Das Fahrrad fürs Leben Teil 5 – Acros Steuersatz und Nabe

Langsam wird es ernst: Martins Fahrrad fürs Leben nimmt Formen an! Für diese Folge unserer Fahrradbau-Serie besuchte Martin Komponentenhersteller Acros, um zu erfahren, wo sein Steuersatz und seine Hinterradnabe herkommen werden.
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Das Fahrrad fürs Leben Teil 5 – Acros Steuersatz und Nabe

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Langsam wird es ernst: Martins Fahrrad fürs Leben nimmt Formen an! Für diese Folge unserer Fahrradbau-Serie besuchte Martin Komponentenhersteller Acros, um zu erfahren, wo sein Steuersatz und seine Hinterradnabe herkommen werden.
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    Acros Components: Lager aus Renningen

    Wo kommen Steuersatz und Hinterradnabe her?

    Von Anfang an war ein wichtiger Grundsatz für mein „Fahrrad fürs Leben“: keine Eile, denn gut Ding braucht Weile. Auf diese Weise hatte ich viel Zeit, mich mit allen Teilen am Bike in Ruhe auseinanderzusetzen und Rahmenbauer Alex konnte sorgfältig anhand des Bikefitting Ergebnisses die Rahmengeometrie austüfteln. Es fühlte sich beinahe ein wenig so an, als wenn mein Projekt etwas vor sich hin dümpelte – und auf einmal geht alles dann wieder ganz schnell: Alex ruft mich an und teilt mir mit, dass er bereit ist, den Rahmen zu schweißen. Plötzlich ist sie wieder da: Diese typische Aufregung und Vorfreude, die wir wohl alle kennen, wenn es um neue Fahrräder geht. Endlich geht es richtig los, endlich nimmt mein Fahrrad fürs Leben echte Formen an!

    Ich wollte natürlich unbedingt dabei sein, wenn aus einer Zeichnung ein echter Fahrradrahmen wird und so machte ich mich auf den Weg nach Pforzheim, um erneut Alex und seiner kleinen Rahmenschmiede Portus Cycles einen Besuch abzustatten. Doch damit nicht genug – schließlich habe ich ja auch noch nicht alle Parts zusammen. Darum kombinierte ich meine Reise in den Süden mit einer Stippvisite bei Acros Components. Hier werden edle Naben und Steuersätze gefertigt und der Firmensitz in Renningen liegt nur eine kurze Rennradtour vom Portus Headquarter in Pforzheim-Eutingen entfernt. Geburtstag und Weihnachten an einem Tag sozusagen – auf geht’s!

    Zu Besuch bei Acros. Mit genügend Abstand darf für den Bruchteil einer Sekunde die Maske gelüftet werden, sodass man sie erkennen kann: Links Martin, daneben die beiden Acros MitarbeiterInnen Manuel und Steffie.

    Lagertechnik als Familiending: Die Acros Geschichte im Schnelldurchlauf

    Westlich von Stuttgart liegt die kleine Stadt Renningen, in deren Norden sich ein Standort von Bosch befindet – das markante Firmengebäude ist schon von Weitem zu sehen. Aber dort möchte ich gar nicht hin. Mein Ziel ist ein kleines Industriegebiet nördlich der Innenstadt. Hier befindet sich in einem unscheinbaren Industriegebäude der Sitz der Firma HWG – die drei Buchstaben stehen für die „Horst Weidner GmbH“, die im Jahr 1982 hier gegründet wurde und sich als Spezialist für Wälzlager etabliert hat. Horst Weidners Sohn Frank hat mittlerweile die Leitung des Familienunternehmens übernommen, zu dem nicht nur die Produktion von Spezialwälzlagern gehört, sondern auch das Steckenpferd seiner Jugend und der Grund meines heutigen Besuchs: Acros Components.

    Frank Weidner war in seiner Jugend begeisterter Mountainbiker und wollte gern sein Hobby zum Beruf machen. Und weil Lager so ein Familiending sind, kam er auf die Idee, sie eine Nummer kleiner und für den Einsatz an Mountainbikes zu entwickeln. „Acros“ nannte er sein Business und erarbeitete sich damit in der Mountainbike-Szene schnell einen guten Ruf als Hersteller für hochwertige Steuersätze. Mehr als zwanzig Jahre ist das her und wie der gesamte Mountainbike Sport ist auch Acros erwachsen geworden. Heute sind die Produkte aus Renningen fest etabliert und ein Synonym für hochwertige Lager am Fahrrad – viele große Fahrradhersteller statten ihre Bikes serienmäßig mit Acros Produkten aus, wobei Steuersätze die wichtigste Produktgruppe darstellen. Das Portfolio wurde aber dennoch über die Jahre erweitert. Heute verkauft man auch Naben für Mountain-, Gravelbikes und Rennräder sowie Lenker, Vorbauten und allerlei Kleinteile. 

    Das alles erzählen mir Manuel und Steffie, die ich – wie der Zufall es will – aus den guten alten Mountainbikezeiten kenne. Ich wusste gar nicht, dass es sie hierher verschlagen hatte – die Fahrradwelt ist doch irgendwie klein. Jedenfalls dauert es nicht lange, bis wir bei unserem Lieblingsthema sind, dem Radfahren. Das ist hier natürlich überall präsent und viele der Mitarbeiter sind selbst so oft es geht auf zwei Rädern unterwegs. Und so ist es kein Wunder, dass hier zwischen all den Büros und Maschinenräumen Leidenschaft zu spüren ist, die Acros in seiner Firmenphilosophie so formuliert: „Ride more, worry less“ oder zu Deutsch „einbauen und vergessen“! 

    Black Beauty? Zu Besuch bei Beast in Dresden

    Wie es weitergeht mit unserem Projekt „Fahrrad fürs Leben“ kannst du in unserer Ausgabe 14 nachlesen. Darin findest du auch viele weitere spannende Geschichten rund ums Gravelbike, Bikepacking und einen nachhaltigen Lebensstil.

    Und so ist es kein Wunder, dass hier zwischen all den Büros und Maschinenräumen Leidenschaft zu spüren ist, die Acros in seiner Firmenphilosophie so formuliert: „Ride more, worry less“ oder zu Deutsch, frei übersetzt: „einbauen und vergessen“!

    Martin Donat

    Acros und die Nachhaltigkeit

    Rundgag durch die heiligen HAllen

    Wenn man heutzutage auf der Suche nach besonders „nachhaltigen“ Unternehmen ist, dann findet man natürlich oftmals echte Nachhaltigkeits-Spezialisten, die sich das volle Programm auf die Fahne geschrieben haben. Das beginnt dann oft mit dem Solarfeld auf dem Dach und führt über die umweltfreundliche und natürlich faire Produktion bis hin zu Freizeitangeboten für die hochgeschätzten Mitarbeiter. Hier bei Acros findet man das so nicht. Dennoch wird Vieles hier vor Ort produziert. Acros Naben werden zum Beispiel komplett in den eigenen Produtkionshallen gefräst und montiert. Allerdings verfolgt Acros nicht die Strategie, um jeden Preis alles hier in Renningen herzustellen. Vielmehr gilt das Motto: „wir bauen es dort, wo man es am besten kann“. So kommen zum Beispiel viele Spritzgussteile aus einem Betrieb im Nachbarort – ein echter Spezialist auf dem Gebiet. Einige Parts werden aber tatsächlich auch in Taiwan hergestellt, „weil dort einfach mittlerweile eine enorme Expertise besteht“, wie mir Manuel erklärt. „Wir würden das hier nicht besser hinbekommen und dazu kommt, dass wir von unserer Taiwan Produktion aus viel näher an einigen Produktionsstätten unserer Kunden sind“.

    Made in Renningen – aber nicht nur

    Hier herrscht eine Art Pragmatismus, der letztendlich dem großen Ziel dient, wirtschaftlich und effizient qualitativ hochwertige Produkte zu bauen. Das ist auch einer der Gründe, warum ich die Produkte aus Renningen für mein Fahrrad-Projekt auserkoren habe. Denn auch ohne spezielle Nachhaltigkeits-Strategie gefällt mir die Herangehensweise der Firma sehr gut. Ganz oben steht natürlich der hohe Qualitätsstandard und somit ein (hoffentlich) langes Leben der Komponenten.

    Nun wird es aber endlich interessant: Manuel zeigt mir die Produktion, die sich in den ersten beiden Stockwerken befindet. Und die ist erstaunlich aufgeräumt. Moderne Drehmaschinen, CNC-Fräsen und Spritzgussmaschinen rattern leise vor sich hin und spucken kleine, aber auch riesengroße Teile aus. Grund dafür ist, dass der Maschinenpark zur Mutterfirma HWG gehört, die vorwiegend große Speziallager für die Industrie fertigt. Wenn Acros neue Naben braucht, dann geben sie die sozusagen „unten“ bei HWG in Auftrag – am Ende bleibt aber alles in der Familie. Zwischen all den Maschinen wird es in einer Ecke dann aber noch einmal richtig spannend für alle Fahrrad-Fans: Hier steht der Nabenprüfstand, in dem jedes neue Produkt auf Herz und Nieren getestet wird.

    Allerlei Fräsen und andere Maschinen stehen in den Produktionshallen von HWG, der Mutterfirma von Acros. Hier „bestellt“ Acros zum Beispiel seine Nabenkörper, die dann zur Montage ein Stockwerk höher „geliefert“ werden.

    Das obere Geschoss im Firmengebäude ist ganz den Produkten von Acros gewidmet. Hier werden Steuersätze und Naben montiert. Flinke Hände setzen hier die einzelnen Bauteile zusammen, die uns später an unseren Fahrrädern viel Freude bereiten sollen. Manuel zeigt mir die Endmontage einer Acros-Nabe. Hier wird nichts dem Zufall überlassen. Selbst für das Fetten der einzelnen Teile gibt es spezielle Apparaturen, die sicherstellen, dass exakt an der richtigen Stelle weder zu viel noch zu wenig Fett aufgetragen wird. Effizient und hochpräzise wird hier in kurzer Zeit aus einer ganzen Reihe von Einzelteilen eine edle Nabe, wie sie schon bald in meinem Fahrrad fürs Leben zum Einsatz kommen wird!

    Von außen eher unscheinbar. Hier im Gebäude der Mutterfirma HWG enstehen bodenständig und ohne Blingbling viele Produkte von Acros.

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