Lastenrat: Alles über CARGOBIKES

Überall sieht man sie (von Hamburg über Berlin bis nach München) und hört von ihnen: Lastenfahrräder. Sie tragen verschiedene Namen (Cargobikes, Lastenrad, Transportrad), Formen und Antriebssysteme, aber sie eint der Wille zum Transport von Kindern, Gegenständen und sogar Vierbeinern. Der Markt an Lastenrädern ist groß und unübersichtlich. Auf dieser Seite wollen wir dich deswegen einmal kurz in das Konzept Cargobike einführen und mit unseren Informationen und Tests eine Entscheidungshilfe beim Kauf ermöglichen. Guter (Lasten-) Rat muss eben gar nicht immer teuer sein!

Kaufhilfe

LastenRAT: Kargon „One-Prime“

Übersicht

Alle Artikel rund um Cargobikes

Know How

Das kleine Lastenrad Einmaleins

Der Cargobike Antrieb

Im Wesentlichen gibt es zwei Antriebssysteme bei einem Lastenrad: mit oder ohne Elektromotor. Nun liegt der Schluss bei einem Lastenrad nahe, dass es ohne Elektromotor zu einer Einschränkung kommt, da im Zweifel weniger transportiert werden kann. Das mag natürlich zutreffen, allerdings schränkt so ein E-Lastenrad durch sein viel höheres Gewicht und den höheren Preis ebenfalls stark ein. Daneben ist der Wartungsaufwand höher und die Flexibilität sinkt.

Im Wesentlichen hängt der Entschluss zum Elektromotor am Lastenrad deshalb vor allem davon ab, wie die Topografie im Einsatzgebiet aussieht, wie anpassungsfähig das neue Lastenrad sein muss und wie groß deine Bereitschaft ist, beim Benutzen des Rades nicht nur zu transportieren, sondern auch zu schwitzen. Es haben sich (wie beim „normalen“ Fahrrad auch) vor allem zwei Antriebsarten beim E-Lastenrad durchgesetzt. Der Mittelmotor sitzt am Tretlager und unterstützt dort den/die Fahrer/in. Beim Heckantrieb sitzen Akku und Motor hinten und speisen das Hinterrad mit Extraschub.

Auch beim Lastenrad können E-Motoren nachgerüstet werden. Solche Umbausets können meistens relativ einfach installiert werden. Sie sind allerdings, ebenso wie alle anderen Elektromotoren, auf einfache Fahrräder ausgerichtet. Das gilt auch für viele weitere Anbauteile am Lastenrad. Deswegen unterliegen vor allem alle Antriebs- und Bremsteile einem erhöhten Verschleiß, im direkten Vergleich mit üblichen Fahrrädern.

Cargobike Bauarten

Es gibt die verschiedensten Ansätze, wie ein Cargobike aufgebaut beziehungsweise konzipiert sein kann. Vor allem zwei Modelle haben sich aber durchgesetzt: Das klassische mehrspurige Modell (wird auch als Christiania Bike bezeichnet) und das einspurige „Long John“. Bei beiden Modellen liegt der Laderaum vor dem Fahrer, doch es gibt natürlich Unterschiede. Wenn du detailliert ins Thema einsteigen willst: Auf nutzrad.de gibt es eine hervorragende Übersicht.

Das Christiania Bike ist ein mehrspuriges Lastenrad, meist fährst du auf drei Rädern. Mehrspurige Lastenräder lassen sich einfacher steuern (können zum Beispiel nicht umkippen) und bieten in den allermeisten Fällen mehr Ladevolumen.

Ein Long John fährt auf zwei Rädern, weshalb diese Cargobikes sehr viel wendiger und agiler weil leichter sind. Außerdem lassen sie sich durch ihre kompaktere Bauweise sehr viel einfacher rangieren, unterstellen und sogar im Zug mitnehmen.

Anschaffungskosten und Förderung

Der Gebrauchtmarkt für Cargobikes ist (je nach Ort) meistens sehr übersichtlich, der Neuanschaffungspreis dagegen relativ hoch. Ein gebrauchtes Lastenrad gibt es je nach Nachfrage schon ab unter 1.000 Euro, zum Beispiel bei Kleinanzeigen. Ab ungefähr 1.500 Euro beginnt ein großes Lastenrad, wie zum Beispiel das Babboe Big. Kleinere (Bäcker- oder Posträder) Lastenräder kannst du schon für 700 Euro kaufen. Diese Einsteigermodelle sind allerdings meistens ziemlich schwer und ohne E-Motor. Bei einem Lastenrad mit Elektromotor ist der Einstiegspreis um die 2.300 Euro.

Lastenräder aus der Mittelklasse sind meistens etwas spezieller oder sind einfach besser ausgestattet. Das Muli zum Beispiel (welches wir hier getestet haben) ist ein extrem kompaktes Long John Lastenrad. Das Bullitt (welches wir hier genauer untersuchen) setzte hingegen auf Rennradgefühl. Das Douze lässt sich sogar zusammenklappen. Solche Cargobikes gibt es ab 3.000 Euro ohne, beziehungsweise ab um die 4.000 Euro mit Elektroantrieb.

Die Oberklasse sind dann Lastenräder, welche fast immer einen Elektromotor oder weitere Ausstattungsvarianten wie Kindersitze und Regenhauben mit an Board haben. Riese & Müller haben zum Beispiel bei einigen Modellen dann schon eine Rahmenfederung mit dabei. In dieser Preisklasse gibt es dann auch Cargobikes mit Neigetechnik, wie das CD1 Cargo von HNF Nicolai.

In einigen Bundesländern wird die Neuanschaffung für den privaten Gebrauch von Lastenräder finanziell unterstützt. Daher lohnt sich vor dem Kauf eine genaue Recherche. Die Förderung von Lastenrädern ist aber fast immer begrenzt und muss durch ein Antragsverfahren. Hier gibt es allgemeine Infos vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. 

Das Cargobike Fahrgefühl

Wer sagt, ein Lastenrad fährt sich wie ein ganz normales Fahrrad, der ist entweder noch keins gefahren oder lügt, oder beides. Es ist schon ein besonderes Fahrgefühl, sowohl bei ein- als auch bei mehrspurigen Cargobikes. Allerdings ist es auch ein Fahrgefühl, an welches man sich sehr schnell gewöhnt. Mit sehr schnell ist eine Fahrzeit von unter zehn Minuten gemeint. Nach mehrwöchiger Nutzung verliert man das Gefühl aber komplett und es fühlt sich tatsächlich einfach an wie Radfahren.

Das Lastenrad Transportvolumen

Eine Frage, die oft gestellt wird, lautet: Was bekomme ich jetzt wirklich weg? Wie hoch ist das Ladevolumen bei einem Lastenrad? Da es, wie bereits dargestellt, verschiedene Aufbauten und Arten von Lastenrädern gibt, variiert natürlich auch das Ladevolumen. Bei den allermeisten Cargobikes ist es aber möglich, zwei Kinder oder mehr zu transportierten. Allerdings hat nicht jedes Lastenrad ein integriertes Gurtsystem, in vielen Fällen kann dieses aber zusätzlich erworben werden. Als weitere Angabe kann man sagen, dass die allermeisten Lastenräder einen Wocheneinkauf für eine vierköpfige Familie inklusive einem Wasser- und einem Bierkasten ohne Probleme nach Hause bekommen.

Bist du auf den Geschmack gekommen?

Noch mehr Inspiration zum Thema Lastenfahrrad bekommst du immer wieder in unserem Printmagazin. Hier haben wir dir zwei Ausgaben herausgesucht, in deen besonders viele Cargobike-Themen vertreten sind. Du kannst sie direkt in unserem Shop bestellen, sodass du sie schon bald in deinem Briefkasten liegen hast. Worauf wartest du noch?

lifeCYCLE Ausgabe #11

Unter anderem mit der Cargobike-Geschichte „Schokofahrt im Krisenmodus“ – Lastenrad-Schokotransport in Corona Zeiten sowie der Story zu unserm „Lastenrad [EXPERIMENT] für Wetter“.

lifeCYCLE Ausgabe #7

Unter anderem mit der Cargobike-Geschichte „Chocolate for Future“ – unsere erste Schokofahrt nach Amsterdam.