Eine Bike Packing Tour durch die Alpen – das klingt nach echtem Abenteuer! Wer nicht im Zelt schlafen will, kommt dabei kaum um die Übernachtung in einer Berghütte herum. Wir haben’s ausprobiert und hier ein paar Informationen zu DAV Berghütten zusammengestellt.

Pure Idylle: Gerade bei schlechtem Wetter ist die Albert Link DAV Bergütte ein gemütliches Ziel für eine Radtour durch die Alpen.

Weit mehr als 300 DAV Berghütten betreibt der Deutsche Alpenverein. DAV – das mag für den ein oder anderen nach Vereinsmeierei und eher traditionellen Strukturen klingen. Dass oftmals nur eine telefonische Anmeldung möglich ist und es allerlei Regeln gibt, verstärkt diesen Eindruck nur. Doch sind diese Hütten wirklich nur für alte, bärtige Wandersleute? Wir haben’s einfach mal ausprobiert!

Ein kurzes Wochenend-Abenteuer sollte es werden. Recht kurzfristig in der Planung – was sich als nicht so schlau herausstellte. Denn es dauerte eine ganze Weile, bis wir die passende Hütte fanden. Immerhin betreibt der DAV eine übersichtliche Homepage, auf der alle DAV Berghütten aufgelistet und per Online Suche bestens gefunden werden können. Doch der erste Kontakt verlief meiste schleppend, nämlich per Email oder direkt per Telefon. Mitunter dauerte es also eine Weile, bis wir die Info erhielten: „Wir sind ausgebucht“.

Unser 1. Tipp lautet daher: Kümmert euch rechtzeitig um euren Schlafplatz!

Das „Bettenlager“: In den meisten DAV Berghütten kuschliger Standard – in diesem hier teilen sich normalerweise 10 Bergfreunde ein kleines Zimmer.

Es dauerte eine Weile, bis wir eine Hütte fanden, die noch einen Platz freihatte: Die Albert Link Hütte oberhalb des Spitzingsees sollte es also sein. Trotz der etwas umständlichen „Oldschool“-Buchung leistete die Onlinesuche auf der DAV-Seite gute Dienste.

Tipp 2 also: Klickt euch auf https://www.alpenverein.de/DAV-Services/Huettensuche/.

Dort gibt es schonmal viele Grundinfos zu den einzelnen Hütten und oft einen weiterführenden Link zur Seite der einzelnen Betreiber. 

Rechtzeitig zu buchen ist eine der wichtigsten Regeln, damit der Hüttenaufenthalt ein Erfolg wird.

Erfreut nahmen wir zur Kenntnis, dass die Albert-Link-Hütte ein Umweltgütesiegel für ihren nachhaltigen Betrieb trägt und dass vor Ort selbst hergestelltes Brot, Käse und andere Leckereien gekauft werden können. Das klingt doch schonmal gut! Etwas Sorgen bereiteten uns hingegen allerlei Hinweise zum sonstigen Prozedere auf der Hütte: Bezahlung ist nur bar möglich, man benötigt einen speziellen Hüttenschlafsack, Hüttenschuhe, Ohrenstöpsel und allerlei anderer Utensilien, die auf eine ziemlich bodenständige und traditionell eingestellte Unterkunft schließen ließen. Per Email fragten wir nochmal genauer nach, was es mit diesem Schlafsack auf sich hat und siehe da: Alles halb so wild, ein normaler Schlafsack oder ein einfaches Bettlaken tun es auch.

Tipp Nummer 3: Einfach mal nachfragen – die meisten „Probleme“ lassen sich einfach beseitigen.

Mag sein, dass es auf anderen Hütten anders läuft, aber auch das lässt sich ja vorab in Erfahrung bringen. Viele sinnvolle und informative Tipps findet ihr hier: https://www.alpenverein.de/Huetten-Wege-Touren/Huetteninfo/.

Leckeres, selbstgemachtes Essen mit Zutaten aus der Region – auf der Albert Link Hütte kann man im eigenen Bioladen sogar Brot und andere Leckereien zum Mitnehmen kaufen.

Dann war es so weit. Das Abenteuer konnte beginnen. Spätestens um 18 Uhr sollten wir ankommen, denn danach gibt es kein Essen mehr, so wurde es uns mitgeteilt. Tatsächlich ein guter Tipp, denn als wir um halb sechs ankamen, waren wir tatsächlich die letzten, die den Speisesaal betraten.

Tipp 4 lautet daher: Merkt euch die Essenszeiten und seid pünktlich!

Übrigens ist das Ganze keine Schikane, sondern hat ganz praktische Hintergründe. Diese Hütten werden deutlich „bodenständiger“ betrieben, als die meisten Hotels. Die Mitarbeiter müssen schlichtweg auch mal Feierabend haben und können euch nicht rund um die Uhr bemuttern.

Einfach lecker: Ein Germknödel zum Dessert kommt nach jeder Radtour gut!

Das Ankommen auf der Hütte gestaltete sich durchweg positiv. Obwohl wir total dreckig und durchnässt waren, gab es keine schrägen Blicke, sondern einen aufmunternden Kommentar: Heute sind alle so nass, gar kein Problem. Das Fahrrad konnte ganz unproblematisch sicher abgestellt werden, die Hausregeln machten allesamt Sinn und waren problemlos einzuhalten. Das Essen war super lecker und das Internet: quasi nicht vorhanden. Das, sowie einige andere Eigenheiten dieser (und vieler anderer Hütten), ist der abgelegenen Lage geschuldet. Da gibt es eben kein Internet und da ist auch alles andere etwas bescheidener. Schließlich muss alles erstmal auf den Berg gebracht werden – da macht es Sinn, sich etwas einzuschränken.

Tipp 5: Bereitet euch vor!

Ladet eure Route zu Hause runter, sodass sie auch offline funktioniert. Bringt Bargeld mit, denn Kartenzahlung gibt es oft aus gutem Grund nicht. Nehmt euren Müll wieder mit (falls ihr welchen produziert), denn auch das Wegschaffen von Dingen (insbesondere von Müll) ist aufwendig und in diesem Fall vermeidbar, wenn jeder mithilft. Die Hüttenruhe von 22 Uhr fanden wir übrigens extrem angenehm: Da oben war so spät eh nichts mehr los, alle waren erschöpft von einem Tag am Berg und es war einfach schön, bei herrlicher Ruhe früh schlafen zu gehen. 

Ein paar mehr Regeln als im Hotel gibt es zweifelsohne. Da sie aber in der Regel Sinn machen, fällt es nicht schwer, sie einzuhalten.

Alles in allem war unsere erste Nacht auf einer DAV Hütte ein total positives Erlebnis. Allein die Lage mitten in den Bergen ist toll. Die Betreiber der Hütte waren total herzlich und hilfsbereit und das war Essen super.

Unser letzter Tipp lautet darum: Lasst euch darauf ein, entschleunigt euch und genießt einfach mal die Ruhe und Abgeschiedenheit am Berg und die Tatsache, dass ihr je nach Hütte völlig offline seid.

So eine Hüttentour ist übrigens ziemlich einfach umzusetzen. Selbst zwei Tage reichen aus, um ein total schönes alpines Abenteuer und eine kleine Flucht aus dem Alltagstrott zu erleben.

Trotz Schmuddelwetter: Unsere erste Einkehr in einer DAV Berghütte war ein voller Erfolg und ein schönes Abenteuer, das nach einer Wiederholung ruft.

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