Mein erstes Bullitt! Von Null auf Hundert eins meiner Lieblingsräder!

Wer hätte das gedacht: Ein Leben ohne Auto – das ist überhaupt kein Problem! Im Gegenteil: Es ist Entspannung pur. Kein Verkehrsstau, keine teuren Reparaturen, keine bösen Flüche, keine beinahe Herzattaken, kein „kannste nicht mal eben schnell…“. Aber es ist auch ein Leben der kleinen Portionen: Mal eben schnell einen Großeinkauf erledigen? Pustekuchen. Zu Hause renovieren? Keine Chance, der Großeinkauf im Baumarkt ist ausgeschlossen. Außer – man hätte ein Bullitt Lastenfahrrad!

Inhalt


Effizienz = Dropbar?

Die Laufräder

Die Reifen

Die Schaltung

Die Beleuchtung

Die Bremsen

Schutzbleche?

Die Ladefläche

Der Aufbau

Technikinfos

Das Video: Martin erklärt sein Bullitt

Erste Eindrücke

Dieser Geistesblitz ereilte mich Ende 2017. Mir war klar: Ich wollte kein Auto mehr. Ebenso klar war mir aber, dass ich hin und wieder mal größere Lasten transportieren wollte, ohne auf fremde Hilfe oder Versanddienste angewiesen zu sein. Also begann ich damit, mich in die Thematik „Lastenrad“ einzuarbeiten. Ein längerer Prozess mit verschiedenen Stationen. Zunächst einmal war ein Komplettrad die naheliegenste, weil einfachste Variante. Aber auch die teuerste – und langweiligste. Eine kleine gedankliche Exkursion zu Lastenrädern mit elektrischer Hilfe wurde schnell verworfen und irgendwie endete es, wie bei fast allen meiner Räder: Es sollte ein Custom-Aufbau werden. Grundlage dafür sollte ein Bullitt-Rahmen sein. Warum? Nach allem, was ich herausfinden konnte, sollte das Bullitt eines der sportlichsten Lastenräder auf dem Markt sein. Mit entsprechendem Aufbau ist es leicht und effizient und auch für lange Fahrten geeignet. Alles Argumente, die mir sehr entgegen kamen. 

Effizient = Dropbar?


Lange überlegte ich, mir einen „Lasten-Renner“ aufzubauen. Letztendlich entschied ich mich aber doch für Mountainbike-Lenker und Parts. Die Gründe leuchteten mir in der Theorie ein: Da ich ja schwere Lasten transportieren wollte, sollten die Parts auch entsprechend was aushalten. Außerdem habe ich bei einem breiten Mountainbike-Lenker mehr „Hebel“, um die Karre bergauf zu quälen. Wenn es wirklich mal weiter weg geht, dürfte zudem die Sitzposition mit MTB Lenker komfortabler sein. Außerdem wollte ich eine SRAM 1×12 NX-Eagle Gruppe verbauen – eine Mountainbike-Gruppe mit Mountainbike-Schalthebel, der eines entsprechenden Lenkers bedarf. Die Entscheidung stand: Es wurde ein MTB Lenker!

Ganz brav und gar nicht extravagant – der MTB-Lenker sollte sich trotzdem als gute Entscheidung herausstellen.

Die Laufräder


Wenn man sich selbst ein Fahrrad aufbaut, hat man ja immer gewisse optische Vorstellungen und einen Anspruch an seine Arbeit. Mir war klar: Ich wollte keine Billo-Schwer-Laufräder von der Stange. Womit meine Probleme anfingen. Denn es gibt sehr wohl sehr günstige Standard-Laufräder für Bullitts mit 26 Zoll hinten und 20 Zoll vorn. Die gefielen mir aber nicht. Der Markt an optisch gleichen Felgengrößenkombinationen ist darüber hinaus aber äußerst überschaubar. Tatsächlich habe ich nur einen einzigen Hersteller gefunden, der eine Felge im Programm hat, die in Frage kam: Spank mit seiner Spoon-Felge. Die gibt’s auch in einer 20 Zoll Version – eigentlich für Kinderfahrräder, aber auch fürs Bullitt tauglich. In der Zwischenzeit fand ich noch ein altes 26-Zoll-Mountainbike-Laufrad im Keller. Ein edles Teil von Tune – aber nicht mehr im Einsatz, weil man bei Mountainbikes ja 26 Zoll mehr oder weniger abgeschafft hat. Das Laufrad war komplett in Schwarz gehalten. Um die Kosten (und das Gewicht) niedrig zu halten entschied ich also, dieses Laufrad zu verwenden und vorn eines mit der Spank-Felge aufzubauen. Das Hinterrad hatte jedoch eine 12-mm-Steckachse, dafür gibt es keine passenden Bullitt Ausfallenden. Die Lösung kommt von Reverse: Die haben einen Adapter von 12 auf 10 mm – die perfekte Lösung des Problems.

Ein halbwegs „hübsches“, leichtes und optisch zum Hinterrad passendes Bullitt-Vorderrad jenseits der Standardlaufräder aufzubauen, das ist gar nicht so einfach, aber es ist möglich!
Richtig praktisch und einfach ein Problemlöser: Diese Schnellspannachse von Reverse reduziert die 12-mm-Steckachse vom Tune-Laufrad auf die 10 mm für die Bullitt-Ausfallenden. Quasi eine Schnellspann-Stechachse.

Die Reifen


Hier verhält es sich ähnlich, wie mit den Felgen. Der an Lastenrädern äußerst populäre „Marathon“ von Schwalbe sagte mir nicht zu. Zu breit, zu schwer, zu Standard. Nicht viel ausgefallener, aber immerhin leichter und schmaler ist Schwalbe’s Kojak, den es ebenfalls in einer 20-Zoll-Variante gibt. Ich bestellte also für vorn und hinten je einen Kojak-Faltreifen in 1,35 Zoll Breite. 

Die Schaltung


Mir war relativ früh klar, dass ich eine 1×12 Mountainbike-Schaltung von SRAM verbauen wollte. Warum? Ganz einfach: Ich wohne zwar „nur“ im Ruhrgebiet, dort ist es aber auch teilweise mächtig steil. Gerade dorthin, wo ich wohne, wartet als leichteste Variante immer ein knackiger Anstieg auf mich: Rund 125 Höhenmeter bei um die 15 Prozent – das ist schon was. Da ich ein großer Fan von 1-fach Antrieben bin und gerade das Lastenrad ein Rundum-Sorglos-Paket sein sollte, kam nur diese eine Möglichkeit in Frage. Es sollte eine „NX Eagle“ werden – passend zum Lastenrad das preiswerte Arbeitstier aus dem Hause SRAM. Und die hat noch einen weiteren „Vorteil“: Mein altes MTB-Laufrad hat noch keinen XD-Driver-Freilauf, wie man ihn für SRAMs Top-Gruppen normalerweise benötigt. Nachrüsten wäre möglich, aber irrsinnig teuer gewesen. Die NX-Kassette passt eh nur auf einen normalen Freilaufkörper – top!

Das Arbeitstier aus dem Hause SRAM: Die NX Eagle-Gruppe.
Markantestes Merkmal: die gigantische Kassette mit großem 50-Zähne-Ritsel. Praktischer Weise passt diese Kassette aber auf einen herkömmlichen Freilaufkörper und ermöglicht so Eagle-Technologie auch für altere und vor allem auch für günstigere Laufräder.
Die X-Sync-Kettenblätter lassen sich super schnell wechseln. Auf diese Weise konnte Martin schnell herausfinden, dass ein 36er Kettenblatt für ihn am Bullitt am besten funktionierte.
Ein Schalthebel – zwölf Gänge – fertig!
An dieser Gruppe ist alles irgendwie „massiv“. Ziemlich passend, für ein Transportrad, oder?
Und noch einmal von hinten, weil’s so schön ist… 🙂

Warum eigentlich keine Nabenschaltung (mit Riemenantrieb), wenn es ein Rundum-Sorglos-Bike sein soll? Die Antwort ist relativ einfach: Erstens ist der Wirkungsgrad einer Nabenschaltung schlechter, als bei einer gepflegten Kettenschaltung, was meinem Ziel, ein möglichst effizientes Rad zu bekommen, nicht in die Karten gespielt hätte. Zudem haben die preislich vertretbaren Alternativen eine deutlich geringere Übersetzungsbandbreite, als SRAMs Eagle Gruppe. Die einzige technisch halbwegs ebenbürtige Variante (und in Sachen Pflege und Wartung überlegene) wäre eine Rohloff-Nabe gewesen, die aber einfach preislich keine Option war.

Die Beleuchtung


Es war soweit: meine persönliche Nabendynamo-Premiere stand bevor. Da ich das Lastenrad wohl überwiegend im urbanen Raum und auch mal spontan bewegen würde, wollte ich mich auf keinen Fall auf eine Akkubeleuchtung verlassen. Ich wollte aufsteigen und losfahren – ohne an irgendetwas denken zu müssen. Sogleich schwebten mir wieder tolle Zusatzfunktionen vor. Wie die Möglichkeit, unterwegs das Handy nachzuladen. Das verwarf ich alles wieder. Wann würde ich denn mit dem Bullitt wirklich einmal so lange unterwegs sein, dass ich das ernsthaft bräuchte? Letzten Endes bekam eine Busch und Müller IQ-XS den Zuschlag. Sie war leicht, lichtstark und auch noch günstig. Hinten entschied ich mich für eine SON-Rückleuchte, die sich an der Sattelstütze befestigen lässt. Da ich erstmal keine fest montierten Schutzbleche fahren wollte, war das die sauberste Lösung – aber auch nicht ganz günstig. Die benötigten Montagematerialien sollten alle dabei sein – ich war gespannt, ob das wirklich so reibungslos funktioniert. In Sachen Nabe entschied ich mich für die „Vernunftvariante“: Die Shutter Precision „PD-8“ kann im Prinzip dasselbe, wie die edle SON, ist aber viel günstiger. Hoffentlich hält sie auch so lange. Übrigens: Wer sich in das Thema Nabendynamo einlesen möchte, kann das hier tun. Die Seite fand ich zumindest recht aufschlussreich.

Kompakt, leicht, Funktionell: Die Frontleuchte von Busch und Müller. Im Hintergrund: Der coole Sticker von SM-Parts, wo ich den Rahmen bestellt habe. Danke nochmal für die schnelle Lieferung!

Die Bremsen


Leicht aber bewährt und kräftig sollten sie sein. Aufgrund der Lenkerwahl kamen nur Mountainbikebremsen in Frage. Am Ende wurden es Shimano XT Stopper. Wesentlich länger überlegte ich, wie ich die Bremsleitungs-Problematik angehe. Denn ein Bullitt benötigt eine sehr lange vordere Bremsleitung. So lange Leitungen sind in normalen Bremsleitungssets nicht enthalten. Und die Endlos-Leitungen von Shimano sind glaube ich eher etwas für Profis, die dann auch in der Lage sind, die Fittings am Ende fachmännisch zu montieren. Am Ende habe ich eigentlich nur einen Hersteller gefunden, der das für mich passende Produkt führte: Jagwire bietet ein Bremsleitungsset an mit 3000 mm Länge, das „Mountain Pro Hydraulic Hose“-Kit. Dazu braucht man dann noch die passenden Endstücke, die auch der Laie einfach selbst montieren kann. 45 Euro kostet der Spaß, dafür sollte dann aber alles passen.

Problemlos in der Montage: Bewährte Technik von Shimano.
Auch „untenrum“ sorgen Shimanos Stopper für ein bisschen Hightech-Optik!

Schutzbleche?


Die Frage wollte ich vorerst offen halten. Schicker (und leichter) finde ich ohne. Also werde ich es erstmal mit Kunststoff-Spritzschutz a la Ass-Safers versuchen. 

Eigentlich ist dieser Asssafer für die Montage am Unterrohr gedacht. Da der lange Fendor Bendor aber nicht an den Bullitt Hinterbau passt, muss es vorerst der Speed Mullet richten.

Ladefläche


Eine mir bislang im Zusammenhang mit Fahrrädern völlig fremde Thematik: Wie „gestalte“ ich die Ladefläche? Aus Kosten- und Gewichtsgründen schwebte mir ein Eigenbau vor. Je mehr ich mich in das Thema hineinfuchste, desto größer wurden aber die Zweifel daran, ob ich das allein vernünftig hinbekomme. Immerhin sollte es ja auch halten und wenigstens ein bisschen gut aussehen. Am Ende landete ich auf der Webpage von Fahrer Berlin. Die haben sich darauf spezialisiert, aus robusten LKW-Planen Zubehör fürs Bullitt zu bauen. Die Sachen sind unschlagbar leicht und machten zumindest den Bildern nach zu urteilen einen richtig guten Eindruck. Zudem passten sie optisch perfekt in mein Bullitt-Konzept. Mir war klar: Wenn ich das, was Fahrer da anbietet, auch nur im Ansatz selber bauen wollte, wäre ich vermutlich in zwei Jahren noch nicht fertig, beziehungsweise äußerst unzufrieden mit dem Ergebnis.

Eine saubere und leichte Lösung: Fahrer Berlin Zubehör.

Nun ging es ans Bestellen. Wer hofft, beim Ordern eines Bullitt-Rahmens großartig in die Preisverhandlung einsteigen zu können, sollte das gleich wieder vergessen. Bullitts sind ein rares Gut. Selbst auf dem Gebrauchtmarkt werden sie zu beeindruckenden Kursen gehandelt. Was ja immerhin gut ist, wenn man sein eigenes mal verkaufen will. Das loszuwerden – darum braucht man sich zur Zeit wirklich keine Gedanken zu machen. Jedenfalls führten diverse Preisvergleiche zu dem Schluss, dass es fast egal ist, wo ich es bestelle. Am Ende bekam also SM-Parts aus Nürnberg den Zuschlag: ein cooler, kleiner Laden mit freundlichen Menschen, die Fahrräder cool finden und nicht nur das Business. Hier wurden mir immerhin die Speditionskosten erlassen – besten Dank noch einmal an dieser Stelle dafür. „Bestellt“ – die Vorfreude stieg ins Unermessliche.

Der Aufbau


Den Aufbau eines neuen Fahrrads muss man zelebrieren! Genau das tat ich. Mehrere Abende lang verschanzte ich mich im heimischen Bastelkeller. Einiges ging schnell, bei ein paar Parts dauerte es etwas länger, bis tatsächlich alles passte. Doch am Ende passte und funktionierte alles, yeah! Das Wichtigste ist einfach, dass man sich genau informiert, welche Maße und Standards man kaufen muss. Dann ist es mehr oder weniger genau so einfach, ein Bullitt aufzubauen, wie jedes andere Rad. Um es eventuellen Nachahmern zu vereinfachen, liste ich hier einfach mal alle wichtigen Infos auf. Eine kleine Randbemerkung noch: Bullitts werden mit dem „Easy Up“-System ausgeliefert, das es später ermöglicht, die Lenkerhöhe per Schnellspanner zu regulieren. Dieses Teil kann man ganz einfach weglassen. Man kann also, wie beim normalen Rad, den Vorbau auch direkt montieren. Alles, was man dafür braucht, sind ein paar Spacer mehr, als gewöhnlich. Da dieses „Easy up“ sauschwer ist und ich es eh nicht brauche, ist das eine super Möglichkeit, Gewicht zu sparen. Apropos: Rund 22 Kilogramm wiegt mein Bullitt mit allem drum und dran – damit bin ich absolut happy.

Da stand es, mein neues Bullitt!

Technikinfos


  • Felgendurchmesser: 20“ vorn, 26“ hinten
  • Achs-Einbaubreiten: 100 mm vorn, 135 mm hinten, 10-mm-Achsen
  • Maximale Reifenbreite: 2,1“ vorn, 2“ hinten
  • Bremsleitung (Länge): 1400 mm hinten (wie am normalen Rad), 2350 mm vorn (Überlänge)
  • Sattelstützendurchmesser: 31,6 mm
  • Tretlager: 68 mm BSA
  • Bremsen: Aufnahme IS2000, Bremsscheibendurchmesser maximal 203 mm vorn und 180 mm hinten

Mehr zum Thema findet ihr in unserem lifeCYCLE Magazin #6! Darin dreht sich alles um #einautoweniger – und wie man den Alltag auf dem Fahrrad meistern und genießen kann.

Das Video: Martin erklärt sein Bullitt


Erste Eindrücke


Endlich war es soweit! Das neue Bullitt stand da und wollte bewegt werden. Wohin? Natürlich zum Baumarkt! Los ging’s. Die ersten Meter ließen Zweifel aufkommen, ob ich jemals mit diesem Gefährt eine Einheit bilden würde: Warum wackelt das nur so? Ich hatte auf den ersten Metern im Straßenverkehr echt ein bisschen Schiss. Doch dieses Gefühl legte sich sehr schnell – dem menschlichen Gehirn sei dank. Es gewöhnt sich ruck-zuck an den langen Radstand und das vergleichsweise instabile Fahrverhalten und gleicht es durch flinke Gegenbewegungen aus. Im Grunde macht es das, was es beim normalen Rad auch macht – nur intensiver. Jedenfalls fühlte ich mich nach rund zwei Minuten schon sicherer und heute fahre ich auf meinem Bullitt, als sei es ein normales Rad.

Auf ’nem Bullitt kann man wirklich fast alles transportieren. Zum Beispiel ein Gravel-Bike. 🙂

Sobald ich mich daran gewöhnt hatte, machte es einfach nur noch Spaß, mit dem Bullitt zu fahren und das hat sich bis heute nicht geändert. Technisch passt alles perfekt, genau so hatte ich mir das vorgestellt. Besonders angetan bin ich von der Schaltung: Die Übersetzungsbandbreite ist beeindruckend und es ist einfach klasse, das mit nur einem Kettenblatt hinzubekommen. Anfangs bin ich mit einem 34er Kettenblatt gefahren, habe es dann aber gegen ein 36er ausgetauscht. Nun ist es perfekt: In der Ebene trete ich locker bis 25 km/h (viel schneller kann/will man mit einem beladenen Bullitt eh nicht fahren) und bergauf kam mir noch kein Berg unter, an dem die Übersetzung nicht ausgereicht hätte. Und wie schon erwähnt: Ich muss bei mir zu Hause teilweise Straßen mit 15 bis 20 Prozent hochkurbeln. Kurzum: SRAMs NX Eagle Gruppe war genau die richtige Entscheidung.

Und noch eine Entscheidung war goldrichtig: Das Ladeflächen-Zubehör von Fahrer ist der Knaller! Die Ladeflächenplane „Deck“ ist so leicht und so einfach montiert, dass es sich nicht lohnt, auch nur einen Gedanken an einen Eigenbau zu verschwenden. Solange man nicht ständig irgendwelche scharfkantigen, spitzen Teile transportieren möchte, ist die LKW-Plane völlig ausreichend. Also für den „normalen“ Hausgebrauch kann ich das „Deck“ voll und ganz empfehlen.

Fahrer’s „Deck“ ist sozusagen die Basisausstattung für des Bullits Ladefläche. Sie ist schnell montiert, wiegt fast nichts und sieht auch noch gut aus.

Die „Bowl“ ist eine Ladeflächentasche, die ich immer dann benutze, wenn ich mehrere Teile transportieren will, die sich nicht einzeln fixieren lassen. Sie ist in Sekundenschnelle an- oder abgebaut und wiegt ebenfalls nicht viel. Einziges Manko: Wenn es regnet, sammelt sie das Wasser. Dafür wäre dann die deutlich teurere „Hood“ das passende Teil.

Die Bowl – wenn man mal mehrere Einzelteile transportieren möchte genau das richtige Zubehör. Wenn man es nicht benötigt, ist es in wenigen Sekunden abgebaut.

Ein Fahrer-Zubehör, das ich ebenfalls nicht mehr missen möchte, sind die „Panel Bags“, die hinter der Ladefläche montiert werden und kleine Teile, wie ein Schloss, Zurrgurte oder auch Handy und Portmonee aufnehmen.

Richtig praktisch für kleine und große Fahrten: In die beiden Taschen des „Panel Bag“ passen Werkzeug, Zurrgute oder andere Kleinteile. So ist wirklich jeder Millimeter am Rad genutzt.

Und dann ist da noch der kleine „Bullitt Bar“, der ziemlich genau so aussieht, wie ein Küchenschubladen-Griff von Ikea. Nur, dass er aus Edelstahl gefertigt ist und genau in die Löcher einer Querverstrebung des Rahmens passt. Er ist so konstruiert, dass man so ziemlich jede handelsübliche Radtasche dort einhängen kann. Das nutze ich immer dann, wenn ich zum Beispiel mal ein Notebook mitnehmen möchte. Alles in allem bin ich mit dem Fahrer-Zeug bisher total happy – klare Empfehlung!

Der erste Einsatz meines neuen Bullitts kurz vor Weihnachten. 🙂

In Sachen Beleuchtung bin ich mittlerweile zum totalen Nabendynamo-Fan geworden! Es ist einfach großartig, wie einfach die Montage war und wie problemlos alles funktioniert. Das Licht meiner Leuchte reicht total aus und vor allem habe ich es immer dabei. Die Standlichtfunktion ist klasse, weil ich so auch gesehen werde, wenn ich stehenbleibe. 

Bier, Vogelfutter – es gibt so ziemlich nichts, was man nicht mit einem Bullitt transportieren könnte…
…sag ich doch!

Was noch offen ist, ist die „Schutzblech-Entscheidung“: Meine Asssafers sind okay – aber mehr auch nicht. Wenn es regnet, wird man trotzdem von unten nass. Was immer dann blöd ist, wenn man zivil unterwegs ist und nur „mal eben schnell“ was besorgen will. Auf lange Sicht wird die Montage richtiger Schutzbleche wohl kaum vermeidbar sein. 

So sieht dann ein Schwerlastenrad aus.

Eigentlich gab es bisher nur eine Situation, in der ich mit meinem neuen Lastenfahrrad echt passen musste: Das war am Bahnhof von Münster. Ich hatte eine 40 Kilo schwere Akku-Musikbox vorne drauf, mit der ich die Critical Mass beschallen wollte. Was ich aber ganz vergessen hatte: Die Karre muss irgendwie die Bahnhofstreppen rauf/runter! Mit der Beladung hatte ich allein keine Chance. Zum Glück halfen mir freundliche Mitreisende…

Alltagsaufgaben, wie zur Post fahren, machen auf einmal wieder Spaß.
Oder Papiermüll wegbringen…
Aber am meisten Spaß macht es immer noch, mit dem Fahrrad im Drive-In-Baumarkt einzukaufen!

Nach ein paar Monaten als stolzer Besitzer eines Lastenrads bin ich immer noch absolut zufrieden mit meiner Entscheidung. Mehr noch: Ich bin total happy damit und noch mehr, als zuvor, davon überzeugt, dass ich kein eigenes Auto mehr brauche. Ich drücke es mal mit den Worten eines Bullitt-Besitzers aus, den ich neulich in Hamburg traf: „Ein Leben ohne Bullitt ist möglich, aber sinnlos“. Dem habe ich vorerst nichts hinzuzufügen.


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