nur möglich entstehen. Martin’s genaue Überlegungen dazu könnt ihr in unserer Ausgabe #10 nachlesen. Letztendlich entschied er sich für einen Stahl-Rohrsatz des italienischen Herstellers Columbus, genauer: für den Jubiläumsrohrsatz „Cento“, den Columbus 2019 zum 100-Jährigen Firmenjubiläum herausbrachte. Hier ein paar Eindrücke von der Produktion.



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