#einautoweniger Michael Brüll: Wir fahren mit euch zur Arbeit – Tag 4, Frühschicht

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on twitter
Share on xing
Beruflich muss es bei Michael Brüll manchmal einfach schnell gehen. Wenn’s nicht brennt, nimmt Feuerwehrmann Michael aus Altenstadt aber am liebsten das Fahrrad!

Um zu erahnen, dass es sich schrecklich anfühlen würde, wenn mich der Wecker um kurz nach zwei – also quasi unmittelbar nach dem Einschlafen – wieder aus meinen Träumen reißen würde, dafür musste ich kein Hellseher sein. Doch dieses Mal konnte ich nichts dafür. Die Schicht rief! Denn heute wollte ich Michael begleiten. Der ist Feuerwehrmann und so eine Schicht auf der Wache beginnt eben früh. Vor allem dann, wenn man vorher noch eine gemütliche 50-Kilometer Tour tätigt. Um vier Uhr morgens war also Treffen bei Michael im beschaulichen Altenstadt angesagt und bis dahin musste ich noch 20 Kilometer vorlegen. Also raus aus den Federn und rein in die nicht mehr stinkenden Radklamotten – die hatte Bernd mir netterweise noch schnell gewaschen. Ein Wahnsinns-Service hier, der heute früh gleich weiter ging: Kaum hatte ich mich in die enge BIB gezwängt, strahlte mich Bernd mit verschlafenem Blick an –  in der Hand eine Kanne Kaffee und ein Express-Frühstück bestehend aus Keksen und Bananen. Yeah!

Michael und ihre Kollegin Julia samt ihrer beiden Bikes.

Als ich wenig später auf dem Rad saß, war die Müdigkeit schnell verflogen. Da war es wieder, dieses tolle Gefühl, wenn man nachts völlig allein weit und breit der einzige Bekloppte ist, der mit dem Fahrrad durch die Gegend fährt. Ich liebe es einfach, ich weiß auch nicht, warum. Die Fahrt zu Michael machte trotz früher Stunde also irgendwie richtig Spaß. Von Altenstadt aus ging es dann weiter. Gemeinsam mit Michael standen nun knapp 50 Kilometer auf unserem Frühsport-Programm. Etwa auf halber Strecke würde noch Julia zu uns stoßen, Michaels Kollegin, radelnde Feuerwehrfrau.

So entspannt meine Fahrt bis hierher war, so anstrengend wurde sie nun. Es stellte sich nämlich ein richtig heftiger Gegenwind ein, der uns mächtig bremste und dafür sorgte, dass ich den ein oder anderen Fluch aufschnappte, der dem vor mir fahrenden Michael über die Lippen huschte. Da wussten wir ja noch nicht, dass es später auch noch regnen würde. Also strampelten wir tapfer weiter bis zum Etappenziel Bad Vilbel, wo zum einen Julia zu uns stoßen und zum anderen unsere Route auf den schönen Niddaradweg abknicken würde, auf dem wir dann verkehrsfrei Richtung Feuerwehrwache in Frankfurt rollen wollten.

Das Pendeln ist mein Ausdruck dafür, dass ich gern Rad Fahre und zwar immer und bei jedem Wetter. Ich verbinde so das Angenehme mit dem Nützlichen. Die zwei Stunden auf dem Rad nimmt mir keiner.

Michael Brüll, 35, aus Altenstadt, Oberbrandmeister in Frankfurt

Als Julia unsere Radsportgruppe ergänzte, wurde aus der schweigsamen Männerfahrt eine unterhaltsame Talkrunde. Ich erfuhr, dass Julia Michael ein bisschen in den Hintern treten musste, damit der auch morgens mit dem Rad und nicht mit der Bahn zur Wache fuhr. Ich bekam die Bahnlinie gezeigt, die mehr oder weniger parallel zur Radstrecke verläuft und die immer ein super Plan-B ist, falls man mal einen Platten hat oder das Wetter zu heftig wird. Und ich schmunzelte, wenn es wieder hieß: „trinken“ – die beiden erinnerten sich regelmäßig daran, einen Schluck aus der Trinkflasche zu nehmen. „Schließlich erzählen wir das ständig den Kindern und dann trinken wir selbst zu wenig“. Recht hat sie.

Langsam wurde es urbaner. Die Lichter der Großstadt vermischten sich mit dem Lärm der Metropole, die langsam zum Leben erwachte. Mittlerweile regnete es in Strömen und ich wollte einfach nur ankommen. Da endlich: die Feuerwehrwache „FRW31“! Das Tor war schon geöffnet und um den frisch polierten Feuerwehrwagen herum standen schon die Kollegen, die bereits auf uns warteten. Dienstbeginn! Doch zuvor stellten die beiden ihre Räder ab, nahmen eine Dusche und zogen sich an, wie richtige Feuerwehrleute. Die Bedingungen zum Radpendeln hier könnten kaum besser sein: In so einer Feuerwehrwache gibt es einfach alles, was man braucht, wenn man mit dem Fahrrad kommt. Umkleideräume, riesige Spinde, Duschen und sogar eine Küche mit riesigen Vorratskühlschränken – schließlich verbringen die Feuerwehrleute hier viel Zeit und übernachten während ihrer langen Schichten sogar auf der Wache.

So stellt man sich einen Spint bei der Feuerwehr vor, oder nicht?

Echt praktisch, wenn’s auch im Beruf mal schmutzig wird: Duschen sind in Michaels Feuerwehrwache jedenfalls obligatorisch.

Die Dienstbesprechung stand an und somit kam die Frage auf: Mannschaftssport oder nicht? Die Antwort von Michael und Julia ist so eine Art Running Gag: „Denkt dran, wir haben schon 50 Kilometer Vorsprung!“ – gefolgt von allgemeinem Gelächter. So war es, zumindest für die beiden, auch zu verkraften, dass die Laufeinheit heute wetterbedingt ausfiel. Nach einem leckeren Frühstück bekam ich, da ich noch etwas Zeit hatte, eine ganz private, äußerst detaillierte Führung durch die Wache, samt Einführung in die spannende Technik des Feuerwehrwagens und einem Blick auf die traditionelle Rutschstange, die es auch in dieser Wache gibt. Ich traute mich nur nicht, sie zu benutzen.

Und endlich mal ein bisschen Farbe fürs Bild! Wenn man mitten im Winter Menschen früh morgens zur Arbeit begleitet oder spät nach Feierabend mit ihnen nach Hause radelt, ist es gar nicht so einfach, schöne Fotos zu machen. Die Feuerwehrwache war da ein dankbares Motiv.

Die Fahrt zur Feuerwehr war ein richtiges Highlight. Die frühe Fahrt durch den Regen, der Gegenwind, Michael und Julia, die mich wirklich mit ihrer Motivation beeindruckt haben und mein spannender Besuch auf der Wache – eine Radfahrt, die ich sicher nicht vergessen werde! Vielen Dank dafür.

Auch, wenn sie eigentlich kau genutzt wird: Es gibt sie noch, die gute, alte Feuerwehrstange

Und weiter geht’s! Von der Frankfurter Feuerwehr fährt Martin weiter nach Darmstadt.

Hat dir dieser Beitrag gefallen?

Dann teile ihn doch mit deinen Freundinnen und Freunden. Vielen Dank dafür. 

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on twitter
Share on xing
Vielleicht interessiert dich auch das hier?

Ähnliche Beiträge

Wer hat’s geschrieben?

geschrieben von
Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on twitter
Share on xing

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

#einautoweniger

Safety
first

by reflective Berlin

Mit unserem Sticker kannst du deine Leidenschaft für die beste Art der Fortbewegung zum Ausdruck bringen, denn besser als ein Auto, ist bekanntlich #einautoweniger.

Der hochwertige Sticker ist reflektiertend und trägt zu deiner passiven Sicherheit bei. Den Aufkleber haben wir in Zusammenarbeit mit den Berliner Jungs von Reflective Berlin hergestellt.

Gefällt dir dieser Artikel besonders gut oder hast du eine Frage?

Wir würden uns sehr freuen, wenn du diesen Artikel mit deinen Freunden teilst oder uns einen Kommentar mit Lob, Kritik oder einer Frage hinterlässt.

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on twitter
Share on xing

Danke für dein Feedback!

Gefällt dir dieser Artikel oder hast du eine Frage dazu? Dann lass uns doch einen Kommentar da oder teile diese Seite mit deinen Freunden.

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on twitter
Share on xing