Planet X Tempest Test

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Ein Gravelbike aus Titan für unter 2.000 Euro? Steckt da der Teufel dahinter? Nein, Planet X aus England. Mit dem Planet X Tempest bieten sie ein Low-Budget Gravel Bike aus Titan. Wir haben es ausführlich getestet.

Gravelbikes sind offensichtlich nicht nur ein Trend, sondern eine Offenbarung. Fast überall sind sie ausverkauft. Gravelbikes aus Titan sind dabei aktuell der letzte Schrei, aber in den meisten Fällen auch sehr preisintensiv. Da kommt ein Direktversender aus England mit einem Gravelbike aus Titan für unter 2.000 Euro daher und jede(r) fragt sich: Kann das was? Wir haben einen ausführlichen Test des Planet X Tempest unternommen.

 

Info

Die Firma: Planet X

Planet X wurde in Sheffield gegründet und zwar bereits vor über 25 Jahren. Dave Loughran wollte immer das angesagteste Triathlon-Material haben und bestellte deswegen eifrig in den USA einiges an Equipment. Einen Teil davon verkaufte er, zuerst an Freunde, dann Bekannte und am Ende kamen eben Freunde von Freunden zu ihm. So kam er ins Geschäft und wurde UK Vertriebsleiter der Marke Powerbar. Diese wurde später an Nestlé verkauft und Dave war seinen Job los. Dann begann er seine eigene Marke aufzubauen und zwar mit der festen Absicht, diese niemals an irgendeinen großen Konzern verkaufen zu wollen. Damals wie heute besteht das Konzept von Planet X aus den Grundpfeilern direkt Kaufen und direkt verkaufen, keine Marketingkampagnen, sondern ausschließlich Mund-zu-Mund Propaganda und alles ist in der eigenen Hand. Das Konzept scheint aufzugehen, immerhin ist Planet X nach eigenen Angaben das zweitgrößte Fahrradmontage-Unternehmen des gesamten Britischen Königreichs.




Trotz Low Budget gehen die Bremszüge innen durch Rahmen und Gabel.

Die Carbon Gabel ist im Vergleich zu anderen eher schlank.

Im Detail

Planet X Tempest – Ausstattung

Die Ausstattung des Planet X Tempest lässt sich ziemlich einfach auf vier Komponenten zusammenfassen:

  1. Der Planet X Tempest Titanrahmen mit Carbongabel
  2. Eine komplette SRAM Force Schalt- und Bremsgruppe
  3. Anbauteile (Sattelstütze, Lenker, Vorbau) mit eigenem Label
  4. einem Fulcrum Racing 900 Disc Laufradsatz

Ein paar der Teile des Planet X Tempest können im Webshop selbstständig zusammengestellt werden. Dazu zählen zum Beispiel der Sattel, die Reifen, Lenkerband und Vorbau. Beim Gewicht werden von offizieller Angabe her keine Zahlen genannt. Unsere Messung mit der Kofferwaage ergibt aber ein Gewicht von 10,60 Kilogramm mit Vittoria Revolution Reifen und dem Standard-Sattel von San Marco, ohne Pedale. Für 200 Euro weniger bekommt man das Planet X Tempest sogar mit einer SRAM Rival Gruppe.

 

 

Planet X Tempest Ausstattung

Preis

1.999 Euro

Größen

SML, MED, LRG, XL

Rahmen

Triple butted 3 Al/2.5V Titanium

Gabel

Selcof Carbon Gravel Fork / Tapered / Flat Mount / 12mm Thru

Steuersatz

---

Vorbau

Planet X Superlight Team 3D Forged Stem / 100 mm / Polished Black / 6 degrees / 31.8 mm Clamp

Lenker

Selcof Sterrato Flared Gravel Handlebar / 42cm

Schaltwerk

SRAM Force 1 Rear Mech / 11 Speed / Long Cage

Schaltgriff

Sram Force

Bremsgriffe

Sram Force DISC

Bremsen

Sram Force DISC, Center Lock, 160 mm

Sattel

San Marco Monza Start Saddle / Black / Carbon Steel

Sattelstütze

Selcof Zeta V2 6061 Alloy Seatpost / 31.6mm / 350mm

Laufräder

Fulcrum Racing 900 Disc 700c

Kurbeln

SRAM Force 1 / 172.5mm / 42T

Kassette

SRAM PG1130 Cassette / 11-42T

Kette

SRAM PC1110 / 11 Speed

Reifen

Vittoria Revolution G+ Graphene
Planet X Tempest Geometrie SM MD LG XL

Sitzrohr (cm)

49,0
51,0
53,0
55,0

Oberrohr (cm)

53,5
55,0
57,0
59,0

Steuerrohr (cm)

11,0
12,5
15,5
16.5

Lenkwinkel (Grad)

71,0
71,5
71,5
72,0

Sitzwinkel (Grad)

74,5
74,0
73,5
73,0

Kettenstrebenlänge (cm)

42,7
43,0
43,0
43,2

Tretlager Überhöhung (cm)

7,0
7,0
7,0
7,0

Überstandshöhe (cm)

72,0
74,0
76,0
78,0

Radstand (cm)

101.6
102,2
104,2
105,4

Stack (cm)

54,3
57,9
58,8
59,9

Reach (cm)

37,8
38,3
39,4
40,6

Ein paar kleine Details am Titanrahmen sind wirklich einfach schön.

Gravelbike aus Titan

Der Test: PlanetX Tempest

Die ersten beiden Ernüchterungen kommen gleich beim Auspacken:

  1. Im Paket ist nur das zusammengeschnürte Tempest, keine Anleitung, Werkzeug oder ähnliches.
  2. Nach dem sehr einfachen Aufbau stellen wir fest, dass der Schaltwerks-Anschlag falsch eingestellt ist – beim ersten Pedaltritt verkeilt sich die Kette hinter dem größten Ritzel.

Punkt eins stört uns nicht, könnte allerdings bei anderen Menschen ein kleines Unbehagen auslösen. Punkt zwei können wir selbst schnell beheben, könnte aber für andere Menschen den Gang zum Radladen bedeuten. Ansonsten war das Planet X Tempest super schnell einsatzbereit. Der Aufbau, inklusive Einstellung des Schaltwerks dauerte nur 30 Minuten.

Lenker und Lenkerband würden wir über kurz oder lang austauschen.

Gleiches gilt für den Sattel.

Der erste Eindruck des Planet X Tempest

Nachdem wir alles zusammengebaut hatten, waren wir wirklich sehr erstaunt, wie gut der erste Eindruck des Planet X Tempest war. Schöne Optik, keine Dellen oder Schrammen, saubere Schweißnähte. Auf den zweiten Blick erkannten wir, wo Planet X am Tempest den Rotstift angesetzt hat, um auf den Preis unter 2.000 Euro zu kommen. Der Laufradsatz ist relativ schwer, gleiches gilt für die Anbauteile. Das Lenkerband ist wirklich super dünn. Bei der ersten kurzen Runde um den Block fällt uns auf, dass sowohl der Lenker als auch der Sattel eher unbequem sind.

Das Planet X Tempest im Einsatz

Nachdem das erste Fazit also gemischt war, machten wir uns auf zu einigen Touren mit dem Planet X Tempest. Die Geometrie ist sehr neutral, das heißt weder super komfortabel, noch total gestreckt. Wir sitzen relativ sportlich auf dem Gravelbike, insgesamt also angenehm. Wir merken schnell, das Planet X Tempest macht auf jeden Fall Spaß. Uns stört weder das relativ hohe Gewicht, noch der günstige Laufradsatz. Nur die Low-Budget-Anbauteile, so merken wir, sie nagen am Komfort. Besonders der super schmale Sattel stößt uns übel auf.

Titan macht optisch auf jeden Fall ganz schön was her.

Unterm Strich

Planet X Tempest – Unser Fazit

Für den Gesamtpreis von unter 2.000 Euro (ohne Versand) bekommt man mit dem Planet X Tempest ein solides Titan Gravelbike. Die Verarbeitung ist absolut okay, die SRAM Force macht einen fantastischen Job. Über kurz oder lang würden wir Sattelstütze, Lenkerband und Lenker austauschen. Abgesehen davon eignet sich das Rad aber für alle Graveleinsteiger und auch Pendler. In unserem ausführlichen Video erfährst du noch mehr zum Planet X Tempest.

Vorn ist noch jede Menge Platz für fettere Reifen.

Hinten auch, insgesamt sollen sogar 50 mm reinpassen.

Insgesamt ein solides Gravelbike mit ein paar Schwächen, die für den Preis in Ordnung gehen.

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