Die zweite Auflage des Enduro Gradec – zeitgleich Stopp der slowenischen Rennserie „SloEnduro“ und österreichische Enduro Meisterschaft zog am Grazer Hausberg die Blicke auf sich. Petra Bernhard und Markus Pekoll hießen am Ende eines fordernden Wochenendes die Sieger.

Keine Unbekannten, dominieren die beiden Steirer doch schon seit Jahren die heimische Downhill-Szene. Während sich Bernhard seit zwei Jahren auf die Disziplin Enduro fokussiert, war es für Pekoll der erste derartige Ausflug. „Unverhofft kommt oft. Ich bin ohne Erwartungen reingegangen und wollte einen coolen Tag mit den Freunden beim Radlfahren haben“, sagte der Überraschungssieger, der letztes Wochenende in Leogang seine herausragende Karriere beendete. Beide – Bernhard und Pekoll – krönten sich übrigens zu Doppelmeistern. Bereits im Mai holten sie die Meistertitel im Downhill.

Unverhofft kommt oft. Ich bin ohne Erwartungen reingegangen und wollte einen coolen Tag mit den Freunden beim Radlfahren haben. // Markus Pekoll

Schöckl-hart
Zuckerschlecken war der Weg zu den Titeln allerdings keiner. Der kräfteraubende Prolog auf der Gigasport Stage am Samstag Abend gab einen ersten Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte. Fünf Wertungsprüfungen warteten auf die 153 Starter aus 13 Nationen. 144 sahen die Ziellinie, beim Rest zwang das schroffe Schöckl-Terrain das Material in die Knie. Die Rettung musste übrigens kein einziges Mal tätig werden.

Enduro-Gradec 2017 Schoeckl österreichische Enduro Meisterschaft Prolog

Der kräfteraubende Prolog auf der Gigasport Stage am Samstag Abend gab einen ersten Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte. Foto: Friedrich Simon Kugi

Zuschauermagnet
Als Schlüsselstelle und beliebter Zuschauerpunkt kristallisierte sich die Querung der Lifttrasse unterhalb der Halterhütte heraus. Kein einziger Fahrer schaffte diese Sektion am Rad bleibend. Als ultimativer Härtetest wartete anschließend die lange Kenda SuperStage, die fast den gesamten Berg hinunter führte und die Fahrer an ihre Grenzen brachte. Dort begrub Vorjahressieger Daniel Schemmel mit einem Platten seine Siegambitionen, während Markus Pekoll die Führung übernahm.

Schluesselstelle Lifttrasse Enduro Schoeckl

Kein einziger Fahrer schaffte diese Sektion unter der Lifttrasse am Rad bleibend. Foto: Friedrich Simon Kugi

Sekundenkrimi
Auf dem technischen Terrain entwickelte sich im hochkarätigen Starterfeld ein Sekundenkrimi um den Sieg. Markus Pekoll lag nach über 16 Minuten Rennzeit lediglich 1,22 Sekunden vor dem slowenischen Meister Vid Persak und 3,35 Sekunden vor seinem Trainingskollegen Matthias Stonig. Kevin Maderegger (+5,25 Sek) komplettierte das ÖM-Podium als Vierter der Gesamtwertung. Petra Bernhard ließ hingegen nichts anbrennen und distanzierte die Nachwuchshoffnung aus Kärnten – Yana Dobnig – um fast zwei Minuten. Lediglich 28 Männer schafften es vor Bernhard ins Ziel. Sein erstes Enduro-Rennen wird auch Max Fejer nicht vergessen: der Junior vom Gratweiner Radclub Bikespeak holte sich den Sieg und damit den österreichischen Junioren-Meistertitel.

OeM Herren Podium Enduro-Gradec2017 Schoeckl

Das Podium der Männer: Markus Pekoll vor Vid PerŠak und Matthias Stonig Foto: Friedrich Simon Kugi

OEM Damen Podium Enduro Schoeckl

Petra Berhard war die Schnellste! Dahinter Yana Dobnig Foto: Friedrich Simon Kugi

2018
Von allen Seiten bekam die zweite Auflage des Enduro Gradec positive Resonanz. Die Fahrer schätzten die anspruchsvollen Strecken, die Zuschauer die spektaktakulären Szenen, die leicht einsehbare Zielstage und das angenehme Flair mit der Beschallung von Mountain Reggae Radio. Die Veranstalter rund um den Radlager Mountainbikeverein, den Bikeshop Lemur Bike & Bones und das Mountainbike-Magazin LINES werden sich deshalb kräftig ins Zeug legen, um den Enduro-Tross auch 2018 wieder auf den Schöckl zurückzubringen. Näheres dazu in Kürze auf www.enduro-gradec.at.

Ergebnisse

Ergebnisse Overall Enduro-Gradec2017.pdf Ergebnisse nach Klassen Enduro-Gradec2017.pdf