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Kurz erklärt am Beispiel von Liny Bikes: Was versteht man unter Kreislaufwirtschaft?

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In unserer Ausgabe 19 haben wir über Tim Röber und seine neue Bikemarke Liny Bikes berichtet. Die Basis seiner Firmengründung ist das Prinzip der Kreislaufwirtschaft. Doch was genau steckt dahinter? Am Beispiel von Liny Bikes möchten wir in diesem Beitrag die Frage beantworten: Was genau versteht man unter Kreislaufwirtschaft?

Inhalt

Das Konzept der Kreislaufwirtschaft bei Fahrrädern

Die Mobilität der Zukunft muss nachhaltig sein. Da sind sich die meisten Menschen einig. Dass das Fahrrad bei der Mobilitätswende eine wichtige Rolle spielt, ist auch nicht neu. Neu ist allerdings die Frage, ob das Fahrrad als Produkt eigentlich auch nachhaltig ist? Die Bayreuther Fahrradmarke LINY ist der Meinung, dass da durchaus noch viel Luft nach oben ist. Einfach nur Materialien und Rohstoffe aus möglichst nachhaltigen Quellen zu beziehen, geht dem Gründer Tim Röber dabei nicht weit genug. „Auch das Geschäftsmodell muss nachhaltig sein“. Der Idealfall ist aus seiner Sicht dabei die Kreislaufwirtschaft. Denn entsprechend gepflegt und instandgehalten, bietet ein Fahrrad durchaus das Potenzial bis zu mehrere Jahrzehnte seinen Job klaglos zu verrichten.

Liny: bikemarke nach dem prinzip der kreislaufwirtschaft
Tim Röber möchte es anders machen: Seine Fahrradmarke Liny funktioniert nicht schnell und billig, sondern nachhaltig und nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft.

Was ist Kreislaufwirtschaft überhaupt?

Kurz gesagt beschreibt die Kreislaufwirtschaft das Zusammenspiel aus dem Geschäftsmodell und der Philosophie des Produktdesigns. Ziel ist, ein Produkt so lange wie möglich zu nutzen. Man optimiert es also aus ökonomischer und ökologischer Perspektive. Vereinfachend kann man die Lebensdauer eines Produkts in drei Phasen unterteilen: Herstellung, Nutzung und Entsorgung. Diesen linearen Ablauf, versucht die Kreislaufwirtschaft durch einen zusätzlichen Schritt, die Wiederaufbereitung, zu unterbrechen. Statt das Produkt am Ende seiner Nutzungsphase zu entsorgen, wird es technisch und optisch überholt und kann als neuwertiges Produkt verkauft werden. So kann es eine weitere Nutzungsphase durchlaufen. Theoretisch kann man das unendlich oft machen, und so einen Kreislauf erschaffen.

Wie sieht die Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft aus?

Um mit Fahrrädern eine Kreislaufwirtschaft zu realisieren, muss natürlich das Produktdesign dazu passen. Dabei geht es vor allem um die Themen Haltbarkeit und Reparierbarkeit. LINY verwendet einen pulverbeschichteten Stahlrahmen, der soweit möglich mit Bauteilen aus Deutschland oder Europa ausgestattet wird. Anstelle einer Kettenschaltung kommt ein Getriebe im Tretlager zum Einsatz. Die sonst übliche Kette kann durch einen Riemen ersetzt werden. Alle am Fahrrad verbauten Lager sind auswechselbar. Bei Achs- und Bremsaufnahmen wird auf bewährte Standards gesetzt, für die es auch in vielen Jahren noch Ersatzteile von unterschiedlichen Herstellern geben wird. Durch diese Maßnahmen bleibt auch der Wartungsaufwand gering und das Fahrrad kann über viele Jahre problemlos instandgehalten werden.

Kreislaufwirtschaft in der fahrradindustrie
Ein einfaches Bild – viele praktische Beispiele: Die Lampe kommt von Busch und Müller, wird nachhaltig in Deutschland produziert und lässt sich im Falle eines Defekts reparieren. Die Reifen kommen von Schwalbe – der Hersteller entwickelt aktiv ein Kreislaufsystem für seine Reifen und versucht abgenutzte Pneus so gut es geht zu recyceln. Der Rahmen ist Made in Germany, gefertigt aus Stahl und leicht zu reparieren. Die verwendeten Lager sind allesamt austauschbar.

Auch das Geschäftsmodell muss angepasst werden

Damit der Kreislauf am Ende tatsächlich geschlossen werden kann, braucht es ein entsprechendes Geschäftsmodell. Schließlich muss irgendwie sichergestellt werden, dass nicht mehr genutzte Fahrräder auch ihren Weg zurück zum Hersteller finden. LINY hat hier einen garantierten Rückkauf aller seiner Fahrräder angekündigt, unabhängig vom Alter oder der gefahrenen Kilometer. Der konkrete Preis, zu dem es der Hersteller zurückkauft, richtet sich dabei nach dem individuellen Zustand. Je weniger Teile für einen Wiederverkauf repariert oder ausgetauscht werden müssen, desto mehr Geld ist LINY bereit zu zahlen.

Die Arbeitsweise in der Kreislaufwirtschaft

Zu einer konsequenten Umsetzung der Kreislaufwirtschaft gehört auch eine entsprechende Arbeitsweise. Und dabei sind alle Arbeitsprozesse im Unternehmen gefragt. Sei es die Entwicklung und der Aufbau von Prototypen oder das Betreiben einer Website. Überall sollte versucht werden den Ressourcenverbrauch soweit wie möglich zu reduzieren, Dinge wiederzuverwenden und Abfall zu vermeiden. Ganz nach dem Motto Reduce – Reuse – Recycle.

Liny bikes
LINY Prototyp. Nachhaltigkeit in einer wirklich schönen Form!

Kreislaufwirtschaft für Fahrräder

Für Fahrräder funktioniert die Kreislaufwirtschaft natürlich nicht zu 100%. Verschleißteile wie beispielsweise Bremsbeläge und Reifen, nutzen sich ab und müssen ausgetauscht werden. Die kann man nicht mal eben aufbereiten und dann wieder einsetzen. Dennoch kann man sich der Kreislaufwirtschaft so weit wie möglich nähern. Und genau das versucht Tim Röber mit seiner Fahrradmarke umzusetzen.

Auf der Webseite von Liny Bikes kannst du dir dein Kreislauf-Bike sichern! Mehr über Tim und seine Idee von einer nachhaltigen Fahrradproduktion erfährst du in unserer Ausgabe 19.

Lifecycle magazine ausgabe #19
Diese und viele weitere Geschichten findet du in unserer Ausgabe #19!

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Wer hat’s geschrieben?

Martin Donat

Martin Donat

Erfahren im Abenteurern. Seit 20 Jahren in der bunten Fahrradwelt unterwegs. Aus der Leidenschaft wurde ein Job: Seit zwei Jahrzehnten ist Martin als Redakteur, Fotograf und „Mädchen für alles“ tätig. Rennräder, Gravel- oder Mountainbikes sind seine Welt und das Thema Nachhaltigkeit ist für ihn mehr, als ein Modewort.

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