#einautoweniger mit Axel Kocnar: Wir fahren mit euch zur Arbeit – Tag 1, Frühschicht #einautoweniger
geschrieben von
Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on twitter
Share on xing
Axel nahm ab, ist viel weniger krank, gewinnt am Tag zwei Stunden Lebensqualität, spart eine Menge Geld und ist glücklicher. Dafür zahlte er einmalig 58 Euro. Wie das funktioniert, hat er uns gezeigt, als wir ihn auf seinem Weg zur Arbeit begleitet haben...

Nach meiner eher gemütlichen Hamburg-Exkursion begann in der Woche darauf endlich Teil zwei meiner #einautoweniger Tour. Lange hatte ich sie geplant, was gar nicht so einfach war. Denn ich musste ja immer morgens und abends pünktlich zum Schichtbeginn beziehungsweise zum Feierabend auf der Matte stehen und zwischendrin auch noch eine nicht unbeträchtliche Distanz mit dem Rad überwinden. Ich hatte also einen ziemlich genauen Zeitplan im Gepäck und war gespannt, ob es mir gelang, diesen einzuhalten. Gleich am ersten Tag wurde er zum ersten Mal auf die Probe gestellt, als ich um 5 Uhr morgens mein Rad in Bewegung setzte, um Axel Kocnar in Recklinghausen abzuholen. Es regnete in Strömen, doch das beunruhigte mich weniger, als die Tatsache, dass mein Plan vorsah, schon um 6.30 Uhr bei Axel aufzuschlagen – das wird eine sportliche Nummer! 

Von zwei Big-Packs am Tag auf Null. Mein Stoffwechsel zeigte mir den langen Finger und trieb mein Gewicht auf 98 Kilo hoch bei 1,76 Meter Körpergröße. Vom Rad bin ich jedoch nicht gestiegen und das Gewicht pendelte sich dann so nach 2,5 Jahren wieder ins Normale ein.

Axel Kocnar – #einautoweniger

Mit dem Rad aufs Amt


Zum Glück war meine Route perfekt geplant und mein GPS Gerät steuerte mich sicher durch die verregnete Dunkelheit. Obwohl ich noch durch mir bekanntes Gebiet fuhr, war alles so fremd und so ungewohnt. Wann radel ich hier sonst auch im Dunkeln her? Der Zeitdruck sorgte für Spannung und ich war erleichtert, als Axel Kocnar noch am verabredeten Treffpunkt meiner ersten #einautoweniger Etappe stand, obwohl ich leicht verspätet eintraf. Er schwang sich auf sein Rad und los ging’s. Die Route war kurz, aber schön. Ein Stück Bahntrasse, ein bisschen Feldweg, ganz wenig Straße. Und schon waren wir mitten in der Stadt, mitten in Recklinghausen, direkt vor der Bäckerei, wo Axel noch schnell das Frühstück abholte, bevor wir die letzten Meter zum Recklinghauser Rathaus radelten. 

Axel ist Kommunalbeamter im Fachbereich Finanzen, Abteilung Vollstreckung. Also einer jener Menschen, denen auffällt, wenn mal wieder jemand seine Gebühren nicht bezahlt hat. Gut, dass es heute nur ums Radfahren ging! Bevor wir jedoch sein Büro betraten, stellte Axel sein Rad ab. Zu meiner Verwunderung machte er das direkt an der Hauptstraße, an so einem großen Bügel aus Stahl. Ja gibt’s denn hier keinen Fahrradkeller? „Nein, gibt es nicht“ berichtete Axel wenig begeistert. Das ist auch der Grund, warum er genau dieses Fahrrad fährt: Das hat er für 58 Euro bei ebay gekauft – nachdem ihm schon drei andere Räder geklaut worden waren.

58 Euro und ein Haufen Glück


Ein bisschen umgebaut auf Singlespeedantrieb und mit Brookssattel verfeinert gibts es trotzdem ein praktikables Gefährt für die täglichen Fahrten ab. Die Parksituation in Recklinghausen scheint eine Katastrophe zu sein. Das gilt übrigens umso mehr auch für Autofahrer: Entweder man zahlt Unsummen für einen richtigen Stellplatz, oder man improvisiert halt. Und was sagt die Stadt dazu? Nicht viel. „Man mache schon genug für Radfahrer“, sei die Standardantwort, die Axel sich schon öfter anhören musste. Und so erübrigt sich auch die Frage nach weiteren Annehmlichkeiten: Dusche oder Umkleiden? Fehlanzeige. Kein Wunder, dass Axel kaum Mitstreiter hat und wohl der einzige radelnde Vollzugsbeamte Recklinghausens ist. Dennoch will er nicht aufs Radfahren verzichten. Klar, es ist total praktisch. Sein Arbeitsweg ist mit etwas mehr als fünf Kilometern absolut machbar und Axel spart viel Zeit und Geld.

Kälte stört ihn gar nicht, eher schon die Nässe. Ganz selten kommt es daher mal vor, dass er den Bus nimmt. Aber der wahre Grund, warum Axel Kocnar das Rad nicht mehr missen will, ist ein anderer. Axel berichtet mir von früher: „2001 hatte ich eine schwere Knieverletzung, die sämtliche Sportaktivitäten vorerst beendete. Nach einem Jahr wollte ich dann mal wieder anfangen mich sportlich zu betätigen. Wenig Vertrauen ins Knie trieb mich vom Fußball aufs Rad – zum Glück! Gleichzeitig habe ich aufgehört zu rauchen. Von zwei Big-Packs am Tag auf Null. Mein Stoffwechsel zeigte mir den langen Finger und trieb mein Gewicht auf 98 Kilo hoch bei 1,76 Meter Körpergröße. Vom Rad bin ich jedoch nicht gestiegen und das Gewicht pendelte sich dann so nach 2,5 Jahren wieder ins Normale ein.“

Axel Kocnar, #einautoweniger und ein Happy End


Die Plautze verschwand, die Fitness kam und Axel fühlte sich wieder wohl. Zunächst gab er auf dem Mountainbike Gas, heute wird es immer öfter sein Gravelbike von Kona, dass er gern mal auf einer RTF ausführt. Sein Highlight war aber die „Night of the hundret miles“ im letzten Sommer, bei der die ganze Nacht durch den Pott geradelt wurde, mit dem Ziel, bei Sonnenaufgang auf der Halde Haniel in Bottrop zu frühstücken. Apropos: Ich lasse mir noch ein Käsebrötchen schmecken und dann muss ich mich langsam auf den Weg machen. Rund 140 Kilometer liegen vor mir. Um 17 Uhr ist Feierabend. Ich will nicht daran schuld sein, wenn Thomas, der direkt an der holländischen Grenze arbeitet, zu spät zum Abendessen nach Hause kommt. Danke, Axel Kocnar, für eine coole erste Frühschicht auf meiner #einautoweniger Tour.

Hat dir dieser Beitrag gefallen?

Dann teile ihn doch mit deinen Freundinnen und Freunden. Vielen Dank dafür. 

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on twitter
Share on xing

Wer hat’s geschrieben?

geschrieben von
Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on twitter
Share on xing

Schreibe einen Kommentar

#einautoweniger

Safety
first

by reflective Berlin

Mit unserem Sticker kannst du deine Leidenschaft für die beste Art der Fortbewegung zum Ausdruck bringen, denn besser als ein Auto, ist bekanntlich #einautoweniger.

Der hochwertige Sticker ist reflektiertend und trägt zu deiner passiven Sicherheit bei. Den Aufkleber haben wir in Zusammenarbeit mit den Berliner Jungs von Reflective Berlin hergestellt.