Zwei fahrradverrückte Typen die reflektierende Aufkleber & komplett folierte Rahmen produzieren und einen Bikeshop betreiben – das sind die Jungs von Happarel!

 

Letzten Winter waren wir zur Berliner Fahrradschau in unserer Hauptstadt Berlin. Da uns tageslanges Abhängen in Messehallen aber zu langweilig ist und Berlin einfach soviel mehr zu bieten hat, haben wir uns auf die Suche nach einigen echten Highlights gemacht. Eines davon sind die bereits angesprochenen Jungs von Happarel und genau die haben wir in ihrem Bikeshop getroffen.

happarel bikes lifecycle magazine firmenbesuch

Eberhard Schilling ist einer der beiden Happarel Gründer und ist ursprünglich wegen seines Studiums der Politikwissenschaft nach Berlin gekommen – so kanns‘ gehen!

 

 

 

 

 

 

Hey Eberhard, erzähl uns doch mal kurz wer du bist!
Hallo, ich bin der Eberhard Schilling, komme ursprünglich aus Köln und bin wegen meinem Politikwissenschafts Studium nach Berlin gezogen. Hier bei Happaral bin ich eher durch Zufall reingerutscht. Ich habe in einer Bar gearbeitet und  habe da eben meinen französischen Kumpel Antoine Caperon kennengelernt, der auch so fahrradverrückt war wie ich und gerne geschraubt hat. Er ist Designer und Mechaniker und hat irgendwann angefangen Räder zu folieren. Dann folgte die Idee ein komplett reflektierendes Bike zu machen und das fand ich so geil, dass wir dann angefangen haben das ganze zu professionalisieren damit man es auch jemandem anbieten kann. Die Resonanz war immer super, also haben wir die Firma Happarel gegründet.

Happarel hat sich also zu einem Berliner gemacht?
Ja! Ich habe zwar nach dem Studium kurz überlegt was im Politikbereich zu machen, aber irgendwie war mir der Bürojob zu unsexy und hatte Lust was neues zu probieren. Und natürlich lässt man sich auch schnell von dem Vibe der Berliner Kreativszene anstecken.

Wie lange gibt es euch schon?
Wir haben vor rund 2 1/2 Jahren angefangen und haben uns bei einem Freund in der Werkstatt eingemietet hier in Kreuzberg. Da konnten wir dann lackieren, haben uns auch einen Sandstrahler zugelegt und vieles mehr. Wir haben also erst Mal alles selber gemacht, bis wir gemerkt haben, dass das vielleicht doch ein wenig viel ist. Das ganze war eher so hobbymäßig, trotzdem hatten wir ja schon die Firma und konnten so schon mal ein Zulieferernetzwerk aufbauen um an Teile für Komplettaufbauten zu kommen.

Erklär uns kurz euer Konzept welches ihr mit Happarel verfolgt?
Wir möchten Sachen machen die sehr sicher sind und eben die Sicherheit des Radfahrers erhöhen, gleichzeitig aber nicht scheiße aussehen und umständlich zu montieren sind! Bisher ist es ja so, dass alles was an reflektierenden Sachen zu bekommen ist eher hässlich ist – zum Beispiel die gelben Leuchtwesten. Deswegen haben wir den Designaspekt mit dazugepackt. Neben den komplett folierten und reflektierenden Rahmen, die natürlich auch kostspielig sind, haben eben auch Sachen entwickelt die sich jeder leisten kann und mit denen er an seinem Rad kreativ werden kann. Es gibt halt kleinere Sticker, komplette Sticker-Kits und nebenbei auch Bekleidung mit reflektierenden Motiven. Dazu gibts dann auch noch ein wenig Merch wie zum beispiel reflektierende Cycling Caps. Und zu guter letzt haben wir hier auch noch eine kleine Werkstatt mit drin in der wir ganz normale Reparaturen durchführen.

Ein richtiger Bikeshop also?
Ja richtig, wir reparieren und machen Custom Aufbauten wenn jemand Bock hat. Auch das Thema „Upcycling“ ist hier präsent. Wir haben schon mehrere alte Räder wieder fit gemacht und in einem neuen Look erstrahlen lassen. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass die alte Farbe runtergeholt wird und man mit einem Digitaldruck auf Folie ein völlig neues Bike kreiert.

Happarel Bikes Berlin Lifecycle Magazine Firmenbesuch

Reflektierende Sticker gibt es bei Happarel in den unterschiedlichsten Farben und Formen

Wie siehts aus mit der Produktion eigener Rahmen?
Ja tatsächlich haben wir gerade unseren ersten Prototypen gebaut. Wir arbeiten mit Edelstahl und haben so vor allem in Sachen Gewicht einen echt guten Stand. Wir stehen noch am Anfang, aber das ist so die Richtung wo es hingehen soll. Eine eigene Bike Linie aus Edelstahl! Man kann da hervorragend mit den Folien und Aufklebern direkt auf dem Stahl arbeiten ohne ein Rostproblem zu haben.

Wie verteilt ihr beiden die Aufgaben unter euch?
Antoine ist der kreative und verantwortlich für den visuellen Auftritt von Happarel. Ich hingegen mache einfach alles andere! Kommunikation, Sales, Marketing, Events und alles was sonst noch so ansteht!

Hast du dir das dann alles selbst beigebracht oder kam dir dein Studium da zur Hilfe?
Ja und Nein, natürlich musste ich mir im kaufmännischen Bereich vieles beibringen, aber ich versuche das ein wenig zu verknüpfen. Wir sind zum Beispiel auch Teil des „Volksentscheids Fahrrad“ und engieren uns da für eine fahrradfreundlichere Stadt Berlin. Und dazu haben wir noch ein Konzept in Petto für öffentliche Fahrrad Verleihsysteme in Großstädten, was wir im September auf der „Internationalen Cycling Conference“ vorstellen werden.

Na dann sind wir gespannt und wünschen euch weiterhin viel Erfolg!

Jede Menge Goodies gibt es auch – schaut mal vorbei wenn ihr in Berlin seid!