Martin’s Cycle Life: Langsam, aber mit Zukunft

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on twitter
Share on xing
„Slow down – langsam, aber mit Zukunft!“: Ein Motto, das gerade in dieser Zeit aktueller ist, denn je. Warum langsam manchmal sogar schneller und weniger manchmal mehr ist – darum geht es dieses Mal in Martin Donats Kolumne.

Seit mehr als fünfundzwanzig Jahren fahre ich intensiv Fahrrad und erzähle Geschichten darüber. Und manchmal frage ich mich selbst, ob es mir wohl irgendwann einmal langweilig werden könnte. Bisher kann ich diese Frage ganz eindeutig beantworten. Es wird ganz und gar nicht langweilig, im Gegenteil: Ich finde immer wieder Neues, Spannendes und Außergewöhnliches rund ums Fahrrad. Events, die ganz besonders sind. Gegenden, in denen es wunderschön ist und vor allen Dingen treffe ich Menschen, die  einfach cool sind und die tolle Ansichten haben. Dieses Mal möchte ich in Martin’s Cycle Life über einen „Lifestyle“ schreiben, der mir ebenfalls durchs Radfahren eröffnet wurde…

In den letzten Jahrzehnten hat sich meine Art Fahrrad zu fahren immer wieder verändert, beziehungsweise weiterentwickelt. Das Fahrrad ist vom „Spielzeug“ zum Sportgerät und vom Genussmittel zum Alltagsgegenstand geworden. Der Kampf um schnelle Zeiten ist in den Hintergrund getreten. Stattdessen sind es ganz alltägliche Herausforderungen, denen ich mich stelle, seit ich kein Auto mehr habe. Insbesondere das Lastenrad ist schuld daran, dass ich immer absurdere Mengen von Dingen herumfahre, mit denen so mancher Kofferraum hoffnungslos überfüllt wäre. Es ist eine spannende Mischung aus Tetris und Mikado – nur eben mit dem Fahrrad. Und natürlich fahre ich nicht sinnlos irgendwelchen Kram hin und her. Meistens sind es Dinge, die einer weiteren Beschäftigung dienen, an denen das Lastenrad nicht ganz unschuldig ist: das Gärtnern. 

Wenn ich die ganze Zeit hinzurechne, die Menschen dafür aufbringen, um sich vom ganzen Alltagsstress zu entspannen, dann sieht es plötzlich ganz anders aus. Yogakurse, Fitnesscenterbesuche, teure Urlaube und oft genug der Gang zum Arzt oder Therapeuten – das alles brauche ich nicht. Den Sport habe ich nämlich schon unterwegs erledigt und meine Therapie haben die Tomaten für mich erledigt.

Martin Donat

Darum geht es also dieses Mal in Martin’s Cycle Life: „Slow down – langsam, aber mit Zukunft“. Das Radfahren und das Gärtnern haben nämlich eines gemeinsam: einen Nutzen, den man auch anders – und oberflächlich betrachtet deutlich schneller – erzielen könnte. Ein Auto fährt nun mal schneller und man schwitzt noch nicht einmal dabei. Und in der Zeit, die das Gemüse im Garten braucht, bis es zum Ernten bereit ist, kann ich einen kompletten Supermarkt leer kaufen. Dem ein oder anderen mag es also unglaublich langsam und ineffizient vorkommen, wenn ich mit vollbeladenem Lastenrad Pflanzerde und Co durch die Gegend fahre und im Garten Möhren, Radieschen und allerlei anderes Grünzeug ziehe. 

Tatsächlich ist es aber alles andere als ineffizient. Das behaupte ich einfach mal so, weil ich es es ausprobiert habe und es so empfinde. Denn weder die Zeit auf dem Rad noch die im Garten ist eine tote Zeit. Als solche würde ich hingegen zum Beispiel die Zeit im Auto bezeichnen, die man damit verbringt, sich über die anderen Verkehrsteilnehemer aufzuregen oder über die zehnte rote Ampel zu fluchen. Wer einmal frisches Gemüse aus dem eigenen Garten gekostet hat, dem muss ich nicht erklären, mit wie viel Wertschätzung und Stolz man plötzlich genießen kann. Und am Ende – das behaupte ich ebenfalls mal – dauert all das noch nicht mal viel länger. Wenn ich die ganze Zeit hinzurechne, die Menschen dafür aufbringen, um sich vom ganzen Alltagsstress zu entspannen, dann sieht es plötzlich ganz anders aus. Yogakurse, Fitnesscenterbesuche, teure Urlaube und oft genug der Gang zum Arzt oder Therapeuten – das alles brauche ich nicht. Den Sport habe ich nämlich schon unterwegs erledigt und meine Therapie haben die Tomaten für mich erledigt. 

Das Radfahren in all seiner Langsamkeit ist sozusagen sinnbildlich für einen Lebensstil, der sich mir ganz langsam immer mehr erschließt. Weniger ist oft viel mehr und langsam ist öfter als man denkt mindestens genauso schnell. Und doch gibt es einen großen Unterschied: Langsam schadet niemandem, bedroht niemanden, zerstört nicht und nutzt nicht aus. „Slow down – langsam, aber mit Zukunft!“: Ein Motto, das gerade in dieser Zeit aktueller ist, denn je.

Diese Folge Martin’s Cycle Life ist erschienen in lifeCYCLE Magazine Ausgabe #6. Die Print-Version ist leider ausverkauft. Das ganze Heft mit viel mehr Geschichten rund ums Radfahren und rund um einen nachhaltigen Lifestyle kannst du aber trotzdem lesen und zwar in der digitalen Ausgabe, die du einfach bei uns im Shop bestellen kannst:

Hat dir dieser Beitrag gefallen?

Dann teile ihn doch mit deinen Freundinnen und Freunden. Vielen Dank dafür. 

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on twitter
Share on xing
Vielleicht interessiert dich auch das hier?

Ähnliche Beiträge

Wer hat’s geschrieben?

geschrieben von
Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on twitter
Share on xing

Schreibe einen Kommentar

#einautoweniger

Safety
first

by reflective Berlin

Mit unserem Sticker kannst du deine Leidenschaft für die beste Art der Fortbewegung zum Ausdruck bringen, denn besser als ein Auto, ist bekanntlich #einautoweniger.

Der hochwertige Sticker ist reflektiertend und trägt zu deiner passiven Sicherheit bei. Den Aufkleber haben wir in Zusammenarbeit mit den Berliner Jungs von Reflective Berlin hergestellt.