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How to: Unser Ultra Endurance Race-Bike Setup fürs RATN

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Neben einer guten Form braucht es bei einem Langstrecken-Rennen gute Ausrüstung. Das Wichtigste ist: Es muss funktionieren und darf nicht zu dick auftragen. In diesem Artikel zeigen wir dir das Ultra Endurance Race-Bike Setup von Martin Staffa, der damit beim Race Around the Netherlands teilnahm.

Inhalt

Mein Ultra Endurance Race-Bike Setup für das Race around the Netherlands hat wahnsinnig gut funktioniert. Ich habe es über die letzten Monate perfektioniert. Und auch, wenn ich nicht finishen konnte, hat es wenigstens bei der Ausrüstung an nichts gefehlt. In diesem Artikel zeige ich dir meine komplette Material- und Packliste für ein Ultra-Distance-Bike-Race.

Bike

Als Fahrrad für ein Onroad-Langstrecken-Rennen kam für mich nur mein Rennstahl Gravel 853 infrage. Es bietet wahnsinnig guten Komfort, eine entspannte Sitzposition und ist schon ausgiebig Langstrecken-erprobt. Die 1×11 SRAM Force Schaltung mit 10 bis 42 Zähnen hinten und ovalem Kettenblatt mit 42 Zähnen vorn ist ebenfalls für mich die beste Option. Der Laufradsatz von LEEZE hat 38mm hohe Felgen, was für die windigen Niederlande hervorragend funktioniert. Darauf tubeless montiert waren 32 mm breite Pirelli Cinturato Velo Reifen, für mich immer noch die besten Reifen und in dieser Breite universell sowie schnell. Zusätzlich habe ich nur noch den Syntace C3 Auflieger montiert. 


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Taschen

Für mich ergibt es beim Taschen Setup am meisten Sinn, dass jede einzelne ein Anwendungsgebiet abdeckt. Für das Race around the Netherlands habe ich auf Taschen von Cyclite zurückgegriffen. Diese sind nicht nur unglaublich leicht und komplett wasserdicht, sondern auch noch ziemlich stylisch und mit praktischen Features bestückt. 

Cyclite HANDLE BAR AERO BAG

Eine der besten und praktischsten Bikepacking-Taschen die ich jemals testen durfte, ist die HANDLE BAR AERO BAG von Cyclite. Sie lässt sich super einfach am Auflieger montieren und bietet knapp 5 Liter Volumen. Das Besondere ist die stromlinienförmige Form, die im Gegensatz zu einer Lenkerrolle klare aerodynamische Vorteile bringt. Die Tasche lässt sich von zwei Seiten öffnen und kann oben mit einem Gummizug ausgestattet werden, um eine sichere Ablagefläche zu haben. Alle technischen Geräte und Kabel, sowie Hygieneartikel für unterwegs (zum Beispiel Po-Creme) waren dort sicher und schnell zugänglich verstaut.

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Cyclite FRAME BAG

Das große Fach der Rahmentasche nutzte ich hauptsächlich für Snacks wie Riegel und Gummibärchen. Ab und zu stopfte ich Bekleidungstücke wie Weste und Handschuh rein. Die Tasche ist zwar relativ kurz, bietet aber trotzdem 2,8 Liter Platz und ist relativ breit. Außerdem konnte ich so eine ein Liter große Trinkflasche nutzen. Auf der anderen flachen Seite verstaute ich alles, was sehr schmal ist, wie Flicken und eine Rettungsdecke. Ein kleiner Ausgang macht auch das Verlegen von Kabeln sehr leicht. 

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Cyclite SADDLE BAG

Mit knapp 13 Litern war die Satteltasche die mit Abstand größte Tasche an meinem Rad. Sie trug alles, was ich tagsüber nicht brauchen konnte. Vom Hygienebeutel über Schlafsachen und Daunenjacke passte alles locker rein. Die Tasche saß sehr stabil. Falls ich doch mal ran musste, war die Konstruktion allerdings danach etwas flexibler und bedurfte ein paar Nachstellungen. Es war auch die einzige Tasche, die ich immer mit in die Unterkünfte nahm und daher jeden Tag neu am Rad befestigen musste. Das geht zum Glück relativ schnell und einfach. 

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Food Pouch

Riegel und Müll lagerte ich in den meisten Fällen im Food Pouch. Irgendwie mag ich diese Art Tasche, aber irgendwie ist es auch wie ein schwarzes Loch, irgendwann lässt sich nur noch erahnen, was darin vorgeht. Trotzdem bietet sie schnellen Zugriff und gute Erreichbarkeit. 

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Bekleidung auf dem Rad

Da das Race around the Netherlands eine extreme Herausforderung ist, wollte ich bei der Bekleidung auf eine Marke setzen, die ich von anderen Langstreckenrennen kenne. Meine Wahl fiel daher auf den Hersteller Albion. Die Marke aus Großbritannien zeichnet sich aber nicht nur durch robuste Materialien aus, sondern legt auch einen großen Wert auf Nachhaltigkeit. Alle ihre Produkte sind dafür ausgelegt, dass sie im Falle eines Schadens repariert werden können. Entweder man macht das mit dem Reparatur-Set selbst, oder schickt es an die Zentrale. 

Oberbekleidung

Die Basis meiner Kleidung war an jedem Tag der Merino Baselayer. Er spendet Wärme und stinkt auch nach Tagen nicht. Darüber trug ich zu 99 Prozent der Zeit ein langes, innen angerautes Trikot mit wahnsinnig hohem Wohlfühlfaktor. Ein kurzes Trikot hatte ich ebenfalls dabei, es kam aber nicht zum Einsatz, da die Temperaturen nie deutlich über 20 Grad stiegen.

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Wenn der Wind zu sehr fauchte oder die Temperaturen unter 12 Grad fielen, trug ich eine sehr effektive und enorm leichte Windweste. Eine bequeme und nicht zu enge Regenjacke (leider ohne Taschen) bildete die letzte Schicht und schützte mich bei Schauern sowie Dauerregen zuverlässig vor dem Eindringen von Wasser. 

Unterbekleidung

Ich kombinierte eine kurze BIB-Shorts mit Beinlingen und konnte mich so schnell und einfach an unterschiedliche Wetterverhältnisse anpassen. Zusätzlich hatte ich noch eine zweite BIB-Shorts einer anderen Marke mit, die ich jeden zweiten Tag trug. Zuletzt waren meine Füße von relativ dicken Socken bedeckt. Bei Bedarf wurden über die MTB-Schuhe Füßlinge gezogen. Obwohl die Wetteraussichten hervorragend waren, entschieden wir uns eine Regenhose mitzunehmen, die wir im Endeffekt allerdings nicht brauchten. Trotzdem war es gut, auf der sicheren Seite zu sein. 

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Accessoires

Dünne Langfinger-Handschuhe trug ich vor allem in den Morgenstunden, dazu legte ich meist parallel ein Multifunktionstuch um den Hals. Besonders praktisch war ein kleiner und extrem leichter Rucksack beziehungsweise Tasche. Dort konnte ich kleine Einkäufe und Reste hervorragend transportieren. 

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Bekleidung neben dem Rad

Da schon vorher abzusehen war, dass keine Zeit für Sightseeing oder irgendwelche Partyabende bleiben würde, beschränkte ich mich bei der Off-the-Bike-Bekleidung auf genau fünf Bekleidungsstücke: lange und kurze Unterhose plus langes Merino Oberteil und dünne Badeschlappen (die ich am Ende nicht unbedingt gebraucht hätte). Zuletzt und eigentlich immer dabei habe ich eine dünne Daunenjacke, welche ich sogar auch einmal auf dem Fahrrad trug.

Essen und Trinken

Etwa 1,5 Liter Wasserreserven konnte ich in meinen beiden Trinkflaschen am Fahrrad unterbringen. Das reichte in der Regel drei bis vier Stunden, da wir in den Pausen immer etwa einen Liter Flüssigkeit zuführten. Wir versuchten auch beim Essen nie zu wenig dabei zu haben, um mindestens vier Stunden ohne Versorgungsstopp fahren zu können. Neben Gummibärchen gab es fast ausschließlich Schokoriegel und Obst. In den Pausen versorgten wir uns mit Sandwiches, Kakao, Cola und süßen Teilchen. Nüsse und Saft waren ebenfalls ein wertvoller Bestandteil unserer Ernährung. Für die Versorgung hatten wir außerdem jeder noch einen Spork und ein Opinel (Messer) mit dabei.

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Fahrradzubehör

Da die Niederlande ein sehr eng besiedeltes Land ist, haben wir kaum Werkzeuge oder Ersatzteile mitgenommen. Ersatzschlauch, Multitool, Reifenheber und Luftpumpe waren in der kleinen Werkzeugflasche an meinem Fahrrad. Schlauch- und Reifenflicken waren ebenso mit dabei. Eine Powerbank sorgte bei mir dafür, energetische Engpässe zu vermeiden. Besonders das Navigationsgerät konnte ich damit gut versorgen. Da wir jeden Abend immer an eine Stromquelle kamen, reichte eine kleine Powerbank mit 10.000 mAh. 

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Fazit

Obwohl wir verletzungsbedingt abbrechen mussten, konnte ich diese Ausrüstungszusammenstellung über mehr als 1.100 Kilometer testen. Nichts hat mir dabei gefehlt und nichts war wirklich zu viel. Beim nächsten Ultra-Race würde ich genau so wieder an den Start gehen. 

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Martin Staffa

Martin Staffa

Martin hat die Leidenschaft für Fahrräder von seinem Vater geerbt, der in der ehemaligen DDR auf der Bahn mit starrer Nabe unterwegs war. Seit über zwölf Jahren ist er nun fast täglich auf schnellen und schmalen Reifen unterwegs. Aktuell schreibt er seine Masterarbeit zum Thema Lastenfahrräder und lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Waimar.

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