Mit dem Rad zur Arbeit fahren bringt viele Vorteile. Man bleibt gesund, kann sein Hobby in den Alltag einbauen, ist Produktiver und weniger gestresst. Was hat das aber mit dem Arbeitgeber zu tun? Wie genau der Chef sein Unternehmen fahrradfreundlich gestalten und sich das Siegel Fahrradfreundlicher Arbeitgeber sichern kann, was er davon hat und Tipps zur Umsetzung gibt es in diesem Beitrag.

Auf den ersten Blick hat eine Druckerei relativ wenig mit Fahrrädern zu tun… auf den zweiten schon. Zumindest bei Druckpartner in Essen.

Worum geht es überhaupt?


Täglich pendeln Millionen von Menschen in Deutschland und in der Welt von zu Hause zur Arbeit. Täglich werden deswegen Unmengen CO2 in die Luft gepustet. Doch das Pendeln ist nur nur fürs Klima äußerst schädlich. Täglich stehen Millionen Menschen im Stau. Das ist nicht nur ungesund für die eigene und die Lunge der anderen, es macht auch psychisch krank. Wer sich täglich erst in einen Haufen Metall presst, um sich danach durch eine Masse genau dieser Metallhaufen zu pressen, der kommt mit Frust und Wut am Arbeitsplatz an. Oft ist es die Aussicht darauf, genau denselben Weg, in demselben Haufen, durch die gleiche Masse wieder zurück fahren zu müssen. Weil einem die wenige Freizeit lieb und teuer ist, und das Auto selbst auch ganz schön teuer ist, beginnt im Kopf die schlechte Laune gleich nach dem Wachwerden. Dass man dann nicht im Büro sitzt und vor Energie sprüht, ist auch irgendwie logisch und hinreichend belegt.

Kein Spaß, aber leider Realität: Der tägliche Wahnsinn auf den Straßen dieser Welt.

Als Arbeitgeber wiederum wünscht man sich eigentlich eher genau das Gegenteil. Motivierte Angestellte, die Bock haben und deren Kopf nach der Anreise zum Büro frei ist und kreative Schaffenskraft offenbart. Es gibt einen sehr einfachen Weg, wie jeder Arbeitgeber selbst einen Beitrag dafür leisten kann, genau dieses Ideal zu erreichen. Durch die Initiative „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ von ADFC und EU finden Unternehmen Unterstützung in Rat und Tat. Angefangen bei den konkreten Vorteilen für Arbeitgeber, über direkte Maßnahmen bis hin zur Zertifizierung bietet die Initiative ein Gesamtpaket zur Förderung von Radverkehr in Unternehmen. Wir wollen euch hier einen kurzen Überblick und die wichtigsten Fakten präsentieren.

Was habe ich als Arbeitgeber von der Aktion?


Die Vorteile für Arbeitgeber, ein fahrradfreundlicher Arbeitgeber zu werden sind, wie einleitend bereits angedeutet, enorm. In zahlreichen Studien wurden die positiven Auswirkungen des Radfahrens belegt. Spezielle Untersuchungen zum Pendeln mit dem Rad konnten sogar aufzeigen, dass es konkrete ökonomische Vorteile für Unternehmen gibt, deren Angestellte mit dem Rad zur Arbeit fahren.

Tom ist Mobilitätskordinator bei Druckpartner. Und er hat richtig Bock! Auf Radfahren und auf seine Arbeit. Mittlerweile hat er eine ganze Menge seiner Kollegen davon überzeugt, dass Radfahren eh viel cooler ist!
  1. Weniger Krankheitsbedingt Fehlzeiten
    Wer täglich radelt, hält das Immunsystem auf Trab. Das heißt, der Körper weiß sich besser gegen Keime zur Wehr zu setzen und man wird weniger krank. Darüber hinaus gilt es als bewiesen, dass auch psychische Erkrankungen durch genügend Bewegung gelindert werden können oder gar nicht erst ausbrechen.
  2. Mehr Platz
    Auf dem Firmengelände muß ein Parkplatz existieren, damit die Angestellten ihre Autos dort abstellen können. Das kostet nicht nur Platz, sondern auch ordentlich Geld. Denn oftmals müssen die Parkplätze gepachtet werden. Schaut man sich dagegen an, wie viel weniger Platz ein Fahrrad benötigt, dann sollte schnell klar werden, dass sich das lohnt.
  3. Größere Produktivität
    Verschiedene Studien konnten zeigen, dass sich körperliche Bewegung positiv auf die Schaffenskraft und die Wirksamkeit der Arbeitskraft auswirken. Es ist ganz einfach: Wer den ganzen Tag nur sitzt, also im Büro sowie im Auto, ist wesentlich unproduktiver als Angestellte, die täglich ins Schwitzen kommen. Eigentlich auch kein Wunder, da Körper und Geist eine Einheit bilden. Oder mit Schillers Worten: Es ist der Geist, der sich den Körper baut.
  4. Mehr Zusammenhalt und Kollektivität
    Gemeinsame Aktivitäten innerhalb des Unternehmens schaffen Zusammenhalt und Teamgeist. Jährlich werden deswegen Millionen Euro investiert, um in Teambuilding-Maßnahmen aus den Kollegen eine Gemeinschaft zu schaffen. Dabei geht das auch viel einfacher, nämlich durch Fahrrad fahren. Wer früh zusammen zur Arbeit radelt oder in der Mittagspause eine kleine Runde dreht, der entwickelt automatisch mehr Empathie und Sympathie für seine Kollegen. Das führt nicht zuletzt auch dazu, dass sich bisher völlig fremde Kollegen mal kennenlernen und austauschen.
  5. Werbung für das Unternehmen
    Natürlich kann das „Fahrradfreundliche Unternehmen“ neben den Benefits nach innen auch mit einer ordentlichen Portion Aufmerksamkeit nach außen rechnen. Sowohl durch Mundpropaganda, als auch durch das vergebene Siegel des ADFC (inklusive öffentlicher Nennung), aber auch durch das äußere Erscheinungsbild können Firmen profitieren. Einen grünen, „nachhaltigen“ Stempel zu bekommen, ist ein wichtiges Symbol für die Abgrenzung zu Konkurrenten.
Wer mit dem Rad zur Arbeit fährt, kann natürlich trotzdem Yoga machen. Aber er braucht es nicht: Denn er ist ohnehin schon viel besser drauf! Ein bisschen Bewegung jeden Tag wirkt sich nachweislich positiv auf Körper und Geist aus.

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Was muß man tun, um „Fahrradfreundlicher Arbeitgeber“ zu sein?


Um genau diese Frage zu beantworten, gibt es einen Maßnahmenkatalog, der abgearbeitet werden muss. Unter anderem muss es im Betrieb einen Mobilitätskoordinator geben, die nötige Infrastruktur für sicheres Abstellen und Reparieren muß gegeben sein, oder Fahrrad-Kundenparkplätze können geschaffen werden. Ein Handbuch der Initiative Fahrradfreundlicher Arbeitgeber gibt zum Anfang einen guten Überblick, was alles erfüllt sein muß, damit man als Unternehmen ein Siegel erhält. Für eine grobe erste Einschätzung darüber, wie gut die eigene Company bereits ausgestattet ist, oder eben nicht, gibt es einen Selbsttest. Wie zum Beispiel ein „Fahrradfreundliches Unternehmen“ aussieht, könnt ihr in unserer Ausgabe #7 nachlesen. Für unsere Geschichte haben wir die Firma Druckpartner in Essen besucht und uns vom Mobilitätskoordinator Tom einmal zeigen lassen, wie viel Spaß diese Maßnahme bedeutet!

Hast du sie schon? In unserer Ausgabe #7 gibt’s viele schöne Stories rund ums Radfahren nach dem Motto: Slow Down – langsam, aber mit Zukunft. Hier kannst du sie bestellen.