Die 24. Auflage des ältesten deutschen Downhill Rennens in Bad Tabarz wird als Schlammrennen in Erinnerung bleiben. Mit den schwierigen Bedingungen kamen am besten Nina Hoffmann und Stefan Garlicki zurecht.

Am Namen des Ortes Bad Tabarz hat sich zwar etwas geändert, beim altbewährten Downhill Rennen allerdings nicht. Bereits die 24. Ausgabe des ältesten Rennens Deutschlands führte am vergangenen Wochenende etwa 400 Fahrer nach Thüringen. Auch die internationale Beteiligung mit 12 Nationen war wieder einmal beachtlich.

Scheinbar ist 2017 mal wieder ein Jahr, in dem es nur solche Bilder gibt…

Die Bedingungen

Die Strecke am Inselsberg hat eine Länge von etwa zwei Kilometern. Sie führt über Waldboden und Wiesenpassagen etwa 250 Höhenmeter bis direkt an den Ort Bad Tabarz, der aus dieser Veranstaltung immer ein kleines Volksfest macht. Leider hatten es die Organisatoren in diesem Jahr mit nicht den besten Wetterbedingungen zu tun, denn das Wochenende begann mit einem völlig verregneten Freitag, der sowohl die Strecke, als auch das gesamte Zielgelände und die Wiesen fürs Camping aufweichen ließ. Schon während des Aufbaus verwandelten sich die Wege langsam in Schlammbahnen und auch wenn es am Samstag dann nicht so sehr regnete, war an ein Abtrocknen nicht zu denken.

Man muss es nehmen, wie es kommt. Wenigstens herrschten in diesem Jahr gleich fiese Bedingungen für alle…

Der Kurs war zu diesem Zeitpunkt schon extrem ausgefahren und nach dem am Freitag der Schlamm schön flüssig war, so entwickelte sich am Samstag dann daraus eine klebrige Masse.

Seeding Run

Nachdem sich die Teilnehmer mit den Verhältnissen vertraut machen konnten, ging es dann am Nachmittag mit dem Seeding Run los. In der Elite Men Klasse konnten die Favoriten ihrer Rolle gerecht werden und alle bewiesen, dass sie mit diesen Bedingungen zurechtkamen. Schnellster von ihnen war Silas Grandy (GER – GZ Rocky Mountain Racing), der mit 2:31.030 Minuten sich den letzten Startplatz für den Sonntag sicherte. Dicht dahinter platzierte sich Stefan Garlicki (RSA – Solid Reverse Factory) mit nur acht Zehntelsekunden Rückstand.

Silas Grandy war der Schnellste im Seedingrun und unterstrich einmal mehr, dass er sich einiges vorgenommen zu haben scheint!

In der Klasse Elite Women hingegen gab es einige Probleme bei den Favoritinnen. Nina Hoffmann (GER – ERST Racing Team) erwischte zwar einen guten Lauf, wurde aber durch eine rote Fahne kurz vor dem Ziel gestoppt und musste so ein weiteres Mal starten. Leider kam es vor ihrem Neustart dann noch zu einer längeren Streckensperrung, so dass sie die notwendige Konzentration nicht aufrechterhalten konnte. Das Resultat waren zwei Stürze und weitere Fehler, die ihr am Ende nur Platz vier einbrachten. Die Bestzeit fuhr Abigail Hogie (USA – Propain Gravity Juniors) ein, die damit weitere wichtige Punkte auf ihr Gesamtwertungskonto laden konnte.

Noch ein schöner Schmuddelshot von unserem Kumpel Erik Irmisch

Finale

Der Sonntag begann dann ebenso feucht und dazu noch nebelverhangen. Die Bedingungen zehrten an den Kräften der Fahrer und so war es nicht verwunderlich, dass die Teilnehmerliste am Ende doch etwas ausgedünnt war. Am Ende gingen mehr als 50 Fahrer nicht an den Start. Ein Schlammrennen muss man eben mögen. Aber wem solche Verhältnisse liegen, der hat dafür umso mehr Spaß, denn Fehler machen alle und irgendwie sind die Drifts im Matsch doch die besten. Allerdings besserten sich die Verhältnisse im Laufe des Tages, so dass es ab den Zeitläufen dann heller wurde. Die Strecke wurde schneller, aber natürlich nicht trocken.

Die Masters Fahrer hatten ohne Zweifel am meisten Erfahrung unter diesen Bedingungen

In der Masters Klasse setzte sich Daniel Jahn (GER – Nicolai BikeBauer) durch, der sich auch schon in Brandnertal bei ähnlichen Bedingungen den Sieg sicherte. Dahinter platzierte sich Willi Lützeler (GER – Cube), gefolgt von Christian Junker (GER – Rose Factory Racing).

In der anschließend startenden Pro U17 Kategorie hatte Hannes Lehmann (GER – MRC Saracen Racing) die Nase vorn. Der 16-Jährige aus der Nähe von Chemnitz brauchte für den Kurs 2:39.795 Minuten, also 5 Sunden schneller als am Vortag. Das Podest komplettierten Max Weinhold (GER – VRT Plauen) und Paul Wollen Velocity Chemnitz).

Die nächste Kategorie war die Elite Women. Hier konnte Nina Hoffmann ihre Qualität unter Beweis stellen und das Ergebnis vom Vortag wieder korrigieren. Ganze 30 Sekunden Vorsprung sicherte sich die ehemalige Leichtathletin, die ganz klar die weibliche deutsche Hoffnung des Downhill Sports ist.

Nina Hoffmann endlich wieder fit. Und: endlich wieder ganz oben auf dem Treppchen

Die 21-Jährige Studentin aus Saalfeld kam erst vor etwa zwei Jahren zu dieser Disziplin und konnte seitdem schon eine beachtliche Karriere von der Hobbyklasse bis hin zu einem Podestplatz im Europacup in der Elite Women Klasse hinlegen. Neben ihr auf dem Podium reihten sich Cindy Kiesewetter (GER – Gravity Team Schöneck) und Lisa Schaub (GER – Team DH Race Factory) ein.

In der U19 Klasse konnte der Vortagesschnellste Simon Maurer (GER – Sram Young Guns) nicht punkten und musste sich am Ende mit dem zwölften Platz zufriedengeben. Den Sieg konnte dafür Tristan Botteram (NED) einfahren, der mit nur zwei Zehntelsekunden Vorsprung Florian Werres (GER – IK-Pivot Cycles) auf den zweiten Platz verwies. Dritter wurde Max Jordan (GER – Race and Style Woinem).

Simon Maurer konnte zwar den Erfolg aus dem Seedingrun nicht wiederholen, immerhin staubt er aber einen fetten Shot ab!

Als letztes gingen die Elite Men auf den Kurs und da sich das Wetter ab Mittag stabilisierte, haben sich auch richtig viele Zuschauer an der Strecke eingefunden. Bei bester Atmosphäre boten gerade die Top 10 Fahrer eine unglaubliche Show, die an Spannung kaum zu überbieten war. Die Bestzeit wurde immer wieder mit hauchdünnem Vorsprung unterboten, bis dann der als Vorletzter auf den Kurs gegangene Südafrikaner Stefan Garlicki eine fast schon unglaubliche Zeit von 2:21.143 Minuten hinlegte. Ganze 4 Sekunden Vorsprung bedeuteten dies für ihn.

Mal wieder in Deutschland unterwegs und das extrem erfolgreich: der Südafrikaner Stefan Garlicki

Nur noch ein Fahrer fehlte und ließ dann auch wirklich auf sich warten. Silas Grandy patzte im Rennlauf und landete am Ende mit 15 Sekunden Rückstand auf Platz 20. Somit hieß der Sieger Stefan Garlicki, der damit auch in diesem Jahr wieder die besten Erinnerungen an Thüringen haben dürfte. Schon im letzten Jahr gewann der aus der Nähe von Kapstadt stammende 27-Jährige ein Rennen im Freistaat, nämlich das unweit entfernte in Ilmenau.

Die Schnellsten Männer des Tages: Jasper Jauch, Rick Balbierer und Stefan Garlicki

Auf dem zweiten Platz beendete Jasper Jauch (GER – Santa Cruz) das Rennen und verwies den frisch gekürten Thüringer Meister Rick Balbierer (GER – Giant Germany Off-Road Team) auf den dritten Podestplatz.

Der iXS Cup kehrt nun für die kommenden zwei Wochen in sein Heimatland, die Schweiz, zurück, bevor es für die deutsche Serie dann mit einem Auslandsstopp im tschechischen Klinovec weitergeht. Danach folgt für den German Cup dann nur noch das Finale in Thale, bei dem dann die Seriensieger 2017 gekürt werden.

Die Ergebnisse aus Tabarz:

Ergebnisse iXS GDC Tabarz 2017 Finale.jpg iXS GDC Tabarz 2017 Ergebnisse Seedignrun.pdf

Bis Thale bleibt noch Zeit, den Hotseat sauber zu machen… Bis dahin!