Ob Asphalt oder Schotter – Gravelbiking ist Freiheit pur und verknüpft Mountainbiken mit dem Rennradfahren. Mit dem neuen Topstone Carbon will Cannondale diese Freiheit noch erweitern: Waschechte Mountainbike Gene treffen auf sportliche Effizienz. Wir hatten exklusiv noch vor der offiziellen Präsentation die Gelegenheit, das neue Cannondale Topstone Carbon Force eTap AXS einem Test zu unterziehen.

First Ride: Martin gibt dem neuen Topstone Carbon Force eTap AXS die Sporen.

Inhalt – Test: Cannondale Topstone Carbon


1. Allgemeines zum Cannondale Topstone Carbon

2. Ausstattung und Geometrie

3. Setup

4. Die Testfahrt

5. Der Test

Text & Fotos: Martin Donat
Video & Screenshots: Patrick Sanow

Dieses Bike steckt voller Highlights… allein diese Front. Es gibt viel zu erzählen!

Allgemeines


Spiel, Spaß und Spannung – das ist es, wofür Kinder angeblich das Überraschungsei so lieben. Dieses Paket, das ich gerade vom Paketmann in Empfang genommen und in den Keller getragen habe, ist so eine Art Überraschungsei in groß und nur für RadfahrerInnen. Es folgt denselben Prinzipien: Zuerst wird’s geöffnet, die Spannung steigt ins Unermessliche. Ritsch, ratsch – der Karton ist auf. Die einzelnen Teile werden herausgezogen und man steht mit offenem Mund und einer Menge Fragezeichen über dem Kopf da: Was wird es, wenn es zusammengebaut ist? Das Spiel beginnt. Und dann steht es da: Das brandneue Fahrrad, von dem ich nicht viel weiß. Es heißt Cannondale Topstone Carbon, ist die Neuauflage von Cannondale’s Gravelbike und so neu, dass ich noch nichts darüber veröffentlichen darf. Doch die alles entscheidende Frage lautet: Wie ist es um den Spaß bestellt, den mir mein Überraschungspaket bescheren soll?

Der Schleier lüftet sich… hallo, Cannondale Topstone Carbon 2020!

Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass zumindest die Basis für ganz viel Spaß durchaus gegeben ist. Wann hat man schonmal die Gelegenheit, ein neues Fahrrad vor allen anderen ausprobieren zu können? Noch ist nichts über das neue Bike bekannt – keine Pressemitteilung wurde verschickt und die Gerüchteküche im Internet ist eiskalt. Auch ich weiß nicht viel über das neue Topstone. Doch das wird mich ganz bestimmt nicht davon abhalten, das Rad auszuprobieren. Auf die Herstellerinfos zu warten – das wäre pure Folter! Und außerdem habe ich hier die einmalige Chance, einmal völlig unvoreingenommen an die Sache heranzugehen. Eine Art „Blindverkostung“, nur auf dem Fahrrad, statt im Restaurant. Im Kopf völlig frei von fancy Technologienamen und crazy Marketingversprechen. Alles was zählt ist das Gefühl auf dem Fahrrad und natürlich der Spaß, der zu jedem Überraschungspaket nunmal dazugehören soll.

Ob Straße, Trail oder – wie hier – klassischer Gravel aka. Schotter: Trotz Kürze der Zeit haben wir das Topstone intensiv auf allen möglichen Untergründen ausprobiert.

Unsere erste gemeinsame Fahrt führt das Topstone und mich ins Sauerland. Dort ist das Video entstanden, das ihr euch vielleicht bereits angeschaut habt. Wenn nicht, scrollt nochmal hoch (oder klickt auf den Link) – dann bekommt ihr einen guten Eindruck davon, wie ich getestet habe. Mittlerweile ist etwas Zeit vergangen. Ich habe mehr Informationen zum Bike bekommen und habe es auf allerlei Straßen, Trails und natürlich Schotterwegen ausprobiert. Es ist also an der Zeit, auf das neue Topstone zu schauen und die wichtigsten Eigenschaften und Neuerungen vorzustellen.

Unser Testbike: Cannondale Topstone Carbon Force eTap AXS


Eine edle Erscheinung: Cannondale’s Topstone wurde für 2020 um eine Carbon-Version erweitert und die hat nicht mehr viel mit dem bekannten Modell gemeinsam.

Über das neue Cannondale Topstone Carbon gibt es eine Menge zu erzählen. Vieles davon konnte ich mir bereits vorab „zusammenreimen“. Mittlerweile ist die Katze aber aus dem Sack und ich brauche euch nicht mit Mutmaßungen abzuspeisen, sondern kann hier die ganz offiziellen Infos mit allen Daten zum neuen Cannondale Topstone Carbon vorstellen.

Beginnen wir beim neuen Rahmen. Der ist aus Carbon gebaut und basiert in Sachen Reach und Stack auf den Maßen von Cannondale’s Endurance-Rennrad Synapse. Der Rahmen wird in den Größen XS, S, M, L und XL angeboten. Vielseitigkeit war ein wichtiges Ziel bei der Entwicklung. Und so besitzen Rahmen und Gabel allerlei Gewindeösen, mit deren Hilfe man Trinkflaschen, eine Oberrohrtasche, Schutzbleche und einen Frontgepäckträger montieren kann. Auch in Sachen Bereifung hat man diverse Optionen. Entscheidet man sich für 700C, darf das Gummi bis zu 40 mm breit sein. Alternativ passen 27,5 Zoll Laufräder mit bis zu 48 mm breiten Reifen. So lassen sich, je nach Terrain, durchaus geländegängige Profile fahren.

Cannondale Topstone Carbon Force 1 eTap AXS | 5.499 Euro
Der Rahmen besitzt vielerlei Befestigungsmöglichkeiten. So kann man am Unterrohr einen zusätzlichen Flaschenhalter montieren.
Die Gabel ist darauf vorbereitet, einen Front-Gepäckträger aufzunehmen.

Der Rahmen ist für eine saubere interne Zugführung vorbereitet und ist kompatibel mit verstellbaren Teleskopsattelstützen („Dropper Posts“) mit einem Durchmesser von 27,2 mm. Die Sattelstützenklemmung ist übrigens unauffällig in den Rahmen integriert. Dank „Speed Release“-Steckachsen lassen sich die Laufräder schnell ein-/ausbauen. Dafür sind die Ausfallenden an der „Nicht-Gewinde-Seite“ nach unten offen.

Dieses kleine Löchlein ist das Einzige, was man von der Sattelstützenaufnahme von außen sehen kann. Und das auch nur, wenn man sich bückt und von unten in den Rahmen schaut. In Sachen „Cleaner Look“ macht Cannondale seit jeher so schnell keiner etwas vor.
Die „Speed Release“-Achsen/Ausfallenden vereinfachen den Ein- und Ausbau der Räder.

Und nun komme ich endlich zum Highlight des Rahmens, auf dessen Erklärung ihr sicher schon wartet. Die Rede ist vom Hinterbau und vom geheimnisvollen Lager, über welches Sitzstreben und Sitzrohr miteinander verbunden sind. Dieses Feature hat Cannondale „KingPin“ genannt. Und es ist, wonach es aussieht: ein Lager. Doch wozu braucht ein starrer Hinterbau ein Lager? Ganz genau: Der Hinterbau des Topstone Carbon ist nicht wirklich starr. Die Carbonfasern des Rahmens sind so ausgelegt, dass ein bemerkenswerter Flex möglich ist – laut Cannondale ergeben sich rund drei Zentimeter „Federweg“.

„KingPin“, darauf hört die Hinterbaukonstruktion des neuen Topstone. Ganz ohne fancy Marketing geht es bei einer amerikanischen Bikefirma dann doch nicht. Die Sitzstreben sind dabei nicht starr mit dem Sitzrohr verbunden, sondern mittels Lagerung.

Wie das Ganze funktioniert? Stellt euch vor, das Sitzrohr ist eine Art Blattfeder. Wenn auf den Hinterbau Schläge einwirken, wird das Sitzrohr nun von den Sitzstreben in Richtung Rahmenmitte gedrückt. Dabei „arbeitet“ der gesamte Rahmen (beziehungsweise sogenannte „Flexzonen“ in den Sitzstreben, dem Sitzrohr und dem hinteren Teil vom Oberrohr) mit. Damit das Sitzrohr überhaupt derart flexen kann, ist es durch das Lager von den Sitzstreben entkoppelt. Seitlich hingegen soll diese Konstruktion absolut steif sein. Die Vorteile eines solchen Systems liegen auf der Hand: Die Konstruktion bedarf weder eines Setups, noch einer großartigen Wartung. Der starre Rahmen soll dadurch merklich komfortabler werden und im Sitzen oder Stehen gleichermaßen „federn“. Je nach Rahmengröße sind die Flexzonen übrigens unterschiedlich dimensioniert, sodass kleine, leichtere Fahrer denselben Komfort genießen dürfen, wie Größere, Schwerere.

Der Sram Force eTap AXS Antrieb kommt völlig ohne Leitungen aus: Hier geht alles per Funk. Möglich machen’s eigene Batterien und Bluetooth Module an jedem Bauteil (Schaltwerk, Schaltgriff, Schalthebel).
Force eTap AXS Schaltwerk
Force eTap AXS Kurbel
Force eTap AXS Umwerfer. Wie auch das Schaltwerk mit eigenem Akku.
Die Scheibenbremsaufnahme befindet sich bei den kleineren Rahmengrößen oberhalb der Sitzstrebe, weil im hinteren Rahmendreieck schlichtweg zu wenig Platz ist.
Cannondale’s „SAVE“-Parts (wie hier der Lenker) sehen nicht nur gut aus, sondern sollen vor allem kleine Vibrationen vom Fahrer fernhalten.
SRAM’s eTap Schalthebel: Wireless und mit ganz eigener Schaltlogik.
Gemeinsam mit Garmin hat Cannondale diesen kleinen Sensor entwickelt, der per Funk alle wichtigen Daten der Fahrt an den Radcomputer sendet.

Bei so viel Hirnschmalz, der in diesem Rahmen steckt, gerät der Rest der Ausstattung beinahe etwas in den Hintergrund. Doch gerade die Ausstattung unseres Testbikes kann sich sehen lassen. Dabei handelt es sich nämlich um das Topmodell „Force eTap AXS“. Der Name lässt es schon vermuten: Es kommt SRAM’s neue „Wireless“-Schaltung zum Einsatz. Ohne jeden Schaltzug sorgt sie auf jeden Fall schonmal für eine cleane Optik. Dazu kommen Cannondale’s „SAVE” Parts, die ihr vielleicht vom Synapse kennt. Sie bieten eine Art Micro-Dämpfung und sollen kleinste Vibrationen wirkungsvoll vom Fahrer fernhalten und somit ebenfalls den Komfort erhöhen.

Tools oder App? Beim „smarten“ Bike lassen sich einige Funktionen ganz ohne Werkzeug einstellen…

Wenn man einen Blick auf die Vorderradnabe der Cannondale eigenen HollowGram-Laufräder wirft, fällt der kleine, schwarze Sensor auf, der daran befestigt ist. Er stellt eine weitere Besonderheit dar. Dieser Bewegungssensor wurde gemeinsam mit Garmin entwickelt. Er lässt sich per ANT+ oder Bluetooth mit allen gängigen Radcomputern koppeln und überträgt per Funk die wichtigsten Daten zur Fahrt. Die eigene Cannondale App lässt sich kostenlos herunterladen. Sie bietet noch weitere interessante Features. Zum Beispiel könnt ihr euch zum Rad passende Bedienungsanleitungen ansehen, Video-Tutorials gucken oder euch an anstehende Wartungen erinnern lassen. SRAM Force AXS Bremsen und WTB Riddler Reifen (37C) komplettieren das Ganze zu einem echten Highend-Paket, das für stattliche 5.499 Euro seinen Besitzer wechselt und schlappe 9,2 Kilo auf die Waage bringt.

Die Modelle des neuen Cannondale Topstone Carbon


Neben dem Cannondale Topstone Carbon Force eTap AXS gibt es noch vier weitere Modelle, die sich in Rahmenfarbe und Ausstattung unterscheiden. Ihre Namen geben einen Hinweis auf die verbaute Schaltgruppe: Ultegra RX (3.799 Euro), Ultegra RX2 (2.999 Euro), 105 (2.499 Euro) sowie ein Modell für Frauen, das Women’s Ultegra RX (2.999 Euro).

Cannondale Topstone Carbon Ultegra RX | 3.799 Euro
Cannondale Topstone Carbon Ultegra RX2 | 2.999 Euro
Cannondale Topstone Carbon 105 | 2.499 Euro
Cannondale Topstone Carbon Women’s Ultegra RX | 2.999 Euro

Hast du sie schon? In unserer Ausgabe #7 gibt’s viele schöne Stories rund ums Radfahren nach dem Motto: Slow Down – langsam, aber mit Zukunft. Hier kannst du sie bestellen.

Ausstattung und Geometrie Cannondale Topstone Carbon


Alle Infos direkt vom Hersteller gibt’s unter cannondale.com.

Ausstattung

  • Preis: 5.499,90 Euro
  • Gewicht: 9,2 (S), selbst gewogen
  • Rahmen: „BallisTec“-Carbonrahmen mit „KingPin“-Federung. Interne Zugführung, BB30 Innenlager, 142×12 mm „Speed release“-Steckachse, optionaler Schutzblech-Brücke, Dropper-Post-kompatibel
  • Rahmengrößen: XS, S, M, L, XL
  • Lenker: HollowGram SAVE Carbon, 400 mm (S), 420 mm (M-L)
  • Vorbau: HollowGram SAVE, Aluminium, -6°
  • Sattel: Fabric Scoop Shallow Race mit Titan-Streben
  • Sattelstütze: SAVE Carbon, 27.2 x 350 mm (XS-L), 400 mm (XL)
  • Bremsen: SRAM Force eTap AXS, 160/160 mm, Centerline, Centerlock Scheiben
  • Schaltung: SRAM Force eTap AXS
  • Kurbeln: SRAM Force eTap AXS, 46/33
  • Schaltwerk: SRAM Force eTap AXS
  • Umwerfer: SRAM Force eTap AXS
  • Kassette: SRAM Force eTap AXS, 10-33, 12-fach
  • Kette: SRAM Force eTap AXS, 12-fach
  • Naben: (vorne) HollowGram Sealed Bearing, straight pull, 12×100 mm; (hinten) HollowGram 142×12, DT Innenleben, Centerlock
  • Felgen: HollowGram 22 Carbon, 22 mm tief, 25 mm ID, tubeless ready
  • Reifen: WTB Riddler TCS Light, 700 x 37c, tubeless ready

Geometrie

XSSMLXL
Reach368 mm377 mm385 mm394 mm402 mm
Stack518 mm549 mm579 mm610 mm640 mm
Oberrohr 525 mm544 mm561 mm579 mm596 mm
Kettenstrebe415 mm415 mm415 mm415 mm415 mm
Tretlager Überhöhung-69 mm-64 mm-61 mm-61 mm-59 mm
Lenkwinkel70 Grad71,2 Grad71,2 Grad71,2 Grad71,2 Grad
Sitzwinkel73,1 Grad73,1 Grad73,1 Grad73,1 Grad73,1 Grad
Radstand999 mm1010 mm1030 mm1040 mm1060 mm
Na los Bart, schnapp’s dir! 🙂

Die Testfahrten


Dieser Test ist etwas Besonderes und durchaus außergewöhnlich für’s lifeCYCLE Magazine. Normalerweise „quäle“ ich unsere Testbikes hunderte von Kilometern über Stock und Stein, gehe auf große (Bikepacking-)Tour und dabei an meine Grenzen. Dieses Mal ist es ein bisschen anderes – der Grund ist einfach: Ich hatte die großartige Gelegenheit, das Bike bereits vor seiner öffentlichen Präsentation ausprobieren zu können. Dadurch war aber nicht so viel Zeit vorhanden, wie bei einem normalen Test a la lifeCYCLE. Es gab keine große Bikepacking Tour – dafür aber eine kleine. Und einige weitere, kleinere Touren. Ich habe das neue Cannondale Topstone Carbon intensiv bewegt, nur nicht ganz so intensiv, wie gewohnt. Das sei vorab erwähnt, um klarzumachen, dass es sich bei meinen Testeindrücken um einen ausführlichen ersten Eindruck handelt und nicht – wie gewohnt – um einen Härtetest mit allem drum und dran. Ich war mit dem neuen Topstone sowohl auf den Straßen, Schotterwegen und Trails des abwechslungsreichen Ruhrgebiets unterwegs, als auch im Gravelparadies Sauerland. Trotzdem habe ich also viele Kilometer auf dem neuen Topstone absolviert und viele Eindrücke gesammelt, die ich im Folgenden schildern werde.

Die Geschichte zum Hansegravel findet ihr in unserer Ausgabe #7! Das sommerliche Cover ist übrigens auch auf dieser Fahrt entstanden.

Die Fahreindrücke auf dem neuen Cannondale Topstone Carbon


Setup

Bevor es losgeht, muss das Bike aufgebaut und auf den Fahrer abgestimmt werden. In diesem Falle eine durchaus schnelle Angelegenheit. Denn, wie man so schön bei uns sagt, das Bike „passt wie Arsch auf Eimer“. Letztendlich muss ich nur die Laufräder einbauen (was dank Speed Release noch schneller geht geht), den Lenker gerade drehen und kurz dessen Ausrichtung justieren, die Sattelhöhe einstellen, den Luftdruck checken und schon kann es losgehen.

Der Lenker wird sozusagen auf den Vorbau gelegt und von unten verschraubt. Dabei erlaubt ein gewisser Spielraum die feine Ausrichtung des Lenkers.

In Sachen Lenkerjustage und Sattelstützenhöhe gibt es zwei Besonderheiten. Cannondale verbaut seine spezielle Lenker-/Vorbaukombi, bei welcher der Lenker mit Aero-Shape direkt am Vorbau verschraubt ist. Mit Hilfe von Langlöchern kann die Lenkerneigung dabei in gewissem Maße variiert werden. Das ist selbsterklärend und macht einen vertrauenserweckenden Eindruck. Das Ergebnis ist eine Lenker-Vorbaueinheit, die wie aus einem Guss wirkt.

Durch dieses „Löchlein“ im Rahmen erreicht man den Klemmmechanismus der Sattelstütze. Dahinter verbirgt sich eine Art Keil, der die Stütze klemmt. Wenn man die Sattelstütze aus dem Rahmen zieht, muss man aufpassen, dass dieser Keil nicht herausfällt.

Bei der Sattelhöhenjustage ist ein bisschen Fummeln angesagt – wie meist bei Systemen, die die Klemmung unauffällig im Rahmen verstecken. Die Stütze wird im Inneren des Sitzrohres mit einer Art Keil geklemmt – dieser kann herausfallen, wenn man die Sattelstütze herausnimmt. Damit das nicht passiert, stellt man das Bike am besten senkrecht auf (nur Hinterrad am Boden), sodass das Sitzrohr waagerecht steht. Dann bleibt der kleine Keil an seinem Platz und die Sattelstütze lässt sich einfach einführen. Beim Transport des Bikes mit demontierter Stützte sollte man drauf achten, den Klemmkeil zu sichern, zum Beispiel mit einem Lappen oder einem Stück Pappe. Das Ganze ist natürlich ein Tribut an die cleane Optik. Oder, wie die Oma es auszudrücken pflegte: „Wer schön sein will, muss leiden.“


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First Ride

Die erste Fahrt ist wirklich besonders. Denn zu diesem Zeitpunkt weiß ich nichts über das neue Topstone Carbon, als das, was ich mit meinen Augen sehen kann. Eine tolle Art zu testen, so sollte man es definitiv öfter machen! Denn ich bin völlig unvoreingenommen und von keinerlei Marketing-Sprüchen infiltriert. Ich sitze also auf diesem Rad und kann ganz allein für mich fühlen und erleben, was es kann.

Raus aus der Stadt, rein in die Natur! Ein Mix aus Asphalt und Gravel – genau dafür ist das „Gravelbike-Konzept“ einfach genial. Im Hintergrund seht ihr übrigens Dortmund und das wohlbekannte BVB Stadion (oben rechts die gelben Pfeiler).

Die erste halbe Stunde auf dem Topstone Carbon verläuft völlig anders, als geplant. Eigentlich sollte es eine gemütliche Warmup-Runde über einen geschotterten Bahntrassen-Radweg werden. Stattdessen ist es ein gnadenloses Trailgeballer im Vollgasmodus! Was ist denn hier los? Es scheint, als würde mir das Bike permanent in den Hintern treten und rufen: Gib’s‚ mir! Das Ende vom Lied: Ich sprinte einen waschechten Mountainbiketrail nach dem anderen Vollgas hinauf, nur um einen anderen in eben diesem Vollgasmodus herunterzuballern. Sicher – bei uns im Pott sind das keine hochalpinen Felsentrails. Aber durchaus anspruchsvolle, teils gebaute Singletrails mit vielen Wellen, Kanten, kleinen Sprüngen und engen Kurven. Mit einem normalen Gravelbike eher ein Bullenritt. Mit einem normalen…

Ein kleiner Abstecher auf die Mountainbikestrecke? Mit dem Topstone gar kein Problem!

Stattdessen wird das Grinsen in meinem Gesicht immer größer. Ich lasse es beinahe laufen, wie auf meinem Mountainbike. Festhalten, auf Wurzeln und Steine einfach draufhalten und hoffen, dass die Reifen halten. Tatsächlich halten sie – und alles andere auch. Endlich habe ich mich ein bisschen ausgepowert, sodass die Fahrt zwangsläufig ein bisschen ruhiger wird. Ich gönne mir jetzt auch mal ein paar „normale“ Wege und rolle diese erste Tour entspannt zuende. Erster Eindruck: da geht richtig was!

Ist es ein Gravel- oder ein Mountainbike? Zwischenzeitlich war sich Martin gar nicht mehr so sicher…

Die Apps

Zurück von der erste Fahrt will ich mir doch mal anschauen, was es mit dieser App auf sich hat. Tatsächlich kann man das Bike gleich mit zwei Apps koppeln: Cannondale hat seine eigene App herausgebracht, die sozusagen das Digitale Servicecenter rund um dein Bike (bzw. deiner Bikes) sein soll. Die andere kommt von SRAM. Die AXS-Schaltung lässt sich mit der dazugehörigen App personalisieren, der aktuelle Status kann abgefragt (zum Beispiel der Ladestand der Akkus) und neue Firmware aufgespielt werden.

Um Telefon und Schaltkomponente miteinander zu koppeln, muss man den „AXS-Button“ drücken.
Wieviel App braucht der Biker? Früher hat man die Schaltung eingestellt, heute lädt man sie auf und installiert eine neue Firmware. Man muss jedoch neidlos anerkennen, dass das mittlerweile extrem einfach und völlig problemlos funktioniert.

Grundsätzlich bin ich ja ein Freund des GPS-Radcomputers. Die erfreuliche Nachricht darum zuerst: Alle Sensoren, die sich per Bluetooth oder ANT+ verknüpfen lassen, tun dies gern und schnell, sodass der Geschwindigkeitssensor und die Schaltung ab sofort mit meinem Wahoo-Element gekoppelt sind und dieser mit Echtzeit-Daten aus erster Hand arbeiten kann. Ob es mich unterwegs weiterbringt, auf dem Display zu sehen, welcher Gang eingelegt ist? Ich denke eher nicht. Immerhin funktioniert die Technik aber, wie sie soll.

Alles, was man über sein Bike wissen muss, findet man in der Cannondale App. Navigieren kann sie jedoch nicht – ersetzt also nicht vollends den Radcomputer. Vielleicht kommt das ja noch?

Cannondale versucht mit seiner App eine Art „All-Inclusive-App“ im Sinne des „Smart-Bikes“ zu präsentieren. In der App-„Garage“ befinden sich alle deine Cannondale Bikes, die über die neue Technik verfügen. Die App erkennt „mein“ neues Topstone und fügt es der Garage hinzu. Ich sehe ab sofort alle wichtigen Infos (zum Beispiel die Seriennummer) und kann sogar eigene Einstellungen (zum Beispiel Lenkerbreite, Sattelhöhe und so weiter) hinzufügen. Alle Komponenten und Geometriedaten sind einzusehen, nur für den Fall, dass man es mal wissen muss. Außerdem weiß die App, wann mal wieder ein Service ansteht und erinnert mit einem roten Balken daran, dass zum Beispiel mal wieder die Kette geölt werden muss. Im Bereich „Resourcen“ findet man alle Handbücher zum Bike, Video-Tutorials (noch eher überschaubar und arg allgemein gehalten) und eine Händlersuche (die in meinem Fall jedoch noch nicht funktioniert). Unter „Performance“ sollen alle Fahrten gelistet sein, die die App automatisch trackt, sobald man sich aufs Rad setzt.

Ob nun mit App oder ohne – unterwegs macht das nun wirklich keinen Unterschied.

Wie funktioniert die App? Grundsätzlich finde ich die Idee gut. So hat man immer alles „griffbereit“ und spart sich im Fall des Falles die ein oder andere Internet-Suche. Die App kostet nichts und somit kann man nur gewinnen. In Sachen „Tracking“ und einigen Details scheint die App aber noch nicht ganz ausgereift. Vor allem wäre es schön, wenn man sie noch mit anderen Anwendungen, außer Garmin Connect, verbinden könnte. Konkret für meinen Fall bedeutet das: Die Tracking-Funktion würde für mich Sinn machen, wenn die Daten anschließend automatisch dort landen würden, wo alle meine Daten landen: Bei Strava und bei Komoot. Solange das nicht der Fall ist, sammelt die App alle Daten noch einmal zusätzlich und verbraucht Handy-Energie. Da sich der Cannondale-Sensor aber auch direkt mit meinem Wahoo „Elemnt“ verbindet, ist es im Grunde nicht nötig, die App ebenfalls laufen zu lassen. Trotzdem ist die Grundidee gut. Künftige Versionen werden sicher den ein oder anderen noch vorhandenen Bug beseitigen und die ein oder andere neue Funktion ergänzen.

Ein Klick auf den AXS-Button und der Schalthebel verbindet sich brav mit der AXS-App von SRAM.

App Nummer zwei kommt von SRAM und verbindet das Smartphone mit den einzelnen Schaltkomponenten. Um alles miteinander zu koppeln, muss man die App öffnen und währenddessen den „AXS“-Button an Schaltwerk, Umwerfer und den Schalthebeln drücken. Die App erkennt dann die Teile und verbindet sie. In meinem Fall war erstmal eine neue Firmware fällig – abgesehen davon geht das ganz schnell. Wirklich viel kann die App nicht: Sie zeigt den aktuellen Status der Komponenten an, wobei vor allem der Akku-Ladestand interessant ist. Außerdem kann man die Schaltlogik der Hebel in gewissem Maße variieren. Wenn man zum Beispiel lieber mit dem linken Hebel aufs kleinere Ritzel schalten möchte, kann man die Funktion der beiden Schalthebel einfach vertauschen. Insgesamt wenig spektakulär, aber alles funktioniert einwandfrei und macht einen ausgereiften und durchdachten Eindruck.

Im Menü von SRAM’s AXS-App lässt sich die Belegung der Schalthebel verändern. Das ist sehr einfach und intuitiv und funktioniert ohne Probleme.

Ob man nun sein Fahrrad zwangsläufig mit dem Smartphone verbinden muss, sei mal dahingestellt. Es bleibt jedoch festzuhalten, dass die Technik mittlerweile schon ziemlich gut funktioniert und intuitiv in der Bedienung ist. Technik Nerd’s wirds freuen. Wer einfach nur Rad fahren will, sieht darin vermutlich keinen echten Nutzen. Wer gar kein Smartphone besitzt ist hingegen angeschmiert und nutzt von all diesen Zusatzfunktionen rein nichts.

Die Schaltung

Es ist das erste Mal, dass ich eine SRAM Force AXS (generell eine AXS) Gruppe testen kann. Die Meinungen gehen ja auseinander, ob man nun eine elektronische Schaltung benötigt, oder nicht. Ob sie dann noch wireless sein muss? Ich denke, es ist jedenfalls relativ klar, wer eher keine elektronische Wireless-Schaltung braucht. Echte Abenteurer und Weltumradler, die vor allem eines brauchen: eine Schaltung, die zuverlässig ist, die man im Notfall selber reparieren kann, die man nicht aufladen muss und für die es (fast) überall Ersatzteile gibt.

Jedes Teil der Schaltung ist mit einer Batterie ausgestattet. Schaltwerk und Umwerfer kommen mit Akku, die Schalthebel nutzen kleine Knopfzellen. Laut SRAM kommt man mit einer vollen Batterieladung locker 1.000 Kilometer weit. Ob das stimmt, konnten wir in der Kürze der Zeit leider nicht herausfinden.

Für Fahrer hingegen, die hin und wieder mal eine Bikepackingtour machen, die einfach technikbegeistert sind oder auf der Suche nach dem zur Zeit technisch Möglichen, ist die Force AXS gerade wohl das Maß der Dinge. Sie sorgt nicht nur für eine supercleane Bikeoptik – schließlich benötigt sie keinerlei Leitungen. Sie bietet für den „normalen“ Gravel-Einsatz auch eine Reihe von Vorteilen. Zum einen wäre da die kinderleichte Montage. Die einzelnen Komponenten werden einfach angeschraubt, miteinander gekoppelt – fertig! Das fummelige Verlegen irgendwelcher Leitungen fällt komplett weg. Und wo keine Leitungen sind, können auch keine Leitungen kaputt gehen und es können sich keine Anschlüsse lösen. Theoretisch eliminiert diese Technik also ein paar Schwachstellen der Schaltung. Hinzu kommt, dass man die Schaltung „personalisieren“ kann. Mit der App kannst du einfach einstellen, welcher Schalthebel was bewirkt.

Clean, cleaner – AXS! Wohl keine andere Schaltgruppe ist derart schnell angebaut, wie SRAMs Wireless-System. Und dazu verleiht es dem Cockpit eine wirklich aufgeräumte Optik.

Zur Funktion selbst kann ich nur eines sagen: Diese Schaltung ist absolut präzise und lässt sich total intuitiv bedienen. Die spezielle „Schaltlogik“ bedarf zumindest bei mir keinerlei Eingewöhnung. „Rechts“ schaltet nach rechts, „Links“ schaltet nach Links. Beide Hebel gleichzeitig angetippt bewirken den vorderen Wechsel vom kleinen aufs große Kettenblatt oder zurück. Die Hebel lassen sich derart leicht betätigen, dass es im wahrsten Sinn des Wortes nur einen Fingertip braucht, um einen (oder mehrere) Gänge zu wechseln.

Während einer Testfahrt am Stadtrand von Dortmund. Tschüss Stadt, hallo Trail!

Das 2×12 System hält für fast jede Situation den passenden Gang parat, nur an sehr steilen Anstiegen muss ich doch mal ziemlich „drücken“. Es ist eben doch noch ein Gravel-, kein Mountainbike. Konstruktionsbedingt hat die Schaltung eigentlich nur einen Nachteil: Im Gegensatz zu einem 1-fach Antrieb sitzt die Kette bei weitem nicht so sicher. Insbesondere auf holprigen Abfahrten im Gelände macht sich das durch starkes Kettenschlagen und entsprechende Geräuschentwicklung bemerkbar. Dieser Punk ist und bleibt eine Philosophiefrage. Ich persönlich mag 1-fach Antriebe, weil sie selbst diesen Nachteil einer Kettenschaltung eliminieren, einzig zum Preis einer geringfügig kleineren Übersetzungsbandbreite. Dennoch kann mich die Funktion der Force eTap AXS absolut überzeugen.

Festzuhalten bleibt: Wer nicht gerade auf Weltumrundung geht und offen für moderne Technik ist, der wird an SRAM’s AXS-Schaltung seine Freude haben!

Die anderen Parts

Die restliche Ausstattung des Topstone Carbon lässt im Grunde keine Wünsche offen. Alles funktioniert und harmoniert offenbar gut miteinander. Die Bremsen überzeugen mit bester Performance, die Reifen bieten guten Grip. WTB’s Riddler ist nur, wie schon an anderen Bikes erfahren, ein bisschen empfindlich und so hatte ich auch während meiner Testfahrten mit dem Topstone einen Platten zu beklagen, obwohl er Tubeless montiert war. In diesem Fall war nicht der Reifen defekt, sondern er hat nicht ganz dicht mit der Felge abgeschlossen und vermutlich in einer Kurve Luft gelassen (durch sogenanntes „Burping“).

Zwei schöne Details in einem Bild: Der „SAVE“-Lenker gefällt uns wirklich gut, ebenso die Möglichkeit, eine Oberrohrtasche direkt zu verschrauben.
Nicht schön, aber funktionell. Wer sich das Cannondale Topstone Carbon kauft, sollte auch noch in die passende Aufnahme für den Radcomputer investieren, die direkt mit dem Lenker verschraubt wird.

Richtig gut gefällt mir der HollowGram „SAVE”-Lenker: Seine Aero-Form passt mir perfekt und er fühlt sich tatsächlich sehr komfortabel an. Wer viel auf Bikepacking Touren geht, wird sich vermutlich einen breiteren Lenker mit mehr Flare wünschen. Für intensive Touren ohne Gepäck hingegen ist der Lenker wirklich gut. Kleiner Wermutstropfen: Für die Befestigung des Rad-Computers benötigt man eine integrierte Befestigung, die direkt am Lenker verschraubt wird. Die habe ich nicht, also muss ich mir mit „Gummibändern“ und einer unschönen Halterung am Vorbau aushelfen. Ähnlich verhielte es sich mit der Kingel, die ich gern montiere, wenn ich auf eine Reise gehe.

Ein kleines Detail habe ich direkt gern genutzt, auch wenn ich nicht auf die ganz große Bikepacking-Tour ging: Meine Salsa Oberrohrtasche konnte ich am Topstone fest verschrauben. Sie sitzt nun richtig fest und kann sich nicht mehr verdrehen.

Der bleibende Eindruck

Mittlerweile habe ich diverse Touren mit dem Cannondale Topstone Carbon unternommen. Und wie sagt man so schön: Der erste Eindruck ist der Wichtigste! Genau so ist es. Zumindest bestätigte er sich bis zum Ende des Tests: Das Topstone macht richtig viel Spaß – und ist somit tatsächlich mein XXL-Überraschungsei geworden!

Ob feine Wurzeln, Steine oder gleich ganze Baumstämme: Das Topstone filtert Vieles weg und wenn nicht, springt man federleicht hinüber.

Besonders faszinierend finde ich das „Federungsverhalten“ des Bikes. Zum einen werden (nicht nur) Offroad-Fahrten dadurch in der Tat komfortabler, was durchaus Kraft spart. Vor allem aber verschafft dieser Flex dem Rad ein Handling, das Seinesgleichen sucht. Ich bin jedenfalls noch nie auf einem Dropbar-Bike gefahren, dass so sicher über Wurzelfelder oder dicken Schotter rollt und das so bereitwillig abhebt, wenn ich zum Beispiel einen umgefallenen Baumstamm überspringen will. Diese Eigenschaft ist mein persönliches Highlight des neuen Cannondale Topstone Carbon. Es verpasst dem Gravelbike einen dicken Batzen Mountainbike Gene, ohne dass man dafür bemerkenswerte Nachteile in Kauf nehmen müsste. Insbesondere die Tatsache, dass das System im Grunde keine zusätzliche Wartung benötigt, ist ein großer Pluspunkt.

Definitiv ein Plus sind die vielen Montagepunkte. So spricht absolut nichts dagegen, mit dem Bike auf große Tour zu gehen. Zu Hause lässt es sich sogar mit wenigen Handgriffen „alltagstauglich“ machen. Schutzbleche dran, und schon hat mein ein Commuting-Bike, nach dem die Autofahrer im Büro sich umdrehen werden! Dieses Bike ist richtig Vielseitig und auch das ist eines meiner Highlights.

Solche kleinen Nebensträßchen, wie hier im Sauerland, sind natürlich die Paradedisziplin des Topstone – komfortabel fahren und trotzdem schnell voran kommen!

Fährt man auf Asphalt, zeigt sich das Topstone natürlich nicht als megaeffiziente Rennfeile. Allein die dicken Reifen bremsen schon etwas. Doch das will es ja auch gar nicht sein. Stattdessen freue ich mich über die angenehme Sitzposition und den hohen Komfort, der auch auf der Straße dazu beiträgt, dass ich mich viel länger fit fühle, als auf dem starren Straßenhobel. Am Ende ist aber natürlich klar: Wer einen hocheffizienten Renner sucht, findet mit dem Topstone nicht sein Glück.

Die Heimat neu entdecken: Mit dem Topstone erweitert sich der Aktionsradius, weil man einfach schnell voran kommt. Trotzdem ist man geländegängig und kann Orte wie diesen Entdecken. Auf dem Weg hierher hätte jedes Rennrad schlappgemacht.
Der Lanstroper See und seine Umgebung ist ein hübsches Gravel-Pflaster.
Da kann man ruhig mal eine kleine Pause einlegen.
Die Halde Grevel bei Dortmund. Klein, fein, gravelig und von oben hat man eine schöne Aussicht auf die Stadt.

Rein funktionell muss ich sagen, dass mich auch SRAM’s AXS Schaltung ziemlich beeindruckt hat. Die Schaltung ist so intuitiv und präzise, das ist wirklich toll. Privat würde ich dennoch auf eine mechanische 1-fach Gruppe setzen. Ich mag einfach den lautlosen Antrieb einer 1-fach Gruppe und die Tatsache, dass ich nicht auch noch Batterien an meiner Schaltung aufladen muss.

Apropos: Die Idee einer Rundum-Sorglos-App und im Rad integrierte Sensoren finde ich im Grunde genau so smart, wie sie gedacht ist. Wenn die Cannondale App nun noch direkt mit den gängigen Apps Strava und Komoot verbunden werden könnte, dann wäre das für mich ein echter Mehrwert.

Fazit


Spiel, Spaß und Spannung? Aber sowas von! Das neue Cannondale Topstone Carbon hebt sich durch sein großartiges Handling von der Konkurrenz ab. Darüber hinaus ist es super komfortabel und hat eine angenehme Sitzposition, die Offroad und Onroad funktioniert und deren Vorteile sich vor allem auf ausdauernden Fahrten offenbaren. In Sachen Ausstattung geht bei unserem Testrad, dem Topstone Carbon Force eTap AXS nicht viel mehr – gerade die Wireless-Schaltung sorgt für glänzende Augen jedes Technik-Nerds. Wer es etwas bodenständiger und vielleicht sogar vernünftiger mag, findet mit den anderen Topstone Carbon Modellen vor allem preislich sehr attraktive Alternativen.

Zurück von einer schönen Tour durch den Pott… 🙂