Ice & Palms: Skifahren, Fahrradfahren, glücklich sein.

Den Anfang unserer Rubrik Film der Woche soll der Streifen „Ice & Palms” machen. Zum einen hatten wir uns in der Ausgabe 4 mit ihm und seinen Protagonisten schon beschäftigt. Zum anderen sind alle Menschen, denen wir diesen Film empfohlen haben, einfach übergeschäumt vor Abenteuerlust, Erlebnisneid und Nachmach-Kopfkino. Daher wollen wir euch diesen Film nochmals ans Herz legen.

Die Ski auf dem bzw. an dem Rad unterzubringen war noch eine der leichtesten Übungen.
Unterwegs in den Bergen mit dem Rad. Und Ski… Foto: Philipp Becker

Story


Die Story ist eigentlich schnell erzählt. Zwei Typen mit Fahrrädern und Ski wollen von Süddeutschland nach Nizza, also über die Alpen. Um etwas genauer zu werden: Jochen Mesle und Max Kroneck sind leidenschaftliche Skifahrer und zwei abenteuerlustige Freunde. Ihr Traum ist es mit dem Rad von zu Hause bis ans Mittelmeer mit dem Fahrrad zu fahren. Unterwegs wollen sie aber noch ein paar Gipfel besteigen und danach mit den Ski wieder ins Tal düsen. Das klingt alles schon mal verdammt krass und verdammt geil. Das besondere ist aber zum einen, dass sie fast die ganze Zeit über draußen schlafen und das ganze Material an ihren Rädern transportieren. Inklusive Ski sind das über 50 Kilogramm. Eigentlich ist die Tatsache, dass sie alles selbst gedreht haben und dafür auch alles dabei hatten nur noch erstaunlicher.  

Das die Jungs nicht erst seit gestern auf den Brettern stehen, kommt im Film auch ziemlich deutlich rüber.
Ein bißchen Spaß muss sein, auch mit wenig Schnee. Foto: Jochen Mesle

Jochen Mesle und Max Kroneck im Interview


Wir hatte das Glück mit den beiden Jungs vor der Veröffentlichung des mittlerweile mehrfach ausgezeichneten Films zu sprechen. Hier gibt es nochmal das ganze Interview.

Hey ihr beiden, stellt euch doch mal kurz vor.

Wir beide, Max Kroneck (maxkroneck.com) und Jochen Mesle (jochenmesle.com), leben für den Winter, sind also auch beruflich das halbe Jahr auf Ski unterwegs. Im Sommer zieht es uns aber auch viel in die Berge, neuerdings auch auf dem Rad. Kennengelernt haben wir uns vor vielen Jahren zufällig beim Snow-Park-Fahren. Mittlerweile sind wir eigentlich nur noch im Backcountry unterwegs und suchen dabei ganz klassisch den besten Tiefschnee auf den schönsten Hängen.

„Die Idee wurde seit dem besagten Tag vor vier Jahren immer konkreter und wir haben auf diese Tour hingearbeitet.“

Wie kommt man auf die Idee als Skifahrer eine Radtour über die Alpen zu machen?

Bei uns beiden ist diese Idee unabhängig voneinander im Kopf entstanden. Vor grob vier Jahren haben wir, als wir von einer Skifilmproduktion zusammen heimgefahren sind, darüber geredet, dass wir doch mal zusammen unser eigenes Projekt starten könnten. Daraufhin hat jeder mal seine Idee, die er im Kopf hatte, ausgesprochen. Und das war bei beiden die gleiche Idee,  also führte kein Weg daran vorbei und wir mussten diese Aktion in Angriff nehmen.

Eine der schwereren Übungen: Das Fahrrad transportieren, ohne es fahren oder schieben zu können.
Praktisch: Wenn die Straße mal wegen Schnee gesperrt ist, heißt das für Max und Jochen nicht, dass sie einen anderen Weg nehmen müssen. Foto: Jochen Mesle

Wir kennen es selbst von unseren Touren: Die Planung der Route und aller Travel-details kann unheimlich viel Zeit in Anspruch nehmen. Habt ihr eure Tour akribisch geplant oder seid ihr quasi einfach drauf losgefahren?

Das stimmt absolut. Die Idee wurde seit dem besagten Tag vor vier Jahren immer konkreter und wir haben auf diese Tour hingearbeitet. Dadurch dass der Alpenhauptkamm schon eine sehr schöne Linie mit genialen Bergen vorgibt, fiel die Routenplanung dabei an die letzte Stelle.

Viel mehr Aufwand war da die Zusammenstellung einer möglichst leichten und vollständigen Materialliste, sowie die Frage, wie wir das alles selbst dokumentieren können. Der Clou der Routenplanung bestand schlussendlich eigentlich nur darin fünf spannende Skiregionen und ein Endziel zusammenzuführen. Der Rest ergab sich spontan auf der Reise.

„Die Tour selbst wurde also zur Reha und Training zugleich.“

Ihr seid in vier Wochen 1.800 Kilometer gefahren und habt dabei 35.000 Höhenmeter erklommen. Wie sehr hasst oder liebt ihr eure Fahrräder jetzt?

(Max) Um ehrlich zu sein, bin ich vor der Reise nicht sonderlich viel Rad gefahren, aber mittlerweile verbringe ich soviel Zeit wie möglich im Sattel und freue mich,  wenn mein Auto mal wieder kaputt in der Werkstatt steht.

Ganz schön durch, aber total glücklich: Jochen Mesle am Ziel in Nizza. Foto: Max Kroneck
Jochen Mesle Foto: Max Kroneck

Um 1.800 Kilometer mit großem Bikepacking Gepäck inklusive Ski und Ausrüstung zu schaffen, muss man einigermaßen trainiert sein. Wie habt ihr euch vorbereitet?

Ja, das Gewicht, welches uns bei jedem Pass wieder rückwärts runterziehen wollte, war mit die größte Hürde der Tour. Knapp 50 Kilogramm hat jedes Rad von uns auf die Waage gebracht und bei der Testtour drei Tage davor merkten wir, dass wir dringend kleinere Gänge benötigen.

Gezieltes Training vor der Tour war kaum möglich, da wir beide aus einer Verletzung kamen. Die Tour selbst wurde also zur Reha und Training zugleich.

„Generell ist das Gepäck bei solchen Unternehmungen die größte Challenge.“

Was war in Bezug auf den Fahrrad-Part das größte Problem und andererseits das absolute Highlight? Gab es Dinge, die ihr jetzt anders machen würdet?

Im Vorhinein dachten wir, dass wir nur noch Platten flicken und sogar Speichen tauschen würden. Jedoch ließ der erste und einzige Platten bis auf ein paar wenige Kilometer vor Nizza auf sich warten – manchmal läuft’s eben. Generell ist das Gepäck bei solchen Unternehmungen die größte Challenge. So wenig wie möglich ist das Ziel, aber dennoch sollte man für alle Eventualitäten gut ausgestattet sein. Der einzige Punkt an dem wir hätten sparen können, wäre eventuell das Zelt gewesen – aber im Sommergewitter steht man auch nicht gerade gern ohne da.

Ein anderes großes Problem bis einen Tag vor der Abreise war die Übersetzung am Rad. Wir hatten keine Erfahrung mit so viel Gepäck und zum Glück haben die Jungs von Rose uns da noch kurz vor knapp hinten das größtmögliche Ritzel draufgeschraubt. Mit dem haben wir dann auch die meisten Höhenmeter erklommen.

Als absolutes Highlight der Reise würden wir den letzten und höchsten Pass (Col de la Bonette) mit seinen 2.715 Metern bezeichnen. Vor allem wie es von da oben mit beeindruckenden Spitzkehren dann runter zum Meer ging – im strömenden Regen und mit dem ersten und letzten Platten der Reise.

Die Anstrengung kann man Max Kroneck kaum ansehen, die Freude an der Tour dafür um so mehr.
Max Kroneck Foto: Jochen Mesle

Das komplette Interview könnt ihr in der lifeCYCLE Ausgabe Nummer 4 nachlesen. Jetzt wollen wir euch aber nicht weiter auf die Folter spannen. Hier der komplette Ice & Palms Film von und mit Max Kroneck und Jochen Mesle. Wenn ihr noch mehr über die beiden wissen wollt, schaut auf ihre Webseiten oder bei ihren Social Media Accounts vorbei

Facebook: Max Kroneck Jochen Mesle

Instagram: Jochen Mesle Max Kroneck


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