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Test: TranZbag „Road“

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Wie viel Tasche braucht man wirklich? Und stimmt es, dass man mit demontiertem Vorderrad einfach Bahn fahren darf? Wir haben das ausprobiert: die TranZbag „Road“.

Inhalt

Das Prinzip TranZbag

Wenn’s so einfach wäre, wär’s echt genial. Ich nehme einfach das Vorderrad aus dem Rad, stülpe diese „Tasche“ darüber und kann ab sofort mein Rad in jedem Zug mitnehmen. Funktioniert das? Laut Hersteller schon. Zumindest in der Schweiz, wo die Taschen herkommen. Dort arbeitet man gar mit der Schweizer Bahn zusammen und propagiert offiziell: Ein so verpacktes Rad fährt umsonst mit. Leider ist die Schweizer Bahn da wesentlich fortschrittlicher, als die Deutsche und unterstützt das Mobilitätsmodell „Rad und Bahn“ mit dieser kulanten Regelung. In Deutschland hängt es weiterhin von der Willkür des Zugpersonals ab. Wenn du mit einem Zug fährst, in dem offiziell kein Platz für Fahrräder ist, kann er dir die Mitnahme verweigern. Und das auch, wenn das Rad irgendwie demontiert ist. Einzig im Falle Faltrad zeigt man sich bei der Deutschen Bahn „großzügig“. Soviel zum offiziellen Teil.

#festive500 am stück
Die Transbag Tasche im Einsatz auf der Hinfahrt zu meiner #festive500 am Stück.

TranZbag: der Test

Ich hab’s natürlich trotzdem ausprobiert und das mit erstaunlichem Ergebnis: Ich konnte mein Rad immer mitnehmen, insbesondere auch im ICE. Zweimal musste ich diskutieren. Im Nah- und Regionalverkehr ist es scheinbar vollkommen unproblematisch. So spart man sich vor allem auch jedes Mal das Fahrradticket. Wichtig ist scheinbar nur, dass man freundlich bleibt und vor allem, dass man das Rad an einer Stelle verstaut, wo es keinen Fluchtweg versperrt. Davon gibt es im ICE leider nicht viele. Wenn mehrere Radreisende mit wollen, gibt es schon ein Problem.

Tdf etappe 2 21 von 22 | lifecycle magazine
So klein ist die Tranzbag verpackt.

Nun aber zur Tasche: Die ist so klein, dass man sie problemlos mitnehmen kann, selbst ohne Rucksack, denn sie passt in die meisten Trikottaschen. 366 g (ein bisschen mehr, als der Hersteller gewogen hat) kann man auch so gerade noch verkraften. Das Material ist dünn aber erstaunlich reißfest. Natürlich schützt die Tasche das Fahrrad kaum. Aber sie sorgt dafür, dass du nichts beschmutzt oder mit Öl verschmierst und erhöht somit wirkungsvoll die Toleranzgrenze der Mitmenschen. Aber es ist ja auch wichtig, denn du willst ja nicht den edlen Teppich im ICE versauen.

Tdf etappe 2 22 von 22 | lifecycle magazine
Und so sieht das Ganze verpackt aus.

Trotz spitzer/scharfer Teile am Rad (Kettenblatt, Gabel usw.) hält das Material seit rund einem Jahr durch, keine Löcher, keine Risse. Auch der Reißverschluss scheint hochwertig zu sein. Obwohl man ab und an schonmal zerren muss, tut er problemlos seinen Job.

Bleibt noch zu erwähnen, dass das Modell „Road“ wirklich nur für Rennräder passt. Und ich bin mir nicht mal sicher, ob das für jede Größe gilt. Ich selber fahre meistens 52/54er Räder. Ich weiß nicht, was passiert, wenn jemand seinen XXL Hobel darin verstauen will. Es gibt noch größere Taschenmodelle, diese sind dann aber eben nicht so klein und kompakt, wie die Road.

TranZbag: das Video

TranZbag: das Fazit

Nicht ganz günstig aber jeden Cent wert. Die Tasche macht, was sie soll. Bezogen auf die Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn macht sei sogar wesentlich mehr. Und sie ist so robust, dass sie bei mir trotz häufigem Einsatz immer noch keinen Schaden genommen hat. Der Preis relativiert sich schnell, wenn man bedenkt, was die Tasche einem bei jeder Bahnfahrt spart. Bleibt nur noch zu hoffen, dass die Bahn auch irgendwann erkennt, was für ein Potenzial in der Kombination aus Rad und Bahn schlummert.

Facts

Preis: 119,90 Euro
Gewicht: 366 g
Maße: ca. 160 x 88 cm.
Hersteller-Webpage: www.tranzbag.com

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Martin Donat

Martin Donat

Erfahren im Abenteurern. Seit 20 Jahren in der bunten Fahrradwelt unterwegs. Aus der Leidenschaft wurde ein Job: Seit zwei Jahrzehnten ist Martin als Redakteur, Fotograf und „Mädchen für alles“ tätig. Rennräder, Gravel- oder Mountainbikes sind seine Welt und das Thema Nachhaltigkeit ist für ihn mehr, als ein Modewort.

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