Bikepacking mit Hängematte: Ultralight Mosquito Hammock von Cocoon im Test

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on twitter
Share on xing
Eine Hängematte bietet beim Bikepacking einige Vorteile gegenüber einem Zelt. Allerdings gibt es auch einiges zu beachten. Wir haben das Konzept Hängematte beim Bikepacking mit der Cocoon Ultralight Mosquito Hammock getestet.

Inhalt

Geht das?

Bikepacking mit Hängematte – ganz ohne Zelt?

Ich muss ehrlich zugeben, nach meinem ersten Bikepacking Abenteuer war ich ganz schön desillusioniert. Aus dem romantischen Kurztrip wurde eine Packschlacht. Das lag sicher vor allem an meinen fürs Bikepacking ungeeigneten Ausrüstungsgegenständen. Die dicke Isomatte mit dem Drei-Personen-Zelt, alles ohne den Aufdruck „Ultra-Light“, verpassten mir noch vor der Abfahrt den ersten Dämpfer. Also fing ich an, nach Ersatz zu suchen. Als Nächstes musste ich mich entscheiden, entweder viel Geld für ein superleichtes Zelt und eine passende Isomatte auszugeben, oder etwas Neues auszuprobieren. Die Entscheidung fiel mir nicht schwer und ehe ich mich versah, schlief ich zum ersten Mal in einer Hängematte. Preislich auf jeden Fall schonmal mehr als nur eine Alternative: Für die Hängematte wechseln schlappe 89,90 Euro den Besitzer, 19,90 Euro kommen noch für die Straps dazu.

Das komplette Schlaf-Set-Up findet ganz locker in der Seatpack platz, inklusive Schlafsack.

In eine handelsübliche Rahmentasche passen locker Hängematte und Baumgurte.

Hängematte vs. Zelt

Vorteile beim Bikepacking mit Hängematte

Erster klarer Vorteil ist das viel geringere Packmaß der Hängematte (mit Spanngurten) im Vergleich zum Zelt. Das Volumen der Hängematte beträgt grob (und natürlich abhängig vom Zelt) die Hälfte des Zeltes, manchmal sogar nur ein Drittel. Das wirkt sich natürlich auch aufs Gewicht aus. Meine Cocoon Hängematte wiegt zusammen mit den Gurten nur 500 Gramm. Zum Vergleich: Ein ultra leicht Ein-Personen-Zelt von Vaude wiegt circa ein Kilogramm mehr. Setzt man dann noch den Kaufpreis einer Hängematte mit ins Verhältnis, dann wird schnell deutlich, beim Preis pro Gramm gewinnt die Hängematte deutlich. Fürs Bikepacking spielen diese Faktoren (also Gewicht, Packmaß und Preis) eigentlich die wichtigste Rolle. Und keine Angst, die Cocoon Ultralight Mosquito Net Hängematte hat eine Tragfähigkeit von 140 Kilogramm.

 

Das einfache Konzept, bestehend aus einer Leine, die an beiden Seiten gespannt wird, macht die Hängematte fürs Bikepacking ideal.

Daneben gibt es weitere Vorteile. Viele Berichte stimmen der Aussage zu, dass es sich in einer Hängematte viel besser schläft als im Zelt (sofern man kein Bauchschläfer ist). Die Hängematte passt sich besser an den Körper an, als eine Isomatte. Außerdem schläft man mit einer Hängematte über und nicht auf dem Boden. Der Untergrund und Ameisenstraßen spielen also keine Rolle bei der Auswahl des Schlafplatzes. Außerdem ist es egal, ob der Boden nass ist. Im direkten Vergleich benötigt der Auf- und Abbau bei einer Hängematte wesentlich weniger Zeit. Nach dem Lernprozess dauert es unter fünf Minuten bis zu kompletten Montage. Bei einem Zelt, mit Streben und Heringen, sind zehn Minuten beim Aufbau schnell um.

 

Im direkten Größenvergleich von oben, wird deutlich wie viel Platz man mit der Hängematte spart. Allerdings ist das Vergleichszelt auch für zwei Personen ausgelegt.

Auch von der Seit wird der Unterschied im Volumen ganz deutlich.

Hängematte im Test

Das große ABER beim Bikepacking mit Hängematte

Es gibt allerdings auch verschiedene Funktionen, die eine Hängematte beim Bikepacking nicht erfüllen kann. Da die Hängematte (abgesehen vom Insektenschutznetz) offen ist, hat man keinen Regenschutz. Daneben gibt es kein Gefühl der „eigenen vier Wände“. Sich beim Bikepacking sicher zu fühlen, vor Blicken, äußeren Einflüssen und der Tierwelt, das wird mit einer Hängematte schwerer, dafür bräuchte man dann schon noch ein zusätzliches Tarp. Auch das Mithineinnehmen der Sachen fällt aus, denn mit einer Hängematte schläft man ja draußen. Hier würde ebenfalls ein Tarp Abhilfe schaffen (eine Art kleines Dach), das benötigt aber natürlich wieder mehr Platz. Eine andere Lösung sind Schützhütten, die in Deutschland ja sehr verbreitet sind und zu denen jede(r) Zugang hat. Hier findest du eine Karte mit vermutlich fast allen Schutzhütten Deutschlands. Nicht in jeder Schutzhütte lässt sich eine Hängematte aufspannen, aber in sehr vielen. Ein anderer Limiter für Hängematten auf Bikepacking Touren sind baumlose Regionen. Die gibt es in Deutschland eher kaum und auch hier schafft eine Schutzhütte Abhilfe.

 

Auch für die Pause Zwischendurch, oder einen Powernap eignet sich die Hängematte.

Hängematten Tipps

Temperaturmanagement beim Bikepacking mit Hängematte und Schlafsack

Da auch der Schlafsack in der Luft hängt, gibt es keine Thermoregulation von unten. Das heißt, die aufgebaute Körperwärme staut sich nicht, sondern wird vom Winde verweht. Da der Schlafsack durch das Daraufliegen platt gedrückt wird, gibt es auch von hier keine Isolationsschicht. Die Faustregel lautet deswegen: Bei Nächten unter 20 Grad wird ein „Underquilt“ oder eine Isomatte benötigt. Je nach eigener Empfindlichkeit geht es auch bei 15 Grad noch ohne extra Isolierung von unten. Obenrum reicht mit einem Underquilt sogar oft eine Fleecejacke mit Jogginghose, da das Underquilt die Hängematte komplett umschließt. Es gibt sogar Spezialisten, die bei Minus zehn Grad noch mit der Hängematte schlafen.

 

Die Schutzhütte „Luisenbank“ am Brocken war unser Testort.

Sieht von außen komisch aus, innen liegt es sich aber richtig gut.

Praxistest

Test Bikepacking mit der Cocoon Ultralight Mosquito Net Hängematte

So weit also die Theorie. Aber wie sieht die Praxis beim Bikepacking mit Hängematte aus? Dazu haben wir die erste Edition des Orbit360 mit unserer Cocoon Ultralight Mosquito Net Hängematte genutzt. Wie du in der 12. Ausgabe des lifeCYCLE Magazins nachlesen kannst, haben wir uns nach langem hin und her den Sachsen-Anhalt Orbit inklusive Brocken vorgeknöpft. Eine bessere Testsituation wäre eigentlich nicht denkbar gewesen. Denn erstens waren die Wetterbedingungen ideal (tagsüber heiße 33, Nachts moderate 15 Grad Celsius) für den Bikepacking-Hängematten-Test und zweitens wollte ich bei dieser Tour garantiert kein Gramm zu viel dabei haben. Mein komplettes Schlaf-Setup bestehend aus Hängematte (mit den Karabinern), zwei Gurten und dem Schlafsack passt locker in meine nicht übermäßig große Satteltasche (Arschrakete). Es war sogar noch Platz für alle anderen Bekleidungsstücke, die ebenfalls dabei sein mussten (Regenjacke, Sweatshirt, Beinlinge und kurze Hose).

lifeCYCLE Magazine #12

Willst du wissen, wie wir die Cocoon Ultralight Mosquito Net Hängematte ausprobiert haben? In unserer Ausgabe #12 gibt’s die Story dazu.

Reicht dieses Set aus Hängematte und Baumgurten für ein Bikepacking Abenteuer?

In Sachen Größe gibts fürs Bikepacking auf jeden Fall nichts Besseres.

Cocoon hat eine richtig gute Hängematte fabriziert, mit exzellentem Stoff und smarten Features.

Und eins kann ich gleich sagen: schon nach den ersten zehn Kilometern habe ich den Unterschied zum Zelt gemerkt. Mein gesamtes Bike Setup war nicht nur deutlich leichter, im Vergleich zum Zelt nahm die Hängematte viel weniger Platz ein. Für mich war das ein großer Störfaktor weniger. Leider hatte ich es nicht geschafft, die Hängematte vor der großen Aktion mal vernünftig zu testen. So wie die Hängematte angekommen war, landete sie auf dem Orbit360 Haufen. Deswegen wusste ich nach der Ankunft in unserem Nachtlager auch nicht gleich, wie die Hängematte nun am besten „aufgebaut“ wird.

 

Der Aufbau dauert mit geübten Händen höchstens fünf Minuten.

Hält ganz schön was aus: Die Hängematte von Cocoon bietet mit 140 Kg eine ordentliche Tragfähigkeit.

Variabler Schlafplatz

Nicht nur zwischen Bäumen, auch in einer Schutzhütte lässt sich die Hängematte spannen.

Ich entschied mich, sie nicht einfach draußen zwischen zwei Bäumen, sondern mitten in einer Wetterschutzhütte zu montieren. Falls es überraschend doch regnen sollte, war ich so geschützt, außerdem gab die Hütte einen guten Windschutz ab. Der Aufbau war nach anfänglicher Fehleinschätzung des Mindestabstands, eine Sache von (ungelogen) drei Minuten. Gurte um die Holzbalken legen, mit dem Karabiner einschnappen, fertig ist das Nachtgemach. Mein Mitreisender (Martin Donat) beäugte mich noch skeptisch, aber spätestens nach der ersten Mückenattacke, vor der ich dank des Moskitonetzes meiner Hängematte verschont blieb, dachte er wohl anders.

 

Wenn die Hängematte installiert ist, lohnt sich ein kurzer Test.

Aber wie war die Nacht in der Cocoon Ultralight Mosquito Net Hängematte? Vorher hoffte ich wenigstens ein wenig Ruhe finden zu können, in der ungewohnten Liegeposition. Am Morgen danach war ich vollkommen erholt und absolut überzeugt vom Konzept Bikepacking mit Hängematte. Ich hatte vor einem Jahr schon mal versucht in einer geborgten, sehr viel günstigeren Hängematte einen Mittagsschlaf zu halten. Das war nicht leicht und vor allem kein Vergleich zur Cocoon Ultralight Mosquito Net Hängematte. Die Cocoon Ultralight Mosquito Net Hammock bot mir viel Komfort, die Möglichkeit auf der Seite und auf dem Rücken zu liegen und sie beschützte mich vor Insekten. Darüber hinaus hatte ich ein richtig muckeliges Gefühl. Ich lag in meiner kleinen, eigenen, gemütlichen Höhle.

 

Unterm Strich

Fazit zur Cocoon Ultralight Mosquito Net Hängematte

Für mich heißt Bikepacking ab jetzt, dass ich die Cocoon Ultralight Mosquito Net Hängematte immer dabei haben werde. Sie ist leicht, super schnell auf- und abgebaut, bietet Schutz vor Flugtieren, lässt mich komfortabel schlafen und kann auch in Wetterschutzhäuschen installiert werden. Das Zelt bleibt im Schrank. Zumindest wenn es um Touren mit bis zu drei Übernachtungen geht, oder ich ohne die Liebste(n) unterwegs bin. Ich kann deswegen nur jedem raten es auch mal auszuprobieren, hang loose! 

 

 

Schön gemütlich so eine Hängematte, für Martin Staffa wird sie ab jetzt die Nummer Eins beim Bikepacking.

Hat dir dieser Beitrag gefallen?

Dann teile ihn doch mit deinen Freundinnen und Freunden. Vielen Dank dafür. 

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on twitter
Share on xing
Vielleicht interessiert dich auch das hier?

Ähnliche Beiträge

Wer hat’s geschrieben?

geschrieben von
Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on twitter
Share on xing

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Gefällt dir dieser Artikel besonders gut oder hast du eine Frage?

Wir würden uns sehr freuen, wenn du diesen Artikel mit deinen Freunden teilst oder uns einen Kommentar mit Lob, Kritik oder einer Frage hinterlässt.

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on twitter
Share on xing

Danke für dein Feedback!

Gefällt dir dieser Artikel oder hast du eine Frage dazu? Dann lass uns doch einen Kommentar da oder teile diese Seite mit deinen Freunden.

Share on facebook
Share on whatsapp
Share on email
Share on twitter
Share on xing