Jedes Fahrrad mit Kettenantrieb braucht Kettenöl. Schmierstoff-Spezialist Bremer & Leguil aus Duisburg verspricht mit seiner neuen Marke „antidot.“ nachweislich biologisch abbaubare Pflegeprodukte wie das antidot kettenöl. Wir sind der Sache vor Ort auf den Grund gegangen und haben dem Hersteller in Duisburg einen Besuch abgestattet.

Wer hinter der neuen Marke „antidot.“ steht und wie so eine Fahrradkettenölproduktion aussieht – das könnt ihr im lifeCYCLE Magazin #8 nachlesen. Hier wollen wir euch die neuen Pflegeprodukte (wie das antidot Kettenöl) von Antidot vorstellen und ein paar generelle Fragen zum Thema nachhaltiger Fahrradpflege beantworten.

Antidot. ist die neue Marke des Schmierstoff Herstellers Bremer & Leguil, der sich auf möglichst ungefährliche und umweltschonende Pflegemittel und Schmierstoffe spezialisiert hat und unter anderem bekannte Firmen der Lebensmittelindustrie beliefert. So werden zum Beispiel Abfüllanlagen von Getränkeherstellern mit Produkten von B&L geschmiert. Mit diesem Hintergrund kam man also auf die Idee, das Know-how zu nutzen und Pflegemittel für Fahrräder zu entwickeln. Diese sollte natürlich auch möglichst ungefährlich sein und vor allem auch ökologischen Kriterien standhalten. Denn insbesondere Kettenöl landet nun mal irgendwann draußen in der Natur und sollte dementsprechend so unschädlich wie nur möglich sein.

Im eigenen Labor kann B&L so ziemlich jeden Stoff in seine Bestandteile zerlegen.

Man ging also her und analysierte im eigenen Labor allerlei Produkte vom Markt, um erstmal einen Überblick zu bekommen. Und man stellte fest: Oft sind Fahrradpflegeprodukte gar nicht mal so ohne, was ihre Inhaltsstoffe betrifft. Umso mehr befeuerte das die Idee, biologische und nachhaltige Fahrradpflegeprodukte zu entwickeln, die qualitativ keine Abstriche machen. Und so stellt man auf der Eurobike 2019 zunächst vier Produkte vor.

Das antidot. Kettenöl ist ein biologisches und nachhaltiges Hochleistungsöl für jede Wetterbedingung. Es besteht – so B&L – nachweislich zu 100 Prozent aus biologisch abbaubaren Wirkstoffen, die zudem zu 90 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden. Das Kettenöl speed wurde vor allem für trockene Bedingungen entwickelt und verfügt über ein exzellentes Viskositätsverhalten. Weiterhin sind ein biologisch abbaubarer Bike Reiniger sowie ein Kettenreiniger im Programm.

„made in Ruhrpott“ – davon konnten wir uns während unseres Besuchs bei Bremer & Leguil selbst ein Bild machen.

Allen antidot. Produkten sind einige grundsätzliche Dinge gemeinsam, die allesamt dem Nachhaltigkeitsgedanken Rechnung tragen. So sind sie zu 100% made in Germany (ja sogar made in Ruhrpott). Mit Ausnahme des Kettenreinigers sind alle Produkte in PET-Flaschen aus recyceltem Material abgefüllt. Man verzichtet auf Duft- oder Farbstoffe und agiert nach dem Grundsatz: Weniger ist mehr. Darum gibt es auch nur zwei Kettenöle und nicht noch zum Beispiel ein spezielles Regenöl oder eines für E-Bikes – schlichtweg, weil zwei Öle völlig ausreichen sollen. Wenn Stoffe oder Verpackungen zum Einsatz kommen, die aus ökologischer Sicht nicht 100 Prozent „Tiptop“ sind, dann, weil es „derzeit die technisch beste Lösung“ ist, so verriet man uns auf unsere Nachfrage unter anderem zur Sprühflasche des Kettenreinigers. Für antidot Produkte verwende man keine giftigen Stoffe, keine CMR-Stoffe (cancerogen mutagen reprotoxic) und möglichst überhaupt keine Gefahrstoffe. Außerdem verzichte man gänzlich auf Farbstoffe, Duftstoffe, Konservierungsstoffe und Festschmierstoffanteile.

Antidot Geschäftsführer Frank Schnipper (rechts) und Marketing-Leiter Patric Edel zeigen uns die neuen Antidot.-Produkte sowie deren Produktionsstätte.

Grundsätzlich tröpfelt man auch mit antidot. Ölen immer noch ein Öl auf die Kette. Der gesunde Menschenverstand sagt irgendwie, dass es gut ist, ein biologisch abbaubares Produkt zu benutzen, dass es aber dennoch wichtig ist, sorgsam damit umzugehen und nicht damit „rumzusauen“. Doch woran erkennt man ein solches Produkt? Die Hersteller können einem doch viel erzählen, oder nicht? Während unseres Besuchs bei B&L hat man uns ganz offen viele durchaus kritische Fragen beantwortet, was wir hier an euch weiter reichen wollen. Woran erkennt man also, was in der Flasche steckt?

lifeCYCLE Magazine Ausgabe #8

Mehr spannende Storys rund ums Radfahren und um einen nachhaltigen Lebensstil findet ihr in unserer Ausgabe #8. Hier könnt ihr sie direkt bestellen.

Wie so oft beim Konsumieren, so verhält es sich auch bei der Fahrradpflege: Genauer hinsehen lohnt sich.

Die Kennzeichnung beachten

Sobald gefährliche Stoffe in einer kennzeichnungspflichtigen Konzentration im Produkt enthalten sind, muss sich ein entsprechender Gefahrenhinweis auf der Verpackung befinden. Derart Hinweise gibt es viele, zum Beispiel der mit dem Namen „H319“ – er bedeutet „Verursacht schwere Augenreizungen“. Wer es genau wissen möchte, befragt einfach das Internet mit dem Suchbegriff „global harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien“. Sehr viele Informationen dazu gibt’s zum Beispiel hier. Hier findet ihr alle Gefahren- und Sicherheitshinweise, die es für Gefahrstoffe gibt. Wenn auf einer Produktpackung also zum Beispiel „H319“ steht, könnt ihr dort genau nachsehen, worum es sich handelt.

Sicherheitsdatenblätter studieren

Jeder Hersteller von „Stoffen und Gemischen“ muss ein sogenanntes Sicherheitsdatenblatt bereitstellen. Auch wenn der Endverbraucher nicht in diese Informationskette eingeschlossen ist, wird man im Internet schnell fündig. Wir haben uns mal ein paar Ölfläschchen aus unserer Werkstatt geschnappt und online nach deren Namen sowie „Sicherheitsdatenblatt“ gesucht und wurden jeweils fündig. Auf diesen Datenblättern sind unter anderem alle gefährlichen Inhaltsstoffe des Gemisches aufgeführt. Solche Datenblätter können so oder so aussehen. Oder so, wie im Falle Antidot:

Den eigenen Sinnen vertrauen

Ölen und Reinigern, die auffällige Farben haben oder markant riechen, wurden in der Regel Farb- oder Duftstoffe zugesetzt – was technisch gesehen in der Regel überflüssig ist. Das muss noch nichts heißen, aber zumindest lohnt es sich, da mal genauer hinzuschauen. Fakt ist jedenfalls: Ein Öl soll schmieren und muss dafür weder in einer grellen Farbe leuchten noch nach Erdbeeren riechen…

Bremer & Leguil Produkte (wie antidot.) werden mitten in Duisburg hergestellt. „100% made in Ruhrpott“.

Firmenphilosophie und Verpackung checken

Auch das gehört zu einem Produkt. Es lohnt sich zu schauen, wo eine Firma unter welchen Bedingungen produziert, wie der Rest der Produktpalette aussieht und wie Produkte verpackt sind. Hier gilt in Sachen Nachhaltigkeit: Weniger ist mehr. Ein „made in germany“-Produkt von einer Firma, die es schon viele Jahre gibt und die im besten Fall auch noch eine möglichst nachhaltige Firmenphilosophie pflegt, ist schonmal ein guter Anfang. Wie bei so vielen Produkten lohnt es, sich auf den Herstellerseiten einen eigenen Eindruck zu verschaffen.