Blubrake ABS System für Cargobikes im Kurztest

ABS für Lastenfahrräder – braucht man das wirklich? Wir konnten die Neuheit von der jungen italienischen Firma Bluebrake ausprobieren und uns ein Urteil darüber bilden, ob das System mehr Sicherheit bringt oder nicht. Hier sind unsere Eindrücke von einem kurzen Test.
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ABS für Lastenfahrräder – braucht man das wirklich? Wir konnten die Neuheit von der jungen italienischen Firma Bluebrake ausprobieren und uns ein Urteil darüber bilden, ob das System mehr Sicherheit bringt oder nicht. Hier sind unsere Eindrücke von einem kurzen Test.
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    ABS für Cargobikes von Blubrake – die Facts

    Blubrake – die Firma

    Blubrake ist ein noch junges Unternehmen, das 2015 in Mailand gegründet wurde und das von vornherein die Vision verfolgt, das perfekte ABS System für E-Bikes anzubieten. In Mailand arbeiten mehr als 30 Ingenieure daran, die vom Auto bekannte und bewährte Technik aufs (E-)Bike zu übertragen, damit der Alltag auf zwei Rädern in Zukunft deutlich sicherer wird.

    Auf den ersten Blick sieht es aus, wie ein normales Cargobike. Und da ist auch gut so: Das Blubrake System sieht man nicht, man spürt es nur!

    Warum ABS an Cargobikes?

    Laut Blubrake sind missglückte Bremsmanöver eine der häufigsten Unfallursachen im Zusammenhang mit E-Bikes. Der Grund dafür ist einleuchtend: Sobald die Bremse am Vorderrad zu stark betätigt wird (was vor allem bei rutschigem Untergrund schnell geht), wird das Zweirad quasi unkontrollierbar. FahrerInnen mit sportlichem Hintergrund bekommen solche Situationen oftmals in den Griff, während weniger bei weniger routinierten Radlerinnen und Radlern bei einem blockierendem Vorderrad der Sturz unvermeidbar ist. Und genau dann kommt das ABS System ins Spiel: Wie beim Auto löst es für den Bruchteil einer Sekunde die Bremse und somit die Blockade des Vorderrads. Der Effekt: Das Vorderrad rutscht nicht mehr, sondern behält Bodenhaftung. So zumindest die Theorie.

    Bisher war die Technik von Blubrake nur „normalen“ E-Bikes vorbehalten. Die Kräfte, die an E-Cargobikes auftreten, stellten eine besondere Herausforderung für die Entwickler dar. Doch jetzt ist das System auch für Lastenfahrräder zu haben. Blubrake ist mit verschiedenen Herstellern im Gespräch, sodass wir künftig sicher das ein oder andere Serien-Cargobike vorfinden werden, an dem das neue Blubrake E-Cargo ABS verbaut ist. Apropos: Das System wird nicht einzeln zum Nachrüsten erhältlich, sondern nur an vollständig montierten und abgenommenen Serienbikes zu finden sein.

    Im Wesentlichen besteht das Blubrake ABS System aus drei Bauteilen (von links nach rechts): Steuereinheit, Geschwindigkeitssensor und „Aktuator“. Am ehesten sieht man noch den Geschwindigkeitssensor, der am Vorderrad verbaut ist und wie eine zweite, kleine Bremsscheibe aussieht.

    Der „Aktuator“ war am Douze Testrad unter der Ladefläche montiert. Später wird dieses Bauteil aber vermutlich in der Regel unauffällig im Rahmen „verschwinden“.

    Diese kleine LED-Anzeige gibt Auskunft darüber, ob das ABS System funktioniert und wann es in den Bremsvorgang eingreift. Da vermutlich niemand während einer Vollbremsung auf die Anzeigen an seinem Lenker achtet, ist dieses Teil nicht besonders sinnvoll, aber es ist vorgeschrieben…

    Wie funktioniert das E-Cargo ABS System?

    Das Prinzip ist denkbar einfach: Ein Geschwindigkeitssensor am Vorderrad misst die Geschwindigkeit und registriert plötzlichen Geschwindigkeitsabfall, sobald das Vorderrad während eines Bremsvorgangs blockiert. Diese Daten werden in der Steuereinheit des Systems verarbeitet, die wiederum dem „Aktuator“ mitteilt, wann es die Bremse zu öffnen hat. Der Aktuator nimmt dann für den Bruchteil einer Sekunde den Druck vom System. Die Bremse öffnet sich, die Radblockade löst sich, die Bremse wird wieder aktiviert – das typische „Bremsstottern“ eines ABS-Systems. Die drei Bauteile (Sensor, Steuergerät, Aktuator) nehmen wenig Platz weg und sind unauffällig im Rahmen des Bikes integriert.

    Blubrake ABS für Cargobikes: Der Test

    Herwig Reus von Blubrake besuchte uns, um uns das neue System vorzustellen. Mit im Gepäck hatte er ein Douze Lastenrad, das mit dem Blubrake System ausgestattet ist. Wir konnten es uns in Ruhe anschauen und es in Ruhe ausprobieren. Allerdings ist auch klar, dass es sich hier bei nur um eine Momentaufnahme handelt und nicht um einen Dauertest.

    Der ABS-Effekt

    Es ist gar nicht so einfach, diese Situation bewusst zu provozieren: Ein rutschendes Vorderrad möchte ich normalerweise nicht haben. In diesem Fall aber doch. Also suchte ich mir eine moosige, stark abschüssige Pflasterstrecke, die ich zusätzlich mit etwas losem Split garnierte, damit es schön rutscht. Eine Probefahrt mit meinem Bullitt zeigte: Ja, es ist „glatt“!

    Dann war das Test-Douze dran, das ich mit 40 Kilo Beton ein bisschen aufgemöbelt und auf realistisches Reisegewicht gebracht hatte. Der erste Versuch war etwas zu zaghaft: Es braucht eine gewisse Grundgeschwindigkeit (schneller als 5 km/h), bevor das System mit der Arbeit beginnt. Rollt man nur langsam vor sich hin und zieht dann ruckartig die Bremse, fühlt es sich eher an, als wenn kein Druckpunkt vorhanden ist. Das ist allerdings ja auch eine sehr konstruierte Situation… Beim nächsten Mal gab ich also beherzt Gas und langte ordentlich in den Bremsgriff, wie ich es zuvor mit meinem Bullitt getan hatte. Und sieh da: Das Bike hielt die Spur und reduzierte dabei die Geschwindigkeit. Rutschen? Nahezu ausgeschlossen.

    Fazit: Blubrake ABS für E-Lastenräder

    Ich persönlich habe ein ABS System an meinem Lastenrad bislang nicht vermisst (ebenso, wie einen E-Motor). Für mich fühlte es sich ein wenig nach „Spaßbremse“ an, die das Bike unnötig schwerer und teurer macht. Das liegt aber ohne Zweifel daran, dass ich sehr routiniert auf dem Rad sitze und zudem in meiner Vergangenheit viele Jahre lang Mountainbike Downhillrennen gefahren bin – wie man richtig bremst, das weiß ich wirklich und wenn die Räder anfangen zu rutschen, beginnt für mich der Spaß erst richtig. Das ist aber nur meine persönliche Empfindung und die hat nichts damit zu tun, wenn wir über den Einsatz eines Cargobikes im Alltag von Menschen reden, die einfach nur sicher von A nach B fahren möchten.

    Diesbezüglich muss ich neidlos anerkennen: Das ABS System tut, was es soll. Zumindest war das während der überschaubaren Testphase der Fall. Ob sich das System dauerhaft und im Alltag bewährt, dazu möchte ich nach so kurzer Zeit keine Aussage treffen. Fakt ist aber: Wenn alles ordnungsgemäß arbeitet, ist es auch unerfahrenen FahrerInnen nahezu unmöglich, das Vorderrad zum Blockieren zu bringen. Und das ist gut, sofern die Sicherheit oberste Priorität besitzt. Also zum Beispiel dann, wenn man wertvolle Fracht (wie die eigenen Kinder) per Lastenrad befördert.

    Gerade in deutschen Städten, wo die Infrastruktur für den Radverkehr oftmals alles andere als optimal (und sicher) ist, kann es immer wieder zu kritischen Situationen mit Autos oder LKW kommen. Dann greift man in der Regel in die Bremsen und wenn man dies aus einem untrainierten Reflex heraus tun, kann es schnell gefährlich werden. Genau dann greift das ABS System ein und verhindert effektiv Schlimmeres. Bikes mit so einem System werden ein wenig schwerer sein und ganz bestimmt zunächst ein bisschen teurer. Wer auf Nummer sicher gehen will, für den ist das Blubrake ABS System aber eine wirklich gute Investition. Mich würde es nicht wundern, wenn diese Technik in ein paar Jahren an hochwertigen E-Cargobikes zur Grundausstattung gehört.

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